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Zukunft des Glockenspiels ist ungewiss

Gehrden Zukunft des Glockenspiels ist ungewiss

Das beliebte Glockenspiel am historischen Ratskeller steht 32 Jahre nach seiner Inbetriebnahme vor einer ungewissen Zukunft: Die Bronzeglocken sind wegen eines Technikschadens vor einem halben Jahr verstummt. Doch die Reparatur ist kostspielig und die Stadt sucht einen neuen Standort.

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Das Glockenspiel in Gehrden steht vor einer ungewissen Zukunft.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört es in Gehrden buchstäblich zum guten Ton: Bis zu sechsmal am Tag lässt das Glockenspiel Anwohner und Passanten auf dem Marktplatz aufhorchen - jeweils 20 Minuten vor einer vollen Stunde, schon seit 1983 und mit wechselnden Melodien.

Doch seit dem vergangenen Herbst schlagen die funkgesteuerten Magnethämmer der mächtigen Klangkörper nicht einmal mehr die leisen Töne an. Es ist ruhig geworden um die beliebte Anlage. "Seit Ende September läuft das Glockenspiel nicht mehr, die veraltete Technik muss für mehrere Tausend Euro repariert oder ausgetauscht werden", sagt Karsten Eske von der Stadtverwaltung.

Dabei waren die insgesamt 18 Glocken mit einem Gewicht von bis zu 47 Kilogramm pro Stück erst vor drei Jahren abgebaut und für rund 6500 Euro restauriert worden - inklusive Reinigung und Neujustierung. "Trotzdem ist die Anlage im vergangenen Jahr zweimal ausgefallen, hat einmal vorübergehend wieder funktioniert und ist nun ganz aus", sagt Eske.

Das Problem ist nicht neu und war seit Januar 2015 gehäuft aufgetreten: Die Magnethämmer der 18 Glocken werden von einem Computer gesteuert, und der Empfang wird per Funksignal geregelt. Doch in der Steuerungseinheit kommt es laut Stadtverwaltung immer wieder zu einem Kurzschluss. Schon 2015 hatte die Stadt mitgeteilt, dass dabei auch teilweise das Stromnetz des Ratskellers lahmgelegt wird. An der Fassade des Hotelrestaurants ist das insgesamt 443 Kilo schwere Glockenspiel seit 1983 befestigt, im Gebäude ist die Technik untergebracht.

Doch nicht nur der Zeitpunkt für die kostspielige Reparatur ist ungewiss. Möglicherweise sind auch die Tage der Anlage an der Wand des Ratskellers gezählt. "Nach der Innenstadtsanierung soll das Glockenspiel an einem anderen Standort aufgehängt werden - nahe des bisherigen Platzes, vielleicht an einem anderen Gebäudeteil, aber weiter als markantes Erkennungsmerkmal", sagt Gehrdens Erste Stadträtin Christiane Kemnitz.

Warum ein Umzug erforderlich ist, dazu will sich die Stadtverwaltung zurzeit noch nicht äußern. Gerüchten zufolge soll das Glockenspiel im Gebäude des Ratskellers bei Gästen für Lärmbelästigung sorgen. Sicher ist nur: Der Standortwechsel ist eingeläutet.

Die Historie

Bürger und Firmen finanzieren die Anlage

Die Idee zu dem Glockenspiel hatte vor 30 Jahren der Gehrdener Ernst Flasbart. Er spendete den Großteil der Anschaffungskosten in Höhe von etwa 45 000 Mark. Es folgten weitere Spenden von Bürgern und Firmen. Die Glocken, die zwischen sieben und 47 Kilogramm wiegen, wurden in der Königlichen Glockengießerei im holländischen Asten gegossen. „Kling Glöckchen, kling“ war die erste Melodie, die im Dezember 1983 über den Gehrdener Marktplatz tönte.

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