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Spuren der Brandnacht sind beseitigt

Everloh Spuren der Brandnacht sind beseitigt

Neuanfang nach einer Unglücksnacht: Gut fünf Monate nach dem Brand eines Wohnhauses in Everloh sind zumindest die äußerlich sichtbaren Spuren des Feuers beseitigt. Das Gebäude wurde wegen erheblicher Schäden abgerissen. Die nach dem Brand vorübergehend obdachlosen Bewohner haben neue Wohnungen bezogen.

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Nach dem schweren Brand (siehe Bildergalerie) erinnert auf dem Gelände des abgerissenen Zweifamilienhauses nicht mehr viel an die Unglücksnacht mit ihren weitreichenden Folgen für zwei vorübergehend obdachlose Familien.

Quelle: Ingo Rodriguez

Everloh. Für die zwei jeweils sechsköpfigen Familien aus dem Zweifamilienhaus an der Nenndorfer Straße war es eine Unglücksnacht mit weitreichenden Folgen. Die Bewohner des Gebäudes hatten sich während des Dachstuhlbrands im vergangenen November zwar unverletzt ins Freie retten können. An eine Rückkehr in ihre Wohnungen war jedoch trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht zu denken. Beide Familien hatten in nur einer Nacht nicht nur ihr Zuhause, sondern auch all ihr Hab und Gut verloren. Die Brandursache war ein technischer Defekt an einem Sicherungskasten. Der Schaden wird auf rund 200 000 Euro geschätzt.

„Das war alles wie im Film. Wir wissen immer noch nicht, was da gerade abläuft“, hatte einer der Bewohner einen Tag nach dem Feuer gesagt. Der verheerende Brand, bei dem sich auch zwei Rettungskräfte der Feuerwehr verletzt hatten, war für die beiden vorübergehend obdachlosen Familien mit einer langen Zeit voller Entbehrungen verbunden. Immerhin konnten die Bewohner Dank des beherzten Eingreifens der Stadt vorübergehend im neuen Containerbau am Bünteweg einquartiert werden. In der Sammelunterkunft für Flüchtlinge war noch Platz, weil sich die Zuweisungszahlen für die Stadt nicht erfüllt hatten. Der Brand hatte aber auch im sozialen Netzwerk Facebook eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst – mit einer Flut an Geld- und Sachspenden.

Gut fünf Monate nach der Unglücksnacht hat Gehrdens Bürgermeister Cord Mittendorf gute Nachrichten. „Beide Familien wohnen nicht mehr in der Sammelunterkunft und haben wieder eine eigene Bleibe“, sagt er. Einer der beiden sechsköpfigen Haushalte habe im Januar eine Wohnung in Wennigsen bezogen, die andere Familie lebe nun seit Anfang April in Gehrden. Auch Mittendorf ist erleichtert. „Es war nicht leicht, zwei geeignete große Wohnungen zu finden“, sagt der Bürgermeister. Er ist aber immer noch beeindruckt, wie groß die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung nach dem Unglück war.

Unterdessen gab es für das Haus an der Nenndorfer Straße keine Alternative zu einem Abriss. Everlohs früherer Ortsbürgermeister Gerhard Finger hatte die beiden Familien nach dem Brand einige Male in ihrem Notquartier am Bünteweg besucht und sich nach dem Befinden erkundigt. Dabei hat er auch erfahren, dass das Haus an der Nenndorfer Straße wegen der erheblichen Gebäudeschäden nicht mehr zu retten war. „Löschwasser, Ruß und Feuer hatten dem Bauwerk zu sehr zugesetzt“, berichtet Finger jetzt. Der Besitzer und Vermieter der zerstörten Wohnräume habe die Immobilie verkauft. Der neue Eigentümer habe das Haus abreißen lassen, um dort an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten.

Unterdessen halten sich im Dorf hartnäckig Gerüchte über die tragischen Folgen des Brandes für den Vorbesitzer. Dem Vernehmen nach soll der betroffene Eigentümer für das Zweifamilienhaus aus Kostengründen nie eine Brandschutzversicherung abgeschlossen haben, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Abgebrannte Wohnungen waren früher Saal der Gaststätte Krüger

Für den stellvertretenden Ortsbürgermeister Heiko Reverey endet mit dem Abriss des Gebäudes auch ein Stück Dorfgeschichte. Er sah das Haus brennen, nachdem er schon kurz nach dem Ausbruch des Feuers als einer der Ersten mit den Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr Everloh an der Unglücksstelle eingetroffen war.

Das Bauwerk sei erst Ende der Achtzigerjahre zum Wohngebäude umgebaut worden, sagt Reverey. „Vorher war dort der Saal der alten Gaststätte Krüger untergebracht – und eine Kegelbahn“, ergänzt er. Der verbliebene Flachbau neben dem abgerissenen Zweifamilienhaus sei ursprünglich das Gasthaus gewesen.

Auch Ortsbürgermeister Hartmut Hische kennt die Vergangenheit der Immobilie. „Früher gehörten auch die beiden Grundstücke dahinter – wo zurzeit zwei Einfamilienhäuser entstehen – zum Gesamtgrundstück“, sagt Hische. Eine Erbengemeinschaft habe das Gaststättengebäude später verkauft und das Grundstück mit Garten in vier verschiedene Flächen aufgeteilt.

Jahrzehnte später erinnert äußerlich nichts mehr an die alte Dorfkneipe. Und der zum Wohnhaus umfunktionierte Gaststättensaal ist fünf Monate nach dem Dachstuhlbrand dem Erdboden gleichgemacht.

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Fotostrecke Gehrden: Spuren der Brandnacht sind beseitigt

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