Gehrden. Die Sozialstation an der Hornstraße hatte bereits 2010 bei einer ersten Zertifizierung die Note 1,4 bekommen. Die deutliche Verbesserung spiegele die „tolle Leistung“ des Pflegeteams mit 27 Mitarbeitern wider, sagte Bürgermeister Hermann Heldermann gestern. Der Landesdurchschnitt liege bei der Note 1,6. Bewertet wurden in Gehrden die pflegerischen und medizinischen Leistungen ebenso wie Organisation und Kundenfreundlichkeit. Die Kontrolle des medizinischen Dienstes der Krankenkassen sei ohne Anmeldung erfolgt.
Seit 1993 besteht die Sozialstation in der heutigen Form. Als städtischer Regiebetrieb mit derzeit rund 100 zu pflegenden Personen ist die Sozialstation auch auf Wirtschaftlichkeit angewiesen, wie die Erste Stadträtin Christiane Kemnitz erläuterte. Die Sozialstation habe daher auch ihre Angebotspalette erweitert.
Ganz neu: Angehörige können Zeit verschenken. Diese kleinen Momente können auf Wunsch von Mitarbeitern der Sozialstation mit Aufgaben im Haushalt oder bei der Hilfe beim Ausfüllen von Formularen ausgefüllt werden.
Theaterbesuch, spazieren gehen und einfach nur da sein: Viele Senioren seien dankbar für Hilfe und Begleitung, die über das Maß der von den Pflegekassen bezahlten Leistungen hinausgeht. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch: Die Mitarbeiter der Sozialstation können nicht jeden Wunsch erfüllen. Extraleistungen müssen auch bezahlt werden, wie Kemnitz sagt. Hilfreich sei dieses Angebot aber auch für Angehörige, die nicht vor Ort sind und hiermit eine Zeitguthabenkarte bei der Sozialstation erwerben können.
Eine weitere Neuheit ist das Rundum-Sorglos-Paket, das die Stadt Gehrden für 14,50 Euro im Monat anbietet. Dafür stellt die Sozialstation die Medikamentenversorgung sicher, organisiert Krankenhausbesuchsdienste und übernimmt den Schriftwechsel mit Kranken- und Pflegekassen.
Michael Hemme
HAZ.de Anmeldung
