Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kommuniziert wird mit Händen und Füßen

Hemmingen Kommuniziert wird mit Händen und Füßen

Treffpunkt der Kulturen in Hemmingen: 28 Kinder aus acht Ländern verbringen diese Woche in einem von der Jugendpflege der Stadt organisiertem Projekt. Jugendpfleger René Döpke lobt die Offenheit der Kinder, die trotz kultureller und religiöser Unterschiede begeistert zusammen spielen.

Voriger Artikel
Stadtradeln: Verwaltung zieht positives Fazit
Nächster Artikel
Erste Kunstausstellung im Pflegeheim

Die Essensausgabe vereint: Kinder aus verschiedenen Kulturen speisen gemeinsam im Jugend-Kultur-Haus.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. "Die Kommunikation funktioniert. Zur Not nutzen wir Hände und Füße", sagt Döpke. Nicht alle der 28 Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren aus Afghanistan, Deutschland, Libanon, Iran, Irak, Italien, Pakistan und Syrien sprechen Deutsch. Doch sie bekommen Hilfe von anderen Kindern. Die 13-jährige Jara aus Syrien lebt seit zwei Jahren in Deutschland und spricht die Sprache bereits sehr gut. Sie engagiert sich schon länger bei der Jugendpflege Hemmingen. "Ich arbeite gerne mit Kindern und helfe auch beim Übersetzen. Diese Woche ist eine ganz tolle Aktion", sagt sie.

Auch der ebenfalls 13-jährige Saeed aus Afghanistan hilft seinen Landsleuten. Er lebt seit sieben Monaten in Deutschland. "Das macht hier richtig Spaß", sagt er. Der Jugendpfleger lobt, dass auch die deutschen Kinder sich bemühen, den Schutzsuchenden ihre Sprache beizubringen. "Sie brechen dann ihre eigene Sprache runter und nutzen einfache Wörter", sagt Döpke. Religiöse Unterschiede spielten für die Kinder ebenfalls keine Rolle. "Wir haben aus Syrien zum Beispiel Muslime wie auch Jesiden hier. Die spielen wie alle anderen auch zusammen", sagt der Jugendpfleger.

Döpke leitet den Kurs gemeinsam mit seinem Kollegen Daniel Kossmann. Unterstützt werden sie von Dominik Bellmann, der gerade sein freiwilliges soziales Jahr bei der Stadt macht, und Jugendlichen aus Hemmingen, die die Jugendleiter-Card besitzen. 

Die ersten drei Tage haben die Kinder mit Aktionen im Jugend-Kultur-Haus, auf dem naheliegenden Bauspielplatz oder im Büntebad verbracht. Gegessen wird immer gemeinsam. "Mittags gibt es neben vegetarischen Gerichten immer Geflügel. Viele der Teilnehmer essen kein Schwein", sagt Döpke. Zwei Kinder nehmen auch am Ramadan teil und verzichten tagsüber komplett auf das Essen.

Den heutigen Tag verbringt die Gruppe auf dem Kampfelder Hof in Hiddestorf. Zum Abschluss der sogenannten Culture-Clash-Woche fahren morgen alle in den Familienpark nach Sotrum. Döpke ist ebenso begeistert wie die Kinder. "Diese Woche ist ein gelungener Beitrag für Integration", sagt er. Döpke kann sich auch vorstellen, das Projekt noch einmal zu wiederholen, obwohl es mit viel Aufwand verbunden ist. "Die Integration gehört aus meiner Sicht zu den Aufgaben einer Jugendpflege", sagt er.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Hemmingen
doc6slnq62pps81faop4l5g
Kaninchen suchen ein neues Zuhause

Fotostrecke Hemmingen: Kaninchen suchen ein neues Zuhause