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Spielhalle hat in Ditterke schlechte Karten

Gehrden Spielhalle hat in Ditterke schlechte Karten

Darf in Ditterke ausnahmsweise eine 500 Quadratmeter große Lagerhalle zu einer Spielhalle umgebaut werden? Die Region als zuständiger Bauaufseher fragt die Stadt Gehrden nach deren Meinung, neigt aber zu einer Absage. Die hiesige Verwaltung folgt dieser Tendenz.

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"Zu vermieten": Die Lagerhalle an der Bundesstraße in Ditterke wird wohl keine Spielhalle.

Quelle: Oehlschläger

Ditterke. Ein Antragsteller hatte die Region gebeten, eine Nutzungsänderung des geräumigen Gebäudes an der Bundesstraße in eine Spielhalle zu akzeptieren. Um jedoch einen derartigen Betrieb in einem Dorfgebiet einzurichten, ist eine Ausnahmegenehmigung nötig. Dafür musste der Antragsteller seine Pläne offenlegen: Er gibt vor, in der Halle Billardtische und Unterhaltungsgeräte, aber auch Glücksspielautomaten aufstellen zu wollen. Mögliche Öffnungszeiten plant er von 10 bis 22 Uhr.

Ortsbürgermeister Ralf Wegmann (Bürgerliste Ditterke) hat zu diesem Thema eine klare Meinung. "Eine Spielhalle passt hier nicht in den Ort", sagt er. Man müsse jedoch auch die Situation des Eigentümers der Lagerhalle bedenken. "Es ist wohl schwer, ein Objekt in dieser Größe zu vermieten", sagt Wegmann. Wirtschaftlich gesehen könne er diesen Schritt demnach voll nachvollziehen: "Ich fänd es auch gut, wenn die Halle vermietet werden würde." Allerdings müsse sich die neue Nutzform mit dem Ort Ditterke vertragen.

Region fragt Gehrden nach Meinung

Die Region Hannover sieht tendenziell davon ab, in diesem Fall eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen - zu groß sei die Fläche der geplanten Spielothek im Verhältnis zum Ort. "Grundsätzlich wird ein Antrag auf Erteilung einer Spielhallenerlaubnis nach den Regelungen der Gewerbeordnung, des Glücksspielstaatsvertrages und des Niedersächsischen Glücksspielgesetzes geprüft", teilt die Region mit. So weit sei der Antrag allerdings noch nicht. Derzeit will die Region vorerst die Meinung der Stadt Gehrden einholen. Eine entsprechende Beschlussvorlage nimmt nun ihren Weg durch die Gremien, beginnend beim Ortsrat Ditterke am Dienstag, 25. April, um 19 Uhr im Besprechungsraum "Alte Schule Ditterke", Bundesstraße 16. Es folgen der Ausschuss für Bau- und Städteplanung sowie schließlich der Verwaltungsausschuss am 10. Mai.

Die Haltung der Stadtverwaltung zu einer großangelegten Spielhalle in Ditterke wird bereits der Beschlussvorlage deutlich: "Auch die Verwaltung ist der Meinung, dass die Größe der geplanten Spielhalle in keinem Verhältnis zur Größe der Ortschaft Ditterke steht und den dörflichen Charakter negativ beeinflusst", heißt es dort. Die Verwaltung empfehle daher ebenfalls, keine Ausnahmegenehmigung zu erteilen.

Bund und Land gehen gegen Glücksspiel vor

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag und dem Niedersächsischen Glücksspielgesetzt wollen Bund und Land die Zahl von Spielotheken verringern. Eine Maßnahme dabei ist eine bis Mitte des Jahres laufende Frist: Nach dem 31. Juni dürfen Glücksspielbetriebe nicht mehr einen geringener Abstand als 100 Meter zueinander haben. Dann muss entschieden werden, welcher der betroffenen Betriebe schließen muss. Da solche Situationen in städtischen Gebieten häufiger vorkommen, könnten Spielhallenbesitzer nun versuchen, verstärkt in ländliche Gebiete umzusiedeln. Das Land empfiehlt bei der Entscheidungsfindung, welche Spielhallen schließen müssen, ein Losverfahren. Die Kommunen können sich beispielsweise auch daran orientieren, wie lange ein Betrieb schon im Ort ansässig ist. Durch die Frist soll sich die Zahl der Spielhallen in Niedersachsen halbieren.

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Früher wurde die Halle zur Lagerung von Handwerksmaterial genutzt.

Quelle: Oehlschläger

Von Nils Oehlschläger

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