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Schützen wollen Reparaturkosten einklagen

Gehrden Schützen wollen Reparaturkosten einklagen

Die Schützen lassen sich nicht einschüchtern: Die Gesellschaft Ottomar von Reden will die Reparaturkosten für ihre schwer beschädigte Mauer am Schützenhaus notfalls von der beschuldigten Baufirma oder dem Auftraggeber Avacon einklagen. Die denkmalgeschützte Sandsteinmauer war nach Bauarbeiten am angrenzenden Gehweg teilweise eingestürzt.

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Provisorisch gestützt: Die Schützengesellschaft Ottomar von Reden will die Kosten für eine notwendige Reparatur ihrer denkmalgeschützten Sandsteinmauer notfalls vor Gericht einklagen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Jetzt fahren die Schießsportler buchstäblich schwere Geschütze auf: In ihrer Jahresversammlung haben sich die Vereinsmitglieder einstimmig dafür ausgesprochen, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen zu beauftragen. "Wir lassen uns von der Avacon und einem zweifelhaften Gutachten der Baufirma weder veralbern noch einschüchtern - notfalls werden wir die Kosten einklagen", fasste der Vorsitzende Heinrich Warmbold gestern die klare Richtline noch einmal zusammen.

Die Vorgeschichte: Im Oktober waren unmittelbar nach der Erneuerung von Versorgungsleitungen entlang des Gehwegs an der Franzburger Straße am angrenzenden Ottomar-von-Reden-Park Teile der denkmalgeschützten Sandsteinmauer eingestürzt. Der Energieversorger Avacon und die beauftragte Baufirma weisen aber alle Vorwürfe zurück und stützen sich auf ein Gutachten. Demnach sei die Mauer bereits vor den Arbeiten am Fundament marode gewesen. Es sei auszuschließen, dass die Bauarbeiten einen Folgeschaden verursacht hätten. Eine Haftungspflicht scheide aus. Fazit: Die Gehrdener Schützen sollen den Schaden selbst bezahlen. Geschätzte Kosten: Rund 10 000 Euro.

Die Verweigerungshaltung der Avacon und der Baufirma wollen die Schützen aber nicht einfach so hinnehmen. In der Versammlung fasste Mitglied Manfred Mücke noch einmal den Grund dafür zusammen: „Bei der Erneuerung der Leitungen wurde ausgehobenes Schüttgut direkt an der Mauer gelagert." Das Material sei mit einem Schaufellader hin und her transportiert worden, auch ein sogenannter Rüttler sei im Einsatz gewesen. Durch diese Erschütterungen seien an der Rückseite ganze Mauerteile weggebrochen. Derzeit muss die Mauer provisorisch abgestützt werden.

Trotzdem: Auch nach einem von Bürgermeister Cord Mittendorf vermittelten Gespräch will der Energieversorger mit Niederlassung in Gehrden nicht einlenken. Das Angebot der Avacon: "Wir sollen 2000 Euro bekommen, wenn wir künftig bei Veranstaltungen positiv auf das Unternehmen hinweisen", berichtete Mücke empört. Er sieht gute Gründe und Chancen für einen Rechtsstreit: Immerhin seien Avacon und Baufirma rechtzeitig darauf hingewiesen worden, an der denkmalgeschützten Mauer bei den Arbeiten angemessene Sicherheitsvorkehrungen zu treffen - vergeblich.

Dass es die Schützen ernst meinen, zeigte ein weiteres Votum: Sie beschlossen einstimmig, einen Kredit in Höhe von 10 000 Euro aufzunehmen. "Aber nur als reine Sicherheitsmaßnahme, um im Fall einer juristischen Niederlage die Reparatur finanzieren zu können", betonte Schatzmeister Henning Tiedau. Im vergangenen Jahr hatten die Schützen für Umbauarbeiten und Sanierungen in Räumen des Schützenhauses schon rund 15 000 Euro ausgegeben.

Schützen ehren ihren Vorsitzenden

Die Mitglieder der Schützengesellschaft Ottomar von Reden Gehrden haben in ihrer Jahresversammlung einstimmig den Schatzmeister Henning Tiedau für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt. Kornelia Goebel wurde zur neuen Schriftführerin bestimmt. Vorgänger Ingo Geffert hatte aus beruflichen Gründen nicht erneut kandidiert. Zweiter Schriftführer ist jetzt Peter Imfeld.

In der Versammlung wurde beschlossen, den Jahresbeitrag für Familien zum 1. Januar 2017 von 120 auf 144 Euro anzuheben. Im vergangenen Jahr hatten die Gehrdener Schützen auch zum ersten Mal seit 1984 den Beitrag für Einzelmitglieder behutsam angehoben.

Grund zur Freude gab es  für den Vorsitzenden Heinrich Warmbold. Er wurde ebenso wie Ernst Biernoth für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Hans-Michael Schmidt-Riediger und Dietmar Müller sind seit 40 Jahren im Schützenverein. Klaus Godehard und Helga Imfeld wurden für langjährige ehrenamtliche Verdienste vom Kreisverbandsvorsitzenden Peter Nolte im Auftrag des Landesverbandes mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.

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