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Große Vorbehalte gegenüber Schutzstreifen

Hemmingen Große Vorbehalte gegenüber Schutzstreifen

Das letzte Wort über die neue Verkehrsführung in der Berliner Straße ist noch nicht gesprochen. Anwohner haben viele Bedenken, aber auch Anregungen. Eine davon ist ein ganz neues Modell. Die Ratsfraktionen wollen zunächst intern über alles diskutieren.

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Wie die Verkehrsführung in der Berliner Straße künftig geregelt werden soll, ist noch unklar.   Zimmer

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Eigentlich soll alles besser werden. Die Radfahrer sollen einen eigenen Schutzstreifen auf der Fahrbahn der Berliner Straße in Hemmingen-Westerfeld erhalten. Autofahrer könnten sie so besser und schneller erkennen, und auch für Fußgänger soll die Situation in der etwa 1,5 Kilometer langen Straße mit Tempo 30 übersichtlicher sein. Hinzu kommt, dass drei Straßen, die in die Berliner Straße münden, zu Fahrradstraßen werden sollen: der Köllnbrinkweg, der Klewertweg und Im Dorffelde (mit Börie).

Zwei Varianten waren bisher im Gespräch: die eine länger, günstiger und mit dem Wegfall vieler Parkplätze; die andere kürzer, teurer und mit Wegfall von weniger Parkplätzen. Beide Varianten bereiten der CDU jedoch „Bauchschmerzen“, sagte Svanburga von Alten-Rilinger am Donnerstagabend im Fachausschuss. Reinhard Schütze (SPD) gab zu bedenken, dass das Problem „in dieser Komplexität nicht zu regeln“ sei. In wenigen Jahren ändere sich die Situation ohnehin, weil sich die Verkehrsströme wegen der neuen Stadtbahnhaltestelle verändern werden. Für Ulrike Roth (Bündnisgrüne) steht fest: „Der Status quo kann so nicht bleiben.“ Auch wenn die Statistik für 2013 mit vier Unfällen mit Radfahrern eine vergleichsweise geringe Zahl aufweist: Es passiere mehr und nicht jeder Unfall werde gemeldet, sagte Roth.

Eine Stunde lang diskutierte der Ausschuss am Donnerstagabend. Rund 30 Minuten davon nutzten Anwohner und auch Radfahrer auf dieser Strecke dazu, ihre Sorgen zu schildern. Einige wiesen darauf hin, dass das Rückwärtsfahren aus den Garagen - zwölf davon gebe es an der Berliner Straße - schon jetzt schwierig und unübersichtlich sei. Andere kritisierten, dass es ohnehin schon wenig Parkplätze in dem Bereich gibt. Entfallen nun Dutzende, werde sich die Situation verschärfen. Den Vorwurf eines Anwohners, die Stadtverwaltung habe am Grünen Tisch geplant, wies Fachbereichsleiter Axel Schedler zurück. In Bürgerworkshops beispielsweise sei über das Radverkehrswegekonzept gesprochen worden. „Ein Kritikpunkt war gerade die Berliner Straße“, sagte Schedler. Das sieht der Bürgerverein Hemmingen anders. Die Vorsitzende Hannelore Hapke sagte, durch den Schutzstreifen werde die Situation „verschlimmbessert“.

Vielleicht setzt sich letztlich der Vorschlag eines Anwohners in der Sitzung durch. Demnach soll der bestehende gemeinsame Geh- und Radweg, wenn auch nicht auf der gesamten Länge, nur als Radweg in beide Richtungen dienen. An der Südseite, wo eigentlich der Schutzstreifen geplant ist, soll der Gehweg saniert und breiter gemacht werden.

Von Andreas Zimmer

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