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Neue Solarstromanlagen rechnen sich nicht mehr

Gehrden Neue Solarstromanlagen rechnen sich nicht mehr

Die Energiegenossenschaft (Energo) Calenberger Land wird mit ihren Plänen für neue Solarstromanlagen von staatlichen Vorgaben ausgebremst. Weil die Energieeinspeisevergütung extrem stark gesunken ist lohnen sich die geplanten Anlagen wirtschaftlich kaum noch.

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Kein rentables Geschäftsmodell mehr: Edmund Jansen (links) und Matthias Miersch sprechen vor einer älteren Solaranlage auf dem Dach des Rathauses über die gesetzlichen Hürden für neue Ökoprojekte der Energo.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Katerstimmung nach der umjubelten Neugründung: „Wir haben viel Potenzial: genügend Dächer, ausreichend Kapital, aber die Projekte rechnen sich kaum noch“, fasste Edmund Jansen aus dem Vorstand der Energo bei einer Lagebesprechung im Rathaus die Situation zusammen. Vorstand und Aufsichtsrat hatten sich mit dem Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch (SPD) getroffen, um ihm von den Schwierigkeiten mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu berichten.

Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion registrierte die Probleme schnell: Die Energo will mit dem Geschäftskapital der Mitgesellschafter vier neue Ökostromanlagen bauen - jeweils mit einer Leistung von etwa zehn Kilowattstunden und für jeweils rund 12 000 Euro. Die Schwierigkeiten: Weil die erheblich reduzierte Vergütung für die Einspeisung des produzierten Ökostroms in das öffentliche Netz kaum noch Renditen garantiert, soll der Strom künftig vollständig genutzt und direkt an den Abnehmer verkauft werden. Das wiederum wirft nur bei bei größeren Anlagen nennenswerte Beträge ab. „Dann müssen wir aber auch die EEG-Umlage pro Kilowattstunde bezahlen und Mehrwertsteuer - auch wieder nicht rentabel“, erläuterte Jansen die Problematik.

Trotzdem will die Energo ihre Projekte realisieren: „Wir wollen etwas machen. Nur über die Energiewende zu reden, bringt nichts“, sagte Jansen. Aber auch Peter Urban aus dem Aufsichtsrat verwies noch einmal auf die Umstände: „Viele Bürger wollen etwas tun, wollen ihr Geld geben, und es kommt nicht wirklich etwas Lohnenswertes dabei heraus.“

Miersch versprach jedoch Hilfe - und zwar konkrete: „Es geht darum, in Berlin die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Projekte dieser Art zu verbessern“, sagte er. Um dabei überzeugend zu argumentieren, will Miersch sogar mit Erlaubnis der Energo die Kalkulationen und Geschäftspläne der Gesellschaft vorlegen. „Ich brauche belastbare Zahlen und Details, um etwas zu erreichen“, sagt Miersch.

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