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Turmfassade wird erst nach Brutzeit saniert

Gehrden Turmfassade wird erst nach Brutzeit saniert

Umweltbewusste Gemeinde: Die marode Turmfassade der Margarethenkirche soll nun doch erst im Sommer saniert werden. Grund für die Verzögerung ist ein Turmfalkenpärchen, das im oberen Stockwerk des Gotteshauses nistet. Um die Tiere nicht mit Baulärm zu vertreiben, sollen die Arbeiten erst nach der Brutzeit beginnen.

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Willkommene Untermieter: Die Turmfassade der Margarethenkirche soll erst im Sommer nach der Brutzeit der Turmfalken saniert werden.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Was zu tun ist, steht längst fest. Und auch die Finanzierung ist gesichert. Trotzdem: Selbst wenn in den nächsten Wochen die Temperaturen steigen sollten - die Sanierung der verwitterten Glockenturmfassade muss noch bis zum Sommer warten. "Wenn die Jungtiere selbst fliegen können, werden sie sich von den Arbeiten nicht mehr stören lassen", nennt Jürgen Haake aus dem Kirchenvorstand das Ziel.

Für die Kirchengemeinde bedeutet das: Saniert wird frühestens ab Mitte Juni. "Unser Turmfalkenpärchen wird Mitte April Eier legen, ausbrüten und dann etwa acht Wochen lang drei bis vier Jungtiere groß ziehen", weiß Haake. Der Kirchenvorstand habe sich mit dem Naturschutzbund, Vertretern des Bauausschusses der Stadt, einem Biologen und dem Naturschutzbeauftragten Heinrch Möller vor etwa zwei Wochen abgestimmt: SPD-Ratsherr Walter Dehn vom Vogelschutzbund will ab April regelmäßig den Kirchturm hinaufsteigen und nahe der Schallöffnungen für die Glocken nach den Eiern der dort eingenisteten Turmfalken suchen. "Wenn wir welche entdecken, können wir den Zeitpunkt einschätzen und die Gerüstbauer für etwa acht Wochen später bestellen", sagt Haake. Weiterer Vorteil: Am 12. Juni kann das Gemeindefest auf der Kirchwiese ohne störendes Gerüst gefeiert werden.

Für die Sanierung muss nämlich der gesamte Kirchturm eingerüstet werden. Vor gut drei Jahren waren zum Teil faustgroße Steine des Turms vor das Kirchenportal gefallen. Eine Gefahr, dass das noch einmal passiert, sehen Experten nach einer Reparatur zwar nicht. Ein Denkmalpfleger der Landeskirche und ein Steinmetz hatten aber anschließend bei einer Mauerbefahrung mit Stichproben festgestellt, dass die Turmfassade wegen erheblicher Schäden im Mauerwerk saniert werden muss. Etliche Sandsteine der Westfassade sind großflächig verwittert. "Die Ecksandsteine haben eine gute Qualität, aber die Füllungen der Mittelflächen sind porös und platzen nach Frost auf", sagt Haake. Die beschädigten Steine müssen laut Haake etwa zehn Zentimeter tief heraus gemeißelt und ersetzen werden - mit zugeschnittenen Natursteinen, die fest gemörtelt werden.

Schwerpunkt sei zwar die Wetterseite des Haupteingangs. Untersucht werden soll aber der gesamte Turm. Die Arbeiten dauern etwa ein halbes Jahr. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 150.000 Euro zahlt die Landeskirche 100.000 Euro, der Kirchenkreis 50.000 Euro. "Aus dem Topf für die Substanzerhaltung bei Sakralbauten", sagt Haake

In einem ersten Schritt war 2013 ein Teil des Sockels erneuert und ausgebessert worden. An der West- und der Nordseite des Kirchturms waren die schadhaften Steine ausgetauscht worden. Etwa 30.000 Euro hatte dieser Sanierungsabschnitt gekostet. Der 33 Meter hohe Turm der Margarethenkirche wurde um 1250 errichtet. Sein markanter Treppengiebel findet sich im Wappen der Stadt. Das Kirchenschiff wurde Ende des 15. Jahrhunderts gebaut.

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Willkommene Untermieter: Die Turmfassade der Margarethenkirche soll erst im Sommer nach der Brutzeit der Turmfalken saniert werden.

Quelle: Ingo Rodriguez
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