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Familienwegweiser im Internet soll 2016 komplett sein

Hemmingen Familienwegweiser im Internet soll 2016 komplett sein

Prävention statt Intervention: Das Projekt "Frühe Hilfen - Frühe Chancen" in Hemmingen, ein Frühförderprogramm für Kinder, entwickelt sich gut. Hemmingen ist weiter Vorreiter im Leinetal. 2016 soll es aber Änderungen geben.

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Stelltafeln im Rathaussaal. Zimmer

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Anfangs war sie skeptisch. Daran lässt Walburga Gerwing, Fachbereichsleiterin in der Hemminger Stadtverwaltung, keinen Zweifel. Und noch ein Programm, dachte sie, dabei gibt es bereits genug Arbeit. Doch von der Idee war sie schon überzeugt. Daher sollte die Stadt mit der Region Hannover zumindest einen Versuch starten – als erste der Kommunen im Umland der Landeshauptstadt. Das ist jetzt mehr als zwei Jahre her. Was wurde aus dem Programm „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ in Hemmingen?

Eine große Sache, was nicht nur die Zahl von etwa 60 Teilnehmern beim jüngsten, von Elke Stratmann aus Hannover moderierten Fachtag im Rathaus zeigte. Erzieherinnen waren ebenso dabei wie die Logopädin und der Tagesvater. „Das Programm ist eine große Erleichterung und Entlastung für die Eltern“, sagt Gerwing. Und das wirke sich auf die Kinder aus. Sie sollen gesund aufwachsen und bestmöglich gefördert werden.

Das Programm setzt nicht erst nach der Geburt ein, sondern schon vor der Schwangerschaft. Abenteuer Elternsein: Viele wissen gar nicht, was bei einer Familiengründung alles auf sie zukommt. Ziel ist deshalb, dass alle Familien in Hemmingen an die Informationen kommen, die sie brauchen. Perfekt wird es, wenn es auch die passenden Angebote dazu vor Ort gibt. Fachkräfte sollen davon wissen und weitervermitteln. Letztlich profitiert die ganze Stadt davon. Sozialdezernent Erwin Jordan, einer der Redner bei dem Fachtag, erklärt, es sei sinnvoller in frühe Hilfen zu investieren als später Hilfe leisten zu müssen. Gerwing nennt ein Beispiel: Kinder ohne Schulabschluss und ohne Perspektive.

Eine der Informationsquellen soll das Familieninformationssystem (FIS) im Internet sein. „Der Aufwand es zu füllen, ist groß“, sagt Gerwing, „aber wenn es 2016 fertig ist, ist es eine große Erleichterung.“ Bürgermeister Claus Schacht berichtet, dass eine Immobilienfirma mit dem Familienparadies Hemmingen werbe. Paradiesisch mutete beim Fachtag auch der Baum der Frühen Hilfen an, der aus Pappe auf eine Stelltafel geklebt wurde. Jede Frucht stand für ein Angebot in Hemmingen. Der Baum trägt schon viele Früchte.

Walburga Gerwing kündigt an, dass es im November ein Abschlusstreffen geben wird. Danach werde in Lenkungsgruppen von fünf bis acht Mitgliedern weitergearbeitet. Dazu gehören Vertreter unter anderem von Stadtverwaltung, Region, Kindergarten, Kirche und Hebammen. Zwei Treffen im Jahr sind geplant. Holger Nieberg, Leiter des Projektes „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ bei der Region, erklärt: „Wir sind nicht zu Ende, sondern noch mitten im Prozess, aber die Arbeitsform verändert sich.“ Der Anlass sei, dass die Runden des Hemminger Netzwerkes Kinderchancen, so der offizielle Name, zu groß geworden sind, um effektiv zu arbeiten. In den Lenkungsgruppen werden künftig die Fachthemen vorbereitet, über die das Netzwerk Kinderchancen dann zum Beispiel an Fachtagen diskutiert.

Der jüngste Fachtag war das mittlerweile 14. Treffen zum Leitgedanken „Prävention vor Intervention“. Regionsweit machen inzwischen elf Kommunen mit. Im Leinetal aber ist Hemmingen weiterhin Vorreiter. Im Jahresbericht der Region heißt es: „Das Hemminger Netzwerk hat viel und äußerst engagierte Pioniersarbeit auch für andere Netzwerke geleistet. So wurde dort beispielsweise ein Elternfragebogen entwickelt und in der Praxis erprobt, der nun in der ganzen Region Hannover zum Einsatz kommt.“

Dass alle Mitstreiter mit Freude bei der Sache sind, zeigt der Aufkleber „Konstruktiver Frohsinn“ am Baum der Frühen Hilfen. Gerwing erklärt, was es damit auf sich hat. Es habe sich bewährt, die Treffen mit einem Abendessen zu verbinden. Die anfängliche Skepsis sei schon lange gewichen. „Wir sind richtig gut zusammengewachsen.“

Das Familieninformationssystem

Auf dem Online-Portal FIS sind Angebote rund um die Themen Familie, Schwangerschaft, Erziehung und gesundes Aufwachsen gebündelt. Die Abkürzung steht für Fach- und Familieninformationssystem Frühe Hilfen. Wer auf www.fruehe-hilfen-niedersachsen.de als Suchwort „Hemmingen“ eingibt, erhält bislang zum Beispiel Auskünfte zu freiberuflichen Hebammen, aber auch zum Musikgarten Babys der Musikschule Hemmingen. Jungen und Mädchen bis zum Alter von 18 Monaten treffen sich wöchentlich zur musikalischen Frühförderung. Es wird aber auch auf überörtliche Angebote hingewiesen wie in Laatzen, darunter die Schwangerenberatung und der Umsonstladen für Babyerstausstattung vom Diakonieverband Hannover-Land.

Von Andreas Zimmer

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