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Hochwasserschutz: Neue Pläne bis zum Herbst

Hemmingen Hochwasserschutz: Neue Pläne bis zum Herbst

Wie soll der Deich oder die Mauer aussehen, die Wilkenburg und den Randbereich von Arnum vor Hochwasser schützen soll? „Die neuen Erkenntnisse dazu sollen jetzt in den Verlauf einfließen“, sagt Bürgermeister Claus Schacht. Das werde ein Planungsbüro erledigen.

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Dieses Schild steht dauerhaft an der Seite der Straße von Wülfel nach Wilkenburg und wird bei Bedarf als Absperrung benutzt.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Den Auftrag dafür habe der Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung vergeben. Eine Machbarkeitsstudie gibt es bereits. Wann die aktualisierten Planungen beendet werden, sei unklar. „Das wird im Laufe des Sommers oder Herbstes sein“, erläutert Schacht. Neu zu bewerten seien auch die Retentionsflächen, also Gelände, auf denen sich das Wasser ausbreiten kann.

Über die neuen Planungen werde zunächst nicht öffentlich der Arbeitskreis Hochwasserschutz informiert, zu dem Kommunalpolitiker und interessierte Bürger gehören. Der städtische Fachausschuss tage dann öffentlich. Für den Planungsauftrag stehen 43.000 Euro im Haushalt.

Zu den neuen Erkenntnissen zählen zum Beispiel Vermessungsdaten und veränderte Fließeigenschaften der Leine. Die Kernfrage lautet: Wie hoch könnte an welcher Stelle das Wasser dringen und was ist dann dort der beste Schutz? Bislang war beim Hochwasserschutz die Strecke von der B 3 in Hemmingen-Westerfeld entlang des Klewertweges zum Alten Dorf und weiter bis südlich nach Wilkenburg zu berücksichtigen. Im Fall eines sogenannten HQ 100, also eines hundertjährigen Hochwasserereignisses, sind die Wasserstände in einigen Bereichen jetzt aber niedriger als bisher angenommen und in anderen höher, darunter auch bebaute Gebiete in Wilkenburg und in einem Teil des Campingplatzes Arnum. Der größte Hemminger Stadtteil spielte wegen der geographischen Lage bisher beim Hochwasserschutz keine wesentliche Rolle.

Die Bürgerinitiative für Hochwasserschutz in Hemmingen hat ihre Meinung bekräftigt, dass es für sie nicht entscheidend sei, welche Variante die Stadt befürwortet, sondern dass das Verfahren zügig abläuft. Sprecher Ernst Thießen sagte am Freitag gegenüber dieser Zeitung, er schließe es nicht aus, dass es noch bis zu zehn Jahre dauern könne, bis ein Deich oder eine Schutzmauer gebaut werden. Schon das Planfeststellungsverfahren benötige seine Zeit. Es könnte Klagen gegen den Beschluss geben und Gerichtsverfahren folgen.

Alles hänge auch von den Kosten ab. Bei der Ausgabe von rund 10 Millionen Euro hofft die Stadt auf eine bis zu 70-prozentige Förderung durchs Land. Nicht zuletzt spiele auch die Frage der Unterhaltung eine wichtige Rolle, zum Beispiel ob ein Deichverband gegründet wird. „Es ist ein komplexes Thema“, sagte Thießen. „Aber wir müssen uns auf die Fachleute verlassen, und die Stadt braucht eine Planung, damit sie handlungsfähig ist.“

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