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Arnulf Rating tritt vor ausverkauftem Haus auf

Hemmingen-Westerfeld Arnulf Rating tritt vor ausverkauftem Haus auf

Ausverkauft meldete das Hemminger Kulturzentrum bauhof am Wochenende. 100 Besucher wollten sich den Auftritt des Kabarettisten Arnulf Rating nicht entgehen lassen. Sie mussten sich schon ein wenig konzentrieren, um zwei Stunden lang keinen der zahlreichen Gags, Kalauer und scharfzüngigen Anmerkungen zur aktuellen Lage in der Welt zu verpassen.

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In seinem Element: Arnulf Rating im bauhof.

Quelle: von Lüderitz

Hemmingen-Westerfeld. In Sekundenschnelle verwandelte Rating sich hinter der Bühne in unterschiedliche Gestalten wie Schwester Hedwig, die mit einer Vielzahl von Tabletten und Pülverchen immer bereit stand, um im Notfall und bei zu hohem Blutdruck helfend eingreifen zu können. Finanzkrise, Griechenland, Abgasskandal, NSU und NSA sowie die Flüchtlingssituation boten so viel Gesprächsstoff, dass der Kabarettist kaum Zeit zum Luftholen hatte. Rating riet, dreimal Googeln pro Tag würde helfen herauszufinden, wer denn nun die Guten und die Bösen sind: Semiten oder Schiiten, Syrer, Türken oder die PKK?

Auch die Politiker bekamen ihr Fett weg: Profalla, Gabriel („Sollten das nicht mal zwei werden?“), Seehofer, Dobrinth und Kauder. „Was“, fragte Rating aufgebracht und mit rollenden Augen, „soll aus einem Land werden, dessen Innenminister de Misere heißt?“ Selbst einige deutsche Bundesländer könnte man ja ruhigen Gewissens nicht als sichere Drittstaaten einstufen.

Höhepunkt des Auftritts war Ratings gefürchteter Aktenkoffer mit einem Stapel Bild-Zeitungen. Allein die Schlagzeilen boten einen umfassenden Rückblick auf das vergangene Jahr mit all seinen Höhen, vor allem aber Tiefen. Der Kabarettist, der schon seit 1977 auf der Bühne steht, hat schon zweimal den Deutschen Kleinkunstpreis und einmal den begehrten Deutschen Kabarettpreis gewonnen. Alle völlig zu Recht, wie das prächtig unterhaltene Publikum durch lang anhaltenden Beifall bestätigte. Auch wenn es als Zugabe („Jetzt ist aber wirklich alles gesagt“) nur eine Handvoll Kamellen gab.

Von Achim von Lüderitz

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