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Tagespflege will die Ladenlücke schließen

Gehrden Tagespflege will die Ladenlücke schließen

Spektakuläre Eröffnung in Aussicht: Für einen langjährigen Problemleerstand in der Fußgängerzone zeichnet sich eine unerwartete Doppellösung ab. Eine Tagespflege will mit einer Praxis für Physiotherapie im früheren Drogeriemarkt Ihr Platz und im benachbarten Kleinladen eine kombinierte Seniorenbetreuung anbieten.

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Lästiger Doppelleerstand: Die Erdgeschossläden am Steinweg sind nach dem Weggang eines Drogeriemarktes und einer Bäckerei-Verkaufstelle seit fast vier Jahren ungenutzt.


Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Als Fachberater für Immobilienangelgenheiten ist für Ulrich Niestrath vor endgültigen Geschäftsabschlüssen stets Vorsicht geboten. Trotzdem gibt sich Niestrath in diesem Fall alles andere als zugeknöpft. Dem Berater einer vierköpfigen Eigentümergemeinschaft aus Seelze ist vielmehr trotz fehlender Unterschriften bereits einer gewisse Erleichterung anzuhören. „Im Januar sind zwar noch Details über Umbauten und Kosten zu klären. Aber die grobe Botschaft ist: Es besteht von allen Seiten ein großes Interesse“, sagt Niestrath.

Er begründet seine Auskunftsfreude mit den weit voran geschrittenen Gesprächen und Verhandlungen. Der Standort sei offenbar geradezu auf die Bedürfnisse und das Geschäftsmodell der beiden Interessenten zugeschnitten: Eine Tagespflege mit benachbarter Physiotherapie – für die Mobilisierung der Senioren. Die Anbieter betreiben laut Niestrath bereits in Barsinghausen erfolgreich ein Geschäft mit dieser Kombination. „Und sie wollen für ihr zweites Projekt in Gehrden unbedingt in eine Fußgängerzone“, verrät der Fachberater.

Seine Erleichterung ist nachvollziehbar: Für die leer stehenden Erdgeschossläden am Steinweg neben dem Gehrke-Haus sucht der Immobilienexperte seit fast vier Jahren Nachfolgemieter. „Erst der Auszug der Drogerie im Januar 2012, wenig später hat die Bäckerei Strietzel ihren Zweitladen aufgeben“, erinnert sich Niestrath. Dabei sei extra für die Drogerie nach dem vorangegangenen Auszug des Vormieters Penny die etwa 600 Quadratmeter große Gesamtfläche mit einer Zwischenwand verkleinert und auf zwei Läden aufgeteilt worden.

Niestrath hat im Auftrag der Teileigentümergemeinschaft – ihr gehören das Erdgeschoss und der Keller des Hauses– seit 2012 alle Hebel in Bewegung gesetzt. „Mit dem Bekleidungsgeschäft Takko gab es gute Verhandlungen – die aber geplatzt sind“, sagt Niestrath. Seitdem seien alle Gespräche gescheitert – trotz etlicher Angebote, die Gesamtfläche neu aufzuteilen. Zuletzt hatte die ehemalige Bürgermeisterkandidatin Gisela Wicke die Läden sogar kostenlos für Informationsveranstaltungen und Musik-Projekte nutzen dürfen.

Jetzt der überraschende Durchbruch – buchstäblich: „Ein Architekt wird in den ersten beiden Januarwochen einen Entwurf für einen Grundriss mit neuer Aufteilung der Gesamtfläche vorlegen“, sagt Niestrath. Anschließend gehe es in den Gesprächen mit den Interessenten noch um weitere Details. „Wenn alles klappt, könnte nach den notwendigen Umbauten möglicherweise schon Anfang Juli 2016 Einzugstermin sein“ hofft Niestrath.

Stadt Gehrden betreibt bereits kommunale Tagespflege in der City - befürchtet aber 
keine Konkurrenz

Auch für die Stadt Gehrden ist die Beseitigung des Doppelleerstandes am Steinweg von großer Bedeutung. Immerhin investiert die Stadt etwa 5 Millionen Euro in den Umbau des Stadtzentrums – vor allem mit dem Ziel, die City zu beleben. Auch die mögliche Eröffnung einer neuen Tagespflege wird von der Stadt unterstützt – und das obwohl an der nahe gelegenen Hornstraße bereits eine kommunale Tagesbetreuung für Senioren angeboten wird.

„Wir hatten gute Gespräche mit der Stadtverwaltung“, sagt Ulrich Niestrath, der den möglichen Mitbewerber als Mieter im Erdgeschoss neben dem Gehrke-Haus unterbringen will. „Der Bebauungsplan wurde sogar so geändert, dass bei einer Sanierung des Gehrke-Hauses Platz für einen Durchgang zwischen den Gebäuden bliebe“, sagt er. Dies mache später den Einbau von zusätzlichen Fenstern im Nachbarhaus möglich. Die Stadt habe großes Interesse an der Leerstandsbeseitigung. Angesichts der älter werdenden Gesellschaft sei auch keine Konkurrenzsituation der Einrichtungen zu erwarten.

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