Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Römerlager: Wo sind die Schuhnägel?

Wilkenburg Römerlager: Wo sind die Schuhnägel?

Rund 60 Gäste haben das zweite Symposium im Rathaus zum Römerlager in Wilkenburg besucht. Archäologin Bettina Temmel verglich das Lager mit bereits bekannten in Nordrhein-Westfallen. Alles deute darauf hin, dass es sich auch in Wilkenburg um ein Römerlager handelt, sagte sie.

Voriger Artikel
Die Angst vor der Sturzgeburt auf der Bühne
Nächster Artikel
Künftig noch näher dran an HAZ und NP

Diese Rekonstruktion zeigt, wie das 30 Hektar große Römerlager einmal ausgesehen haben könnte.

Quelle: Daniel Junker

Wilkenburg. In Fachkreisen bestehen kaum noch Zweifel: In Wilkenburg haben vor rund 2000 Jahren etwa 20.000 Römer ihr Lager aufgeschlagen. "Das sind mehr Einwohner als Hemmingen heute hat", sagte der Chemiker Robert Lehmann, der sich auf die Restauration alter Münzen spezialisiert hat. 55 Münzen wurden in dem rund 20 Hektar großen Areal bei Wilkenburg bisher ausgegraben. "Insgesamt verzeichnen wir 1700 Funde, von denen rund 200 bisher als eindeutig römisch identifiziert sind", sagte Lehmann. Die Funde helfen den Archäologen auch, das Lager chronologisch einzuordnen. Bisher wird davon ausgegangen, dass die Römer in den Jahren zwischen 10 vor Christus und 10 nach Christus in Wilkenburg gastierten. 

Zu Gast bei der Veranstaltung am Sonnabend im Rathaus war auch die promovierte Archäologin Bettina Temmel. Sie hat bereits zahlreiche Römerlager in Nordrhein-Westfalen untersucht und wies auf eine Ungewöhnlichkeit hin: Bisher wurden in Wilkenburg keine Schuhnägel gefunden. "Bei den Lagern in Nordrhein-Westfalen haben wir Hunderte davon ausgegraben. Die Römer haben diese auf ihren Märschen reihenweise verloren", sagte sie. Dennoch deute alles andere darauf hin, dass es sich in Wilkenburg um ein Römerlager handele, das um das Jahr Null herum errichtet wurde.

Es lässt sich anhand der bisher in Deutschland entdeckten Lager sogar eine mögliche Route konstruieren, die der römische Zug genommen haben könnte. "Meist lässt sich alle 20 Kilometer ein Lager entdecken. Das entspricht einem Tagesmarsch", sagte Temmel. Möglicherweise seien die Römer aus dem Lager in Barkhausen gekommen. Dann müssten zwischen Wilkenburg und Barkhausen noch zwei bis drei weitere Lager zu finden sein, vermutete Temmel. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6wbqq9qa3f419ezwdot
Hemminger wird Schützenkönig in Wettbergen

Fotostrecke Hemmingen: Hemminger wird Schützenkönig in Wettbergen