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Ortsrat kämpft um die Telefonsäule

Redderse Ortsrat kämpft um die Telefonsäule

Weil sie zu selten genutzt wird, will die Telekom die letzte Telefonsäule in Redderse abbauen. Das will der Ortsrat verhindern - zumal das Gerät durch seine kostenlose Notruffunktion in lebensbedrohlichen Situationen entscheidend sein könne.

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Ortsratsmitglied Ernst-August Hohmann setzt sich für den Erhalt der Telefonsäule ein. 

Quelle: Heidi Rabenhorst

Redderse. Es ist nur ein kleiner, silberner Kasten. Aber er liegt den Menschen in Redderse am Herzen – und sie wollen auf gar keinen Fall auf ihn verzichten: Denn die Telefonsäule vor dem Dorfgemeinschaftshaus ist inzwischen der einzige öffentliche Fernsprechapparat in dem Gehrdener Ortsteil. Und daher stoßen die Pläne der Telekom, das Gerät abzubauen, auf heftige Kritik im Ortsrat.

Die Politiker sprachen sich am Montagabend in ihrer Sitzung einstimmig für den Erhalt der Telefonsäule aus. Sie reagierten damit auf die Pläne des Kommunikationsunternehmens, die Säule zu entfernen. Laut Telekom liegt der Umsatz bei dem Gerät bei unter einem Euro pro Monat. Wegen dieser geringen Nutzung will das Unternehmen die silberfarbene Telefonsäule abbauen.

Die Kommunalpolitiker wollen das aber nicht hinnehmen. „Die Telekom muss eine Grundversorgung im ländlichen Raum vorhalten“, sagte Ortsbürgermeister Philipp Felsen (CDU). „Wenn wir uns heute nicht für den Erhalt entscheiden, wird sie abgebaut und wir bekommen nie mehr wieder einen Ersatz.“

Auch für seinen Ortsratskollegen Ernst-August Hohmann, den Felsen im vergangenen November nach der Kommunalwahl als Ortsbürgermeister ablöste, ist es zwingend notwendig, die Telfonsäule zu erhalten. „Der Umstand, dass sie eine bargeldlose SOS–Notruffunktion aufweist, ist das größte Argument“, erklärte der SPD-Politiker. „Sie kann lebensrettend sein. Nicht jeder hat immer ein Handy zur Hand.“

Ein Grund für die deutlichen Worte liegt einige Jahre zurück. Damals hatten sich die Redderser trotz massiver Proteste nicht dagegen wehren können, dass die gelben Telefonzellen abgebaut worden waren. Aus dieser Erfahrung wollen die Ortsratsmitglieder eine Lehre ziehen – und zumindest den als Ersatz installierten Apparat mit Notfruffunktion erhalten.

„Die Säule muss erhalten bleiben“, erklärte Hohmann. „Wenn sie weg ist, ist sie für immer weg.“ Und genau das gelte es zu verhindern. Dafür wollen die Redderser sorgen.

Von Heidi Rabenhorst

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