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Deich muss neu geplant werden

Hemmingen Deich muss neu geplant werden

Nicht alles auf Anfang, aber vieles anders: Für den Hochwasserschutz liegen neue Daten vor. Änderungen ergeben sich vor allem in Teilen von Wilkenburg sowie im Randbereich von Arnum – und im Zeitplan. Er verzögert sich voraussichtlich um ein Jahr.

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Das Archivfoto zeigt Hochwasser in Wilkenburg.

Quelle: Bernhard Herrmann (Archiv)

Hemmingen. Die Kernfrage lautet: Wie hoch könnte an welcher Stelle das Wasser dringen und was ist dann dort der beste Schutz? „Es gibt im Fall eines sogenannten HQ 100, eines hundertjährigen Hochwasserereignisses, in einigen Bereichen geringere Wasserstände als bisher angenommen“, erläuterte Bürgermeister Claus Schacht die neue Situation. „Andere Bereiche sind stärker betroffen, darunter auch bebaute Gebiete in Wilkenburg und im Randbereich von Arnum.“ Dabei handele es sich um einen Teil des Campingplatzes. Arnum spielte wegen der geographischen Lage bisher beim Hochwasserschutz keine wesentliche Rolle.

Schacht sagte, er wolle den politischen Gremien vorschlagen, die Planungen auf der Basis der neuen Berechnungen, darunter Vermessungsdaten und Fließeigenschaften der Leine, fortzusetzen. Diese hatte der von der Stadt beauftragte Fachplaner dem Arbeitskreis Hochwasserschutz am Dienstagnachmittag in einer nicht öffentlichen Sitzung in Hemmingen vorgestellt. Zu dem Arbeitskreis gehören interessierte Bürger. Ratsmitglieder waren am Dienstag auch dabei, der Verwaltungsausschuss war aber bereits vorab informiert. Schacht zufolge haben Arbeitskreis und Politiker die neue Situation zur Kenntnis genommen.

Der Verwaltungschef kündigte an, als Nächstes sollen, um die bereits vorliegende Machbarkeitsstudie zu ergänzen, die Varianten unter anderem für einen Deich überprüft und möglicherweise neu bewertet werden. „Die Beratungen dazu sollen im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden.“ Dann tage auch der städtische Fachausschuss – „mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung“, wie der Bürgermeister betonte.

Wie bewertet die Bürgerinitiative für Hochwasserschutz in Hemmingen die neue Situation? Es sei bedauerlich, dass sich das Verfahren nun um etwa ein Jahr verzögern werde, sagte ihr Sprecher Ernst Thießen im Gespräch mit dieser Zeitung. Welche Variante die Stadt letztlich befürwortet, sei gar nicht so entscheidend. „Unser Anliegen ist, dass das Verfahren zügig abläuft.“ Thießen sagte, es sei aber jetzt nicht damit getan, einen längeren Deich um Wilkenburg zu ziehen. Ein Problem seien beispielsweise die Retentionsflächen, also Gelände, auf denen sich das Wasser ausbreiten kann.

Weiteres fassen die Leine-Nachrichten in Fragen und Antworten zusammen:

Was muss jetzt konkret in Wilkenburg gemacht werden?

Das ist noch unklar. Nicht auszuschließen ist zum Beispiel den bestehenden Deich zu erhöhen.

Sind die neuen Berechnungen in Hemmingen gemacht worden?

Nein, sondern für die Überschwemmungsgebiete in Koldingen und Nordstemmen. Im Jahr 2013 gab es dort einen hohen Pegelstand. Die Ergebnisse wirken sich aber auf den Hochwasserschutz in Hemmingen aus. „Für den Bereich Nordstemmen bis Koldingen wird das behördeninterne Verfahren zur Benehmensherstellung voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen“, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz auf Anfrage dieser Zeitung mit. Der NLWKN hatte die neuen Erkenntnisse, darunter Fließeigenschaften der Leine, der Stadt und dem von ihr beauftragten Ingenieurbüro zur Verfügung gestellt.

Warum gibt es überhaupt neue Berechnungen?

Die Behörden verweisen auf einen fortlaufenden Prozess. Die Daten würden immer weitergeschrieben.

Ist zu befürchten, dass es in ein oder zwei Jahren wieder neue Daten gibt und die Planungen erneut verändert werden müssen?

Sowohl die Bürgerinitiative als auch Bürgermeister Claus Schacht fordern, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Schnitt gemacht werden muss, um das Verfahren nicht endlos zu machen.

Gibt es eine neue Karte, aus der sich ersehen lässt, welches Grundstück im hochwassergefährdeten Gebiet liegt?

Ja, aber Bürgermeister Schacht zufolge ist sie nur grob. Einen schärferen Fokus erhofft sich die Stadt, wenn Hemmingen überflogen wird, um gewissermaßen die Landschaft zu scannen. Daraus gehen zum Beispiel Erhebungen wie Hügel hervor.

Wann wird der Deich gebaut?

Das steht noch nicht fest. Allein das Planfeststellungsverfahren könnte laut Schacht bis zu fünf Jahre dauern. Bei den Kosten von rund 10 Millionen Euro hofft die Stadt auf eine bis zu 70-prozentige Förderung durchs Land.

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