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Es hat von Anfang an gepasst

Leveste Es hat von Anfang an gepasst

Ursula und Wienand Weller feiern diamantene Hochzeit. Sechs Jahrzehnte nach der Trauung am 14. April 1956 freuen sich die Eheleute über jeden Tag der gemeinsamen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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Wienand und Ursula Temps feiern ihre diamantene Hochzeit.

Quelle: Rabenhorst

Leveste. „Mit uns hat es von Anfang an gepasst, wir haben uns sofort gut ergänzt“, sagt Ursula Weller, gebürtige Gehrdenerin und Schwester des ehemaligen Gehrdener Stadtkämmerers Helmuth Temps. Gegenseitiges Vertrauen und Verständnis für den Partner habe das Paar zusammengeschweißt. Auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei. „Auch heute sind wir noch ein streitbares Ehepaar. Aber das hat unserer guten Beziehung nicht geschadet, sondern eher genützt. Nach dem Streit folgt ja immer wieder eine Versöhnung“, verrät ihr 83-jähriger Ehemann verschmitzt. Im Jahr 1951 hatte die gelernte Verkäuferin Ursula Weller ihren künftigen Ehemann Wienand kennengelernt, der damals in einer Flüchtlingsunterkunft am Kali-schacht in Weetzen wohnte. „Wir haben bei meiner Geburtstagsfeier in der Gaststätte Schöne Aussicht am Gehrdener Berg zum ersten Mal miteinander getanzt“, erinnert sich die Ehefrau. Fünf Jahre später stand das Paar vor dem Traualtar. „Wir haben uns einfach gefunden und für einander entschieden. Und es war genau die richtige Entscheidung“, betont die 81-Jährige, die mit ihrem Mann fünf Kinder großzog. Mittlerweile gehören auch zwei Enkelkinder zur Familie. Nach der Hochzeit wohnten sie in Weetzen und Gehrden, bis die beiden schließlich im Jahr 1968 in ihr selbst gebautes Haus in Leveste zogen. Sehr gern erinnert sich das Ehepaar an die gemeinsamen Fahrten mit dem Wohnwagen in die skandinavischen Länder und nach Österreich. Wienand Weller hat ein bewegtes Leben hinter sich. Geboren wurde er im Jahr 1932 in der von Deutschen bewohnten Siedlung Leipzig in Bessarabien, das bis zur Besetzung der Russen im Jahr 1940 zu Rumänien gehörte. „Wir folgten dann dem Aufruf zur Umsiedlung ins Deutsche Reich“, erinnert sich der gelernte Maschinenbauschlosser, der bis zum Eintritt ins Rentenalter im Jahr 1991 bei der Hanomag in Hannover beschäftigt war. Nach einem Lageraufenthalt in der Nähe von Halle sei er mit den Eltern und Geschwistern 1941 auf einem Bauernhof in Polen gelandet. Im Januar 1945 habe die Familie den Marschbefehl erhalten, sich nach Salchow bei Berlin zu begeben. Dort sei man ein Jahr geblieben, um sich 1946 in Richtung Westen auf den Weg zu machen. Weil ein Cousin in Evestorf wohnte, sei man an den Deister gekommen. Den Ehrentag feiert das Ehepaar heute mit der großen Familie und Freunden. Für die Zukunft wünschen sie sich, dass sie weiterhin gesund bleiben. „Wir können noch allein aufrecht gehen, und das ist erstmals das Wichtigste“, betont die Seniorin.

Von Heidi Rabenhorst

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