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Sorgen wegen Unterbringung der Flüchtlinge

Gehrden Sorgen wegen Unterbringung der Flüchtlinge

Die Unterbringung der Flüchtlinge in Gehrden treibt Bürgermeister Cord Mittendorf um. Nun regen sich auch die ersten kritischen Stimmen aus der Bevölkerung.

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Immer mehr Flüchtlinge kommen in die Region Hannover. Den Kommunen fehlt inzwischen Unterbringungsmöglichkeiten und aus der Bevölkerung wächst die Kritik.

Quelle: Torsten Lippelt

Gehrden. Die Flüchtlingskrise war ein zentrales Thema der Haushaltsrede von Bürgermeister Cord Mittendorf. "Die Zuweisungszahlen, die die Landesaufnahmebehörde festlegt, werden regelmäßig nach oben korrigiert, ein Ende ist kurzfristig nicht absehbar", sagt er. Der aktuelle Stand: 125 Flüchtlinge soll Gehrden bis Ende Januar aufnehmen - doch diese Zahl, vermutet Mittendorf, werde sich wohl noch verändern.

Nicht zuletzt deshalb hat die Stadt Immobilien an der Scharnhorststraße und an der Hindenburgallee erworben, um die Neuankömmlinge unterbringen zu können - "menschenwürdig und angemessen", sagt Mittendorf. Doch es werden kritische Stimmen laut. "Es erreichen die Verwaltung E-Mails und Telefonate, in denen Nachbarn künftiger Flüchtlingsunterkünfte ihre Befürchtungen äußern", berichtet Mittendorf. Neben dem Wertverlust bei den eigenen Immobilien, mögliche Überfremdung der bis dato ruhigen Wohngegend bis hin zur gestiegenen Gefahr durch Vergewaltigungen sei alles dabei.

Ein Gehrdener, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft die Stadt ein Haus gekauft hat, um dort Flüchtlinge einzuquartieren, wird deutlich: "Die Absicht, Flüchtlinge in Privatimmobilien im Kerngebiet Gehrdens unterzubringen, gleicht einem riesigen Schildbürgerstreich", sagt er. Und: Die Absicht, Flüchtlinge in einem bisher gut situierten Wohngebiet zu beheimaten, entbehre jeglicher politischen Fürsorgepflicht den eigenen Wählern gegenüber. Was die Anlieger besonders ärgert: Im Vorfeld sei nicht mit ihnen gesprochen worden. Das sei keine gute Kommunikation und kein guter Stil.

Mittendorf will solche Äußerungen nicht ignorieren. Im Gegenteil: All das könne nicht einfach mit dem Hinweis auf übertriebene Ängste beiseite gewischt werden. "Die Unruhe in der Bevölkerung ist bis zu einem gewissen Grad verständlich", meint der Verwaltungschef. Die Kritiker werde er zu Gesprächen einladen. Es gebe viele Fragen wie "Welche Auswirkungen hat der Zustrom an Flüchtlingen" oder "Kann eine Integration fremder Kulturen überhaupt gelingen - "es gibt derzeit keine zufriedenstellenden Antworten darauf", sagt Mittendorf. Vieles bleibe vage. "Das schafft erhebliche Unsicherheiten, die die Menschen beunruhigen", blickt Mittendorf mit einer gewissen Sorge in die Zukunft. Gleichwohl werde die Stadt alles tun, um den Zuwanderer ein angenehmes, neues Umfeld zu bieten. "In Gehrden sollen sich alle Menschen wohl fühlen", bekräftigt Mittendorf.

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