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So international wie noch nie

Gehrden So international wie noch nie

Schüler aus zahlreichen Nationen besuchen zurzeit das Matthias-Claudius-Gymnasium in Gehrden. Untergebracht sind die Jugendlichen in Gastfamilien.

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Schüler aus Bolivien, Paraguay, Spanien und Australien besuchen zurzeit das Matthias-Claudius-Gymnasium in Gehrden. Untergebracht sind sie bei Gastfamilien.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Victor kommt aus Queensland in Australien, Irene aus Valencia in Spanien, Jimena aus Asunción in Paraguay, Jennifer, Ojdana und Micaela aus der bolivianischen Stadt Santa Cruz – und alle haben eines gemeinsam: Sie besuchen zurzeit das Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG) in Gehrden. „Wir waren noch nie so unterschiedlich international“, sagt Brigitte Gellert, die am MCG die ausländischen Jugendlichen betreut. Besonders viele Anfragen habe es aus Bolivien gegeben, berichtet Gellert. „Es konnten aber nicht alle aufgenommen werden, weil wir nicht genug Gastfamilien gefunden haben“, sagt sie. Das Besondere an dem Aufenthalt der Bolivianer: Sie sind auf Eigeninitiative nach Deutschland gekommen. „An ihre Schule wird erwartet, dass sie für eine Zeit nach Deutschland gehen“, erzählt Gellert – eine Organisation stehe nicht dahinter.

Die drei Mädchen aus Santa Cruz, das mit 1,5 Millionen Einwohner die größte Stadt des südamerikanischen Andenstaates ist, sind begeistert. „Wir erleben viel und es ist überhaupt nicht langweilig“, sagt die 16-jährige Ojdana. Das Wetter, gibt sie zu, sei allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. „Bei uns ist fast immer Sommer“, sagt Ojdana. Ansonsten ist es die Pünktlichkeit und die Sicherheit, die sie beeindruckt. „Das ist bei uns anders“, sagt sie. In Gehrden könne sie sich frei bewegen. Das sei in ihrer Heimat nicht so. Wie Jennifer, Ojdana und Micaela in Bolivien besucht auch Jimena in Paraguay eine deutsche Schule. „Mir gefällt es richtig gut“, sagt sie. Gehrden sei so überschaubar.

Victor wiederum kommt an die Wurzeln seiner Kindheit zurück. In Berlin geboren, lebte er fünf Jahre an der Spree, bevor seine Familie nach Down Under auswanderte. Zurzeit wohnt er bei seinem Großvater in Benthe. Der 15-Jährige hat kein Problem mit der Verständigung. Kein Wunder. „Zu Hause sprechen wir deutsch“, sagt er. Was er an Deutschland mag? "Die Kälte", sagt er – zumindest für eine kurze Zeit, sagt er lachend.

Und Irene besucht quasi einen alten Kindergartenfreund. Daniel, der seit anderthalb Jahren am MCG ist, kennt sie aus Valencia. „Wir haben schon im Sandkasten zusammen gespielt“, sagt Irene lachend und im perfekten Deutsch. Seit dem dritten Lebensjahr lernt sie die Sprache.

Auch die MCG-Schüler, die einen ausländischen Gast aufgenommen haben, haben nichts zu meckern. „Es ist eine positive Erfahrung“, sagt die 16-jährige Alisa, bei der Ojdana wohnt. Für Maya, bei der Jimena lebt, ist der Gegenbesuch schon terminiert. Am 1. Mai geht es nach Südamerika. Auch Jette bereut es nicht, ein Gastkind aufgenommen zu haben. „Ich habe jetzt ein sehr gute Vorstellung vom Leben in Bolivien“, sagt sie. Gellert freut sich über dieses Engagement, zumal die Gasteltern eine große Verantwortung übernehmen. „Aber ich bin sicher, dass alle Beteiligten von solch einem Austausch profitieren“, sagt sie.

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Von Redakteur Dirk Wirausky

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