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Eine beeindruckende Vorstellung

Gehrden Eine beeindruckende Vorstellung

Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums haben den Film "Napola - Elite für den Führer" als Theaterstück aufgeführt. Nun war Premiere. Es war eine beeindruckende Vorstellung.

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Schüler des MCG haben den Film "Napola - Elite für den Führer" als Theaterstück aufgeführt.

Quelle: Rabenhorst

Gehrden. Fast fehlen der stellvertretenden Schulleiterin die Worte. „Respekt und Anerkennung für diese mutige, großartige Leistung, die sie vollbracht haben“, sagte Heike Ostermann nach der Aufführung von „Napola – Elite für den Führer“  in der vollbesetzten Aula. „Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben, als Nazis zu spielen. Sie haben sich ihr trotzdem gestellt, das erfordert viel Mut“, fügte sie hinzu.

Zwei Darstellendes-Spiel-Kurse des Matthias-Claudius-Gymnasiums mit 45 Schülern sind an dem Stück beteiligt. Auch Kursleiter Ludger Deters zeigt sich stolz und wunderbar zufrieden. „Energie, Tempo, Konzentration und Intensität passten perfekt“, lobt Deters die Jugendlichen, die in diesem Jahr erneut beim Festival „Jugend spielt für Jugend“ teilgenommen haben und am Dienstag in Hannover von 300 Gehrdener Fans unterstützt worden sind. Napola“ ist eine von acht Produktionen, die beim 38. Theaterfestival „Jugend spielt für Jugend“ in Hannover gezeigt worden sind.

Schon der Beginn ist gespenstisch. Im Stechschritt marschieren die Darsteller auf die Bühne. Schnurgerade mit starrem Blick ins Nichts stehen sie da, den rechten Arm zum Hitlergruß ausgestreckt und brüllen „Sieg Heil.“ Es fällt ihnen nicht gerade leicht, dies zu tun. Im Laufe der Zeit vergessen sie jedoch Raum und Zeit und werden immer sicherer in ihren Rollen.

Angelehnt an den gleichnamigen Film wird in dem Stück die Geschichte des 17-jährigen Friedrich (Jan Niclas Lietzow) erzählt. Weil der ziemlich gut boxt, wird er im Jahr 1942 in eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt, kurz Napola, aufgenommen. Von den Möglichkeiten, die ihm die Institution bietet, ist er begeistert. Seine Eltern, gespielt von Seraphine Schwandt und Maximilian Maurer, indes sind wenig begeistert, der Vater bekommt an seinem Arbeitsplatz sogar Besuch von der Geheimen Staatspolizei. Auch seinem kleinen Bruder (Kai Schwiening) fällt der Abschied von Friedrich schwer, der die unmenschliche Ideologie zu hinterfragen beginnt, als er den sensiblen Gauleitersohn Albrecht (Jörn Kaiser) kennenlernt. Dabei merkt er rasch, dass im nationalsozialistischen Weltbild kein Platz für Schwache ist.

Das Publikum erlebt nach 90 Minuten ein beeindruckendes Ende: Alle Darsteller legen die Armbinden und Uniformen ab und singen Hannes Waders Hymne gegen den Krieg und Militarismus: „Es ist an der Zeit“. In den Refrain „Und du hast ihnen alles gegeben: deine Kraft, deine Jugend, dein Leben“, stimmen die Zuschauer nach kurzem Zögern auch ein.

Mit nicht enden wollendem Applaus werden die Jugendlichen verabschiedet. Wer das Stück verpasst hat, hat morgen die Möglichkeit, es ab 17 Uhr in der Aula des MCG zu erleben. Ein letztes Mal ist das Stück am 5. August auf der Bergbühne Empelde zu sehen.

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Von Heidi Rabenhorst

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