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Bürger informieren sich über Hochwasserschutz

Hemmingen Bürger informieren sich über Hochwasserschutz

Rund 30 Frauen und Männer sind am Sonnabend die Strecke des geplanten Deichs in Hemmingen-Westerfeld abgegangen. Sie haben sich dabei über den Hochwasserschutz für die Wohngebiete informiert. Viele Fragen rankten sich um den Erhalt der Kleingärten.

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Gespräche am geplanten Deich: Bei der Begehung erklärt Ingenieur Andreas Werner den Hemmingern, wie und wo der Hochwasserschutz verlaufen soll.   Junker

Quelle: Daniel Junker

Hemmingen. Wie soll der geplante Hochwasserschutz für Hemmingen aussehen? Antworten auf diese Frage gab es am Sonnabend während einer Ortsbegehung. Der Heimatbund und der Bürgerverein Hemmingen sowie der Arbeitskreis Hochwasserschutz hatten ihre Mitglieder eingeladen. Weil es keine öffentliche Ankündigung gab, blieb die Gruppe vergleichsweise klein.

"Die Vorplanung ist jetzt abgeschlossen", sagte Ingenieur Andreas Werner vom Ingenieurbüro BPR. Favorit sei  eine Variante mit einer Kombination aus Deich- und Mauerelementen. Nach dem derzeitigen Stand würde zunächst eine Mauer von der Bundestraße 3 entlang des Klewertwegs verlaufen.

Die dortigen Kleingärten wären in den Hochwasserschutz aber nicht mit einbezogen und würden bei einem Jahrhunderthochwasser (HQ100) überflutet. Die Gärten einzubeziehen wäre nicht genehmigungsfähig. "Man darf einen Deich nicht so bauen, wie man das gerne möchte", sagte Werner. Es müssten genügend sogenannter Retentionsflächen erhalten bleiben. Das sind Flächen, auf denen sich das verdrängte Hochwasser ausbreiten kann. "Das Wasser ist ja nicht weg, es läuft nur woanders hin", sagte Werner. "Man schützt sich sozusagen auf Kosten Anderer." Würden weitere Bereiche in das Schutzgebiet einbezogen, könnte das Hochwasser andere Gebiete überfluten, zum Beispiel in Döhren oder Laatzen.

Grundsätzlich sei das Bauwerk als Kombination aus Wänden, Deichen und beweglichen Elementen geplant. "Ein Deich in der freien Natur ist nicht besonders störend, er benötigt aber Platz", sagte Werner. Wo nur wenig Platz zur Verfügung steht, müssten Wände eingesetzt werden. An den offen bleibenden Durchfahrten und Wegen würden im Notfall Spundwände eingesetzt, die bei der Stadt gelagert werden. "Sie müssen allerdings instand gehalten werden, das verursacht Kosten", gab Bürgermeister Claus Schacht zu bedenken. Zudem müssten regelmäßige Probealarme geplant werden.

Nach der derzeitigen Vorzugsvariante würde entlang des Klewertweges eine Mauer entstehen, die von einem Meter nahe der Bundesstraße 3 bis auf 2,5 Meter in Höhe des Weidenkamps ansteigt. Für den Bau eines Deiches, der breiter als eine Mauer ist, müssten die Kleingärten weichen.

Nach derzeitiger Planung geht die Mauer dort in einen Deich über, der über die Wiesen parallel zur Berliner Straße verläuft und den Sendemast gerade noch miteinschließt. An der Höhen Bünde wechselt der Deich wiederum in eine Mauer, hinter der KGS würde wiederum ein Deich beginnen, der sich hinter dem alten Dorf parallel zum Seniebach bis nach Wilkenburg fortsetzt.

In den vergangenen Jahren habe Ingenieurbüros hydraulische Berechnungen angestellt und die betreffenden Bereiche kartiert. Dabei sei neben dem Hochwasserschutz auch die Zerschneidung der Landschaft berücksichtigt worden. "Jedes Tier kann über einen Deich laufen, bei einer Mauer geht das nicht", sagte Werner. Dies sei in den Planungen entsprechend berücksichtigt worden.

Die Kosten für den Hochwasserschutz schätzt die Stadt auf rund 10 Millionen Euro. "Das kann Hemmingen allein aber nicht wuppen", sagte Schacht. Der Rat will den Plänen deshalb nur zustimmen, wenn das Land Niedersachsen 70 Prozent der Kosten übernimmt.

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Von Daniel Junker

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