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Windräder: Belästigung oder Zukunftssicherung?

Hiddestorf Windräder: Belästigung oder Zukunftssicherung?

Rund 50 Gäste haben am Montagabend mit Bündnisgrünen über die mehr als 20 geplanten Windräder im Vorranggebiet im Dreieick Hiddestorf, Pattensen und Springe diskutiert. Viele Teilnehmer kritisierten die geplante Höhe von 200 Metern, andere hoben den Gewinn für die Umwelt und die Ästhetik hervor.

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Rund 50 Gäste informieren sich in der Grundschule Hiddestorf über den Bau von Windrädern.

Quelle: Tobias Lehmann

Hiddestorf. "Müssen wir von Hannover aus die ganze Welt retten?", fragte Hajo Bieger in der Reihe Stadtgespräch der Grünen in der Hiddestorfer Schule. Er gehört zu den Anwohnern, die in der vorgeschriebenen Entfernung von 800 Meter von den neun bereits bestehenden Anlagen wohnen. Diese sind nur 100 Meter hoch. Die neuen Anlagen sollen 200 Meter hoch sein und ebenfalls nur ab einer Entfernung von 800 Metern von den Wohnanlagen gebaut werden.

Eine Besucherin erläuterte, dass nach aktuellen Statistiken des Bundesverbandes Windenergie knapp 6000 Windenergieanlagen in Niedersachsen stehen - so viel wie in keinem anderen Bundesland. Mit knapp 9000 Megawatt werde die größte Windenergieleistung in Niedersachsen produziert. Insgesamt produzieren die nördlichen Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 42 Prozent der Leistung der gesamten Bundesrepublik sowie die südlichen Bundesländer Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Würtemberg und Saarland 14 Prozent.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Regionsfraktion, Ulrich Schmersow, sagte, dass es aus seiner Sicht nicht richtig sei auf Andere zu verweisen. Die Bundesregierung hat 2010 das Klimaschutzziel verabschiedet, bis zum Jahr 2050 die Treibhausgas-Emissionen bis zu 95 Prozent zu senken. "Wenn wir das erreichen wollen, müssen wir auch etwas dafür tun."

Regina Asendorf, Landtagsabgeordnete der Bündnisgrünen, sagte, dass zu ihren Wahlkreisen der Landkreis Friesland gehört. Dort steige aufgrund der Klimaveränderung der Wasserspiegel Windkraftanlagen seien klimaneutral. "Ich bitte Sie, auch mal an die Küstenbewohner zu denken."

Ein Einwohner aus Harkenbleck mahnte, dass das Umdenken im Kopf beginne. "Wenn ich von meinem Fenster aus jeden Abend das Blinken der Windräder sehe, freue ich mich über ein Stück Zukunftssicherung für unsere Kinder. Zudem können Windkraftanlagen auch ästhetisch sein."

Schmersow erläuterte, dass das rund 400 Hektar große Vorranggebiet südlich von Hiddestorf bereits von der Regionsversammlung beschlossen sei. Allerdings werden jetzt Genehmigungsverfahren beginnen, die das Projekt noch zu Fall bringen könnten. Eine Genehmigung werde es frühestens 2017 geben. Vergütungen, die dieses Jahr noch über das Erneuerbare-Energien-Gesetz möglich sind, werde es in keinem Fall mehr geben. "Der Vorwurf, dass hier noch schnell etwas beschlossen werden soll, gilt also nicht."

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