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Archäologen finden über 2000 Jahre alte Urnen

Devese Archäologen finden über 2000 Jahre alte Urnen

Schon wieder ein archäologisch interessanter Fund in Hemmingen: Auf dem Gelände der Baustelle für die Ortsumgehung der Bundesstraße 3 bei Devese sind mehrere Urnen und Keramikteile entdeckt worden. Experten schätzen ihr Alter auf 2000 bis 3000 Jahre.

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Auf dem Gelände der Baustelle zur Ortsumgehung der Bundesstraße 3 um Hemmingen sind Urnen aus prähistorischer Zeit entdeckt worden

Quelle: böger

Devese. Die Deveserin Bärbel Dreyer hatte bei ihren Spaziergängen zunächst einen Mann mit einem Metalldetektor beobachtet, einen Tag später habe er mit einer kleinen Handschaufel im Boden gegraben, berichtet sie. Er habe ein Keramikteil in der Hand gehalten und gesagt, das sei eine 3000 Jahre alte Schale.
„Ich habe das für einen Scherz gehalten“, sagt Dreyer.

Doch es stimmt tatsächlich: Wie die Region Hannover als Denkmalschutzbehörde bestätigt, handelt es sich um bei den Funden um Relikte von zehn bis elf Urnenbestattungen aus dem ersten Jahrtausend vor Christus. "Fünf Urnen wurden komplett mit Inhalt gefunden, die übrigen Scherben sind Reste von fünf bis sechs weiteren Urnen", sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Aufgrund des Alters seien die menschlichen Überreste nicht mehr Gegenstand der Pietät: "Die Totenruhe wurde nicht gestört."

Eine Grabungsfirma habe die Funde in der Nähe der neuen B3-Brücke bei Devese geborgen, nun sollen sie ausgewertet werden - unter anderem geht es dabei darum, die Art der Keramik zu bestimmen. Die Geschichte Hemmingens müsse aber nicht umgeschrieben werden, versichert Abelmann: Dass in dem Bereich früher Menschen gesiedelt haben, hätten bereits frühere Funde bestätigt. "In Hemmingen sind den Archäologen eine Reihe von vorgeschichtlichen Fundstellen bekannt" - unter anderem in der Arnumer Landwehr und in Hiddestorf. Mindestens seit der Bronzezeit (2200 bis 800 vor Christus) wurde das heutige Stadtgebiet intensiv genutzt. "Eine Durchführung von Sondagen vor Beginn von Baumaßnahmen empfiehlt sich daher immer."

Gefunden wurden die Urnen im Zuge der Bauarbeiten für die neue B3, die von der Grabungsfirma baubegleitend betreut werden. „Ich finde es hoch interessant, was durch Baumaßnahmen alles ans Licht kommt“, meint Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht. Die Untersuchungen der Denkmalschutzbehörden auf der Baustelle sind inzwischen abgeschlossen. Durch sie verzögerten sich die Bauarbeiten um etwa drei Wochen, aber schon seit mehreren Tagen wird bei Devese wieder gebuddelt.

Entscheidung über Römerlager steht bevor

Unterdessen will die Region in Kürze die planungsrechtliche Einschätzung zum bei Wilkenburg entdeckten Römerlager bekannt geben. "Wir warten noch letzte Äußerungen der Landesbehörde hinsichtlich des Schutzes vor Abbau ab", sagt Regionssprecher Abelmann. Es gehe dabei um die Wertigkeit der Funde für und deren möglichen Erhalt als Bodendenkmal. Das Ergebnis werde in den Planfeststellungsbeschluss einfließen. Der genaue Zeitpunkt der Entscheidung stehe noch nicht fest, er solle aber auf jeden Fall in diesem Jahr erfolgen.

Von Thomas Böger und Johannes Dorndor

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