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Protest gegen Kiesabbau

Hemmingen Protest gegen Kiesabbau

Mehr als 60 Zuhörer haben am Donnerstagabend die Sitzung des Hemminger Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt im Ratssaal verfolgt. Die meisten Zuhörer kamen, weil sie den geplanten Kiesabbau in Wilkenburg ablehnen. Damit stehen sie auf einer Seite mit Stadtverwaltung und den Kommunalpolitikern.

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Die vielen Zuhörer im Ratssaal sitzen sogar in zweiter Reihe, so groß ist das Interesse an dem Thema.   Zimmer

Wilkenburg/Arnum/Harkenbleck. Die Zuhörer aus Wilkenburg brachten viele Argumente vor, um die die Stadt - so forderte es der Ausschuss - ihre Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren der Region Hannover ergänzen soll. Eine davon ist das fehlende Staubgutachten. Die Stadt kritisiert unter anderem die Fahrstrecke der Lastwagen, die den Kies abtransportieren. Der Rat wird die Stellungnahme am 15. Oktober beschließen.

Fachbereichsleiter Axel Schedler kündigte an, dass die Stadt, sollte die Plangenehmigung erteilt werden, diese „mit juristischer Unterstützung prüfen“ und gegebenenfalls dagegen klagen werde. Schedler versicherte: „Ich weiß, dass manche glauben, dass wir uns nicht genug eingesetzt haben, aber dem ist nicht so.“ Die Nachteile des Kiesabbaus für die Stadt überwiegen. Ulrike Roth (Bündnisgrüne) formulierte es drastischer: "Kein Mensch in Hemmingen wird durch den Kiesabbau glücklich außer der Eigentümer der Flächen.“ Die Flächen sind in Privatbesitz. Die Grünen fordern unter anderem, das Schallgutachten von Experten unter die Lupe nehmen zu lassen.

Eine Bewohnerin befürchtete, weil Wilkenburg bald nahezu von Gewässern umzingelt sei, käme sie sich vor „wie auf einer Hallig“. Schedler erläuterte, dass die Firma Holcim auch vor hatte im südlichen Teil des Dreiecks zwischen Wilkenburg, Harkenbleck und Arnum Kies abzubauen. Dafür habe es aber keine Genehmigung gegeben.

Die Diskussion im Ausschuss um den Kiesabbau dauerte fast anderthalb Stunden. Allein für rund 40 Minuten wurde die Sitzung unterbrochen, um den besorgten Zuhörern Gelegenheit für Fragen zu geben. Die Leine-Nachrichten fassen diese Fragen und die Antworten der Stadtverwaltung zusammen:

Bis wann können Privatleute noch ihre persönlichen Anregungen vorbringen?

Sie haben nur noch bis Freitag, 2. Oktober, Zeit. Schriftliche Einwendungen sind an die Region Hannover zu richten, sie können aber in der Hemminger Stadtverwaltung abgegeben werden. Diese leitet sie dann weiter. Jede Einwendung wird von der Region beantwortet. Nur wer eine Einwendung gemacht hat, wird zu einem sogenannten Erörterungstermin eingeladen.

Wie erfahren Bürger von den Stellungnahmen anderer?

Der Entwurf der Stellungnahme der Stadt ist im Bürgerinformationssystem im Internet auf stadthemmingen.de abrufbar. Die Einwendungen von Privatleuten sind nicht einzusehen.

In welcher Uhrzeit wird der Kies abgebaut werden?

Das soll von 6 bis 20 Uhr geschehen.

In Devese gibt es einen Arbeitskreis der Stadt zur Ortsentwicklung. Könnte für Wilkenburg auch ein solcher gebildet werden?

Nein, denn hier ist nicht die Stadt zuständig, sondern die Region.

Kann sich der Kiesabbau länger als die geplanten etwa zehn Jahre hinziehen?

Eine Verlängerung ist möglich. Beim Kiesabbau im Alten Dorf von Hemmingen beispielsweise wurde der Antrag zweimal gestellt, so dass die Arbeiten insgesamt 15 Jahre dauerten.

Was passiert, wenn die Firma, die den Kies abbaut, zwischenzeitlich insolvent wird?

Das lässt sich zurzeit noch nicht sagen.

Werden die Baggerseen später der Naherholung dienen?

Nein, sie werden renaturiert und dienen dem Naturschutz. Die Fläche bleibt auch nach der Auskiesung in Privatbesitz.

Von Andreas Zimmer

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