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Römerlager: Entscheidung soll bald fallen

Wilkenburg Römerlager: Entscheidung soll bald fallen

Bleibt das Römerlager in Wilkenburg zunächst unangetastet oder wird das Grundstück für den Kiesabbau erschlossen? Der CDU-Regionsvorsitzende Bernward Schlossarek bezeichnete den Ort jetzt bei einem Besuch "als echtes Pfund" mit dem die Region Hannover kulturell aufgewertet werde.

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Regionsdezernent Axel Priebs (Zweiter von links) erläutert dem Vorsitzenden der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek (links), und weiteren Mitgliedern der Fraktion Details zum Römerlager in Wilkenburg.

Quelle: Tobias Lehmann

Wilkenburg. Die Interessen sind vielfältig. Die Firma Holcim möchte das 30 Hektar große Gelände gerne für den Kiesabbau erschließen, Stadt und Bürger möchten das gerne verhindern und verweisen auf den historischen Wert des um das Jahr Null herum angelegte Römerlagers. Die Entscheidung liegt bei der Region Hannover als untere Denkmalschutzbehörde. "Wir müssen viele Positionen gegeneinander abwägen", sagte Regionsdezernent Axel Priebs zu den Mitgliedern der CDU-Regionsfraktion, die das ehemalige Lager am Mittwoch besuchten. 

Er habe Verständnis für die Hemminger Bürger, die durch den Kiesabbau vermutlich über Jahre entstehenden Lärm und Schmutz fürchten. Doch auch die Gewinnung von Rohstoff zum Bau von Häusern oder Straßen sei wichtig. "Es gibt auch Kritiker, die der Region vorwerfen, dass wir nicht genügend Flächen zum Abbau von Rohstoffen zur Verfügung stellen", sagte er.

Aus archäologischer Sicht gebe es beide Positionen. "Die einen befürworten die Auskiesung, weil dann alle hier zu findenden Fundstücke einmal ausgegraben und gesichert werden. Andere weisen darauf hin, dass die Methoden zur Bergung archäologischer Fundstücke in einigen Jahren noch besser sein werden als heute und sprechen sich dafür aus, zunächst noch nichts zu unternehmen", sagte Priebs. 

Für die Region gehe es jetzt darum, eine begründete Lösung zu finden, die rechtlich Bestand habe. Noch geklärt werden müsse zudem, welche Auflagen erteilt werden könnten, wenn der Auskiesung zugestimmt wird. Die Archäologin der Region, Ute Bartelt, betonte allerdings, dass das Römerlager im Fall der Erschließung in jedem Fall ausgegraben und die Funde dort gesichert werden müssen. "Das ist rechtlich vorgeschrieben", sagte sie. Die Kosten dafür muss das Unternehmen Holcim tragen.

Priebs sagte, dass möglicherweise auch ein kleiner Teil des Grundstücks unangetastet bleiben kann. "Dort könnte zum Beispiel ein kleiner Pavillon aufgestellt werden, der auf das ehemalige Römerlager hinweist", sagte er. Doch es muss noch geprüft werden, inwieweit das möglich ist. Zudem müsse sich jemand finden, der die Verantwortung dafür übernimmt.

Priebs rechnet damit, dass die Entscheidung der Region in einigen Woche fallen wird. Das muss aber noch nicht das Ende der Geschichte sein. Aufgrund der vielfältigen Interessen hält Priebs es auch für möglich, dass die Entscheidung von der einen oder anderen Seite juristisch angefochten wird. Dann werde sich der Prozess noch länger hinziehen.

Der CDU-Regionsabgeordnete Bernward Schlossarek sagte, dass er am Ende auf einen Kompromiss für alle Beteiligten hoffe. "Als ehemaliger Geschichtslehrer begeistert mich dieses Lager, und ich würde mir wünschen, dass wir die Stätte so weit wie möglich für die Nachwelt erhalten können", sagte er. Das Lager könnte auch als interessanter Anlaufpunkt für Touristen der Region Hannover angepriesen werden.

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