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Schacht auf Empfang: Hemminger Engagement ist vorbildhaft

Hemmingen-Westerfeld Schacht auf Empfang: Hemminger Engagement ist vorbildhaft

Für diesen Satz gab es großen Applaus: „Ich bin stolz Bürgermeister einer Stadt zu sein, in der es dieses herausragende, dieses großartige vorbildhafte Engagement gibt“, sagte Claus Schacht am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Stadt Hemmingen.

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Bürgermeister Claus Schacht hält seine Begrüßungsrede.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Das ehrenamtliche Engagement, vor allem das für Flüchtlinge, stand im Mittelpunkt des zweistündigen offiziellen Teils der Veranstaltung im Forum der KGS. Bis zu 40 Helfer, darunter viele ehrenamtlich, sorgten dafür, dass sich die rund 300 Besucher wohl fühlten.

„Knapp 200 Menschen haben wir 2015 in Hemmingen neu aufgenommen“, sagte Schacht. Die Stadt gehe davon aus, dass sich diese Zahl in diesem Jahr verdoppeln wird. „Wir haben es geschafft - auch dank der Hilfe aller, die Wohnraum zur Verfügung gestellt haben -, dass wir sehr häufig dezentral unterbringen konnten, und dort, wo es zu größeren Einrichtungen gekommen ist und noch kommen wird, alles gut gelaufen ist beziehungsweise gut laufen wird.“ Einen maßgeblichen Anteil daran habe das Hemminger Netzwerk für Flüchtlinge.

Schacht mahnte aber auch Geld von Land und Bund an sowie eine „verlässliche und unterstützende Politik“. Der Verwaltungschef betonte: „Es kann nicht sein, dass ein großer Teil der Europäischen Gemeinschaft sich in der Flüchtlingspolitik verweigert und das Problem am Ende des Tages den deutschen Kommunen übertragen wird.“ Die Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth (CDU) und Matthias Miersch (SPD) sagten bei dem Empfang, sie seien sich ihrer Verantwortung bewusst. „Die Kommunen dürfen nicht allein gelassen werden“, sagte Miersch. „Denn die große Herausforderung beginnt jetzt erst.“ Miersch gab aber auch zu bedenken, dass eben vieles nicht steuerbar sei, was auf der weltpolitischen Bühne passiert.

B3: Kein Neujahrsempfang ohne die Ortsumgehung als Thema: „Die Baumaßnahme läuft auf vollen Touren“, sagte Schacht, „im Moment erst mal zum Ärger aller“. Lärm, Dreck und andere Behinderungen seien nicht zu vermeiden. „Die Gegner sehen sich bestärkt in der Nutzlosigkeit des Unterfangens, während die Befürworter endlich darauf warten, dass die spürbaren Entlastungen auch zeitnah eintreten.“ Die Kritiker forderte Schacht auf sich „konstruktiv in die Diskussion um die Folgewirkungen einzubringen und für die Befürworter mehr als zuvor auf die Chancen hinzuweisen, die sich für die Stadtentwicklung Hemmingens ergeben“. Schacht merkte an: „Aus meiner Sicht überwiegen diese Chancen bei weitem.“

Neues Programm: Jedermann sei eingeladen am neuen Stadtentwicklungsprogramm mitzuarbeiten, dessen Entwurf die Verwaltung bis Herbst 2016 erarbeite. „Es ist Ihre Stadt, machen Sie was daraus“, sagte er zu den Bürgern. Das Programm sei auch im Hinblick auf das Millionenloch im städtischen Etat wichtig. Die Kommunen müssten die „Anforderungen einer sich ständig verändernden gesamtgesellschaftlichen Situation“ tragen. Schacht nannte mehrere Beispiele: „An einer steigenden Zahl von Grundsicherungsanträgen können wir die Altersarmut erkennen, an den Gewerbesteuerzahlungen eine wirtschaftliche Eintrübung, an den Wohngeldanträgen eine Veränderung der Arbeitslosenzahl, an den Elterngeldanträgen ansteigende Geburtenzahlen und an den Plätzen in den Kindertagesstätten den schnelleren Wiedereinstieg in den Beruf.“

Deichbau: Auch auf den Hochwasserschutz ging Schacht in seiner Begrüßungsrede ein. „Der eine oder andere mag sagen: Wann war denn das letzte Mal eine bedrohliche Hochwassersituation? Über die reden wir ja auch nicht. Wir reden über das 100-jährige Ereignis.“ Die Einwände der Kritiker seien teilweise berechtigt. „Aber wer mir heute die Zusage gibt, dass dieses Ereignis nicht eintreten wird und wenn doch, er alle Kosten und Entschädigungsleistungen persönlich übernimmt, der möge mir nach der Veranstaltung einen Vertrag unterschreiben.“

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