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Betreuung für Erstklässler soll flexibel sein

Hemmingen Betreuung für Erstklässler soll flexibel sein

In Hemmingen fehlen Hortplätze, um alle Grundschüler auch am Nachmittag betreuen zu können. Abhilfe soll die Stiftung Verein HELP schaffen, die am Mittwochabend im Bildungsausschuss ein Modell für eine Ganztagsbetreuung an den Grundschulen in Arnum, Hemmingen-Westerfeld und Hiddestorf vorgestellt hat.

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In Hemmingen soll die Ganztagsbetreuung als Testphase eingeführt werden (das Symbolbild zeigt einen Hort in Hannover).

Quelle: Katrin Kutter

Hemmingen. Bei dem Modell handele es sich um eine Ganztagsbetreuung ausschließlich für Erstklässler, wie Michael Leonhard, der ehemalige Schulleiter der der Gebrüder-Körting-Schule in Badenstedt, betonte. Der Rektor im Ruhestand hat das Betreuungsmodell federführend mitentwickelt, das nun das Angebot an Hortplätzen in Hemmingen ergänzen soll.

Eltern geben Richtung vor

Um so gut wie möglich die Bedürfnisse der Eltern abzudecken, sei im Februar ein Fragebogen verteilt worden. Nun konnten die Ergebnisse ausgewertet werden: 90 Prozent aller Antworten beinhalteten, dass die Kinder während der Betreuung eine Mahlzeit bekommen sollen. Damit sei die Essensversorgung den Eltern das wichtigste Anliegen gewesen, erklärte Leonhard. Weiterhin gaben 85 Prozent an, an allen fünf Schultagen eine Betreuung zu benötigen. Angebote in den Schulferien wünschen sich 70 Prozent. Zwei Drittel gaben an, ihre Kinder zu flexiblen Zeiten abholen zu wollen. Insgesamt gaben etwa 77 Prozent der Eltern an, die Betreuung des Vereins nutzen zu wollen.

Das Betreuungsangebot umfasst daher folgende Punkte: Jeder Erstklässler soll Teil einer fixen Gruppe sein, die bis zu 20 Jungen und Mädchen umfassen kann und immer im selben Raum im Schulgebäude zusammenkommen soll. Bei Bedarf, etwa einen Sport- oder Kunstangebot, könne der Raum auch gewechselt werden. Ein professionell ausgebildeter Mitarbeiter des Vereins übernehme dann ab 12 Uhr die Betreuung der Schulkinder von dem jeweiligen Lehrer. Bis spätestens 16.30 Uhr sollen die Kinder an ihren Hausaufgaben arbeiten oder sich selbst überlegen, was sie tun wollen. Auch Arbeitsgemeinschaften von einem externen Anbieter soll es geben.

Modell erntet Zustimmung

Das Mittagessen ist mit 58 Euro im Monat kostenpflichtig, aber freiwillig. In den Ferien werden hierfür 15 Euro in der Woche fällig, 3 Euro kostet ein Essen für Gäste. Eltern können ihre Kinder für ein halbes Jahr anmelden, im Januar wird dann erneut abgefragt. Das Angebot ist zwischen einem und fünf Tagen in der Woche buchbar und soll sich von den Preisen der Horte nicht unterscheiden. In Arnum sollen für 47 Lernanfänger drei Gruppen eingerichtet werden, in Hemmingen kommen auf 30 Schüler zwei Gruppen und die 14 Schüler in Hiddestorf werden in einer Gruppe zusammengefasst.

Das Modell erntete in allen vier Fraktionen des Ausschusses Zustimmung. "Ich bin begeistert, weil nach etwa 11 Jahren diese notwendige bildungspolitische Entscheidung getroffen wurde", sagte Gerhard Ney (SPD). Volle Unterstützung komme auch vom Stadtelternrat, sagte dessen Vorsitzender Thorsten Langner. "Wir sehen allerdings für die einzelnen Schulen Gesprächsbedarf, was die Details betrifft." Für das Essen etwa müssten geeignete Räume vorhanden sein, das ließe sich schließlich nicht einfach im Werkraum machen. Elisabeth Seiler, die die Grünen als beratendes Mitglied in den Ausschuss benannt haben, merkte an, man solle sich rechtzeitig Gedanken über die kommenden Schuljahre machen. "Das nächste Jahr ist immer so schnell da."

Das ist der Verein HELP

Der Name HELP steht für "Human Environment Life Protection", auf Deutsch "Sicherung von menschlichen Lebensräumen". Der Verein wurde 2005 in Nordrhein-Westfalen gegründet und ist 2011 in eine Stiftung umgewandelt worden. 2012 wurde der Sitz nach Hannover-Bothfeld verlegt. Die Stiftung will dort helfen, wo sozial benachteiligte oder unter sonstigen widrigen Bedingungen aufwachsende Kinder und Jugendliche auf Hilfe angewiesen sind, um ihren Weg in der Gesellschaft finden zu können. 129 Mitarbeiter und 20 geringfügig Beschäftigte zählen nach Angaben des Ersten Vorsitzenden Otto Wegmann zum Team. Die Stiftung sei bereits an acht Ganztagsschulen in der Region Hannover aktiv.

Von Nils Oehlschläger

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