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Was denn nun: Kulturgut oder Kiesabbau?

Hemmingen-Westerfeld/Wilkenburg Was denn nun: Kulturgut oder Kiesabbau?

Besucher des Symposiums zum Wilkenburger Römerlager am Sonnabend in Hemmingen-Westerfeld haben die Haltung von Land und Region zu der mutmaßlich historischen Stätte kritisiert. Dass sie sich zu dem rund 2000 Jahre alten Lager in Schweigen hüllen, können die Teilnehmer nicht nachvollziehen.

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Der Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf erklärt den Besuchern bei einer Führung am Standort des Römerlagers den Aufbau des historischen Militärpostens zwischen Wilkenburg und Arnum. 

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Hemmingen-Westerfeld/Wilkenburg. Kiesabbau oder Kulturgut? Bislang habe die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde der Region Hannover keine Stellungnahme abgegeben. Auch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, das über der Region und dem Landesamt für Denkmalpflege (NLD) steht, äußere sich nicht, obwohl die zuständigen Vertreter zu mehreren Veranstaltungen eingeladen worden seien, hieß es beim Symposium mit rund 90 Besuchern im Hemminger Rathaus. Nach Ansicht der Wissenschaftler vom Archäologischen Arbeitskreis Niedersachsen (ArchANG) und des NLD ist es unumstritten, dass es sich bei dem Truppenlager ein bedeutendes historischen Kulturgut handelt.

"Es kann nicht sein, dass sich von oben niemand zu Wort meldet", sagte ein Teilnehmer. Ein anderer ergänzte: "Die Behörden sind uns Steuerzahlern gegenüber zu einer Einschätzung verpflichtet. Wenn es sich hier um eine bedeutende historische Stätte handelt, muss sie auch geschützt werden." Einige Teilnehmer des Symposiums äußerten die Vermutung, dass die Behörden dem auf dem Gebiet der Ausgrabungsstätte geplanten Kiesabbau den Vorzug geben wollen. "Warum sonst stellen sie sich nicht der Diskussion?", hieß es.

Zuvor hatten bereits der Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf vom NLD und Robert Lehmann von ArchANG die mangelnde Kooperationsbereitschaft  kritisiert. Sie sagten, sie seien sicher, dass die Fundstelle von großer historischer Bedeutsamkeit ist. Dies hätten auch andere Experten der Archäologie bestätigt. Bei einem Kiesabbau hingegen würde die Stätte zerstört.

Am Vormittag hatte Horst Callies vom Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover bei einem Vortrag über das Vordringen der Römer nach Germanien berichtet. Dabei stellte er anhand historischer Quellen auch den Zusammenhang mit der Politik der römischen Kaiser Tiberius und Augustus dar. Friedrich-Wilhelm Wulf erklärte den Besuchern anschließend, wie die Archäologen vor mehr als 20 Jahren zunächst durch die Auswertung von Luftaufnahmen auf die historische Stätte aufmerksam geworden sind. Ausgrabungen hätten später bestätigt, dass sich zwischen Wilkenburg und Arnum das nördlichste bislang entdeckte römische Truppenlager befand. Die Archäologen vermuten, dass dort um Christi Geburt rund 20.000 Soldaten auf einer Fläche von rund 30 Hektar gelagert haben.

Karola Hagemann von der Römer-AG Leine (RAGL) zeigte sich über den Verlauf des Symposiums sehr zufrieden. "Wir hatten eine gute Resonanz, das zeigt auch die Diskussion", sagte sie zum Abschluss der Veranstaltung. 

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Von Daniel Junker

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