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Stararchitekten am Werk: 175 Jahre Mausoleum

Hemmingen Stararchitekten am Werk: 175 Jahre Mausoleum

Vor 175 Jahren wurde das Mausoleum in Hemmingen fertiggestellt. Doch es gibt ein weiteres Datum, das der Förderverein Mausoleum Graf Carl von Alten feiert: Vor 30 Jahren wurde der Verein ins Leben gerufen. Er lädt für Freitag, 19. Mai, 18.30 Uhr, zur Feierstunde in den Bürgersaal im Rathaus ein.

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Diese Lithographie, es handelt sich um eine Reproduktion, stammt von 1843 und ist zurzeit in einer Sonderausstellung im Historischen Museum Hannover zu sehen.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Dort möchten die Mitglieder bei Getränken und Häppchen allen Unterstützern und Wegbegleitern Dank sagen. Gäste sind willkommen. Erst zu Jahresbeginn wurde der Mausoleumsverein von der Region Hannover für sein ehrenamtliches Engagement geehrt. Im November 2016 erhielt er den Preis für Denkmalpflege von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Dr. Sid Auffarth, Bauhistoriker und Autor insbesondere zur hannoverschen Stadtbaugeschichte, spricht in der Feierstunde über das Thema „Inwieweit sollten zerstörte Denkmale wieder restauriert werden?“. Der Hemminger Heimatforscher Heinz Wiegmann erinnert an die Gründung des Mausoleumsvereins und die ersten Versuche, die Ruine wieder herzurichten. In einer Film- und Fotoshow sind die Aufräumarbeiten des Vereins zu sehen sowie die Sanierung 2014, das Mausoleumsmodell in 3D und die Restaurierung der Eichentür, die für Jahrzehnte verschwunden war. 2015 wurde bekannt, dass sich die Tür im Haus einer Familie in Gehrden befindet. Sie wird allerdings nicht an der Ruine der Grabstätte im Naturschutzgebiet Sundern aufgestellt, sondern in der Friedhofskapelle in Hemmingen-Westerfeld, also in der Nähe der letzten Ruhestätten der Familie von Alten.

1842 hatten Georg Ludwig Friedrich Laves und Conrad Wilhelm Hase, prominente Architekten im Königreich Hannover, das Mausoleum fertiggestellt. „Es war ein einmaliges Bauwerk zu der Zeit im neogotischen Stil“, sagt Reinhard Schütze, Vorsitzender des Mausoleumsvereins. Der Graf starb am 20. April 1840. Carl von Alten spielte als Befehlshaber von englisch-hannoverschen Truppen in der Schlacht bei Waterloo 1815 eine wichtige Rolle. Bei der Trauerfeier auf dem Gut Sundern vor 177 Jahren wurde der Sarkophag – nach der Aufbewahrung auf dem Gut Wilkenburg – im Mausoleum erneut beigesetzt. „Der Sarkophag wurde vom Wilkenburger Herrenhaus in einem Trauerparadezug unter Salutschüssen einer Batterie sowie unter Abordnung und Beteiligung aller Regimenter der Garnison Hannover in einer mit Mauerwerk verschlossenen Gruft, dem heutigen Standort des Mausoleums, beigesetzt“, erklärt Schütze.

Prospektständer: Am Mausoleum hat der Förderverein jüngst einen Prospektständer angebracht. Besucher können ein kostenloses Faltblatt mit einer Kurzübersicht über das Mausoleum entnehmen. Die Box enthält auch ein Faltblatt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – das Gebäude ist geschützt.

Vandalismus: Unbekannte haben die Wände des Mausoleums und den neuen Prospektständer vor dem Osterwochenende Mitte April mit Eiern beschmiert. Der Fördervereinsvorsitzende zeigte sich empört. Er kratzte die Eierschalen von den Wänden und las sie im Umfeld des Mausoleums auf. Zwei Eierkartons fischte er aus dem Graben.

Schilder: Bisher gibt es kein Schild im Hemminger Stadtgebiet, das vor allem auswärtige Autofahrer auf das Mausoleum hinweist. Doch die Stadt hat jetzt einen Antrag des Mausoleumsverein bewilligt. Sie kümmert sich um Schilder am Sundernweg in Arnum, an der Dorfstraße/Im Hammfeld sowie an der Straße Im Dorffeld/Weetzener Landstraße in Hemmingen-Westerfeld und am Dörrieweg in Wilkenburg. Vier Schilder bringt der Förderverein selbst an. Sie werden an folgenden Stellen zu finden sein: am Sundernweg in Arnum, am Beginn des Naturschutzgebietes, in Arnum im Sundern am Beginn der Mausoleumsallee sowie nahe des Wohnhauses am Beginn der Allee und an der Kreuzung Im Hammfeld/Dörrieweg/Sundern in Hemmingen-Westerfeld.

Ausstellung: Was ist typisch Hannover? Das ist das Thema der Sonderausstellung im Historischen Museum Hannover. Unter den Exponaten lässt sich auch das Mausoleum in Hemmingen finden: die Reproduktion einer Lithographie von 1843 und ein Stein mit Ornament, gefertigt von dem Architekten Conrad Wilhelm Hase. Auf einer Erläuterungstafel im Museum heißt es dazu: „Hier arbeiteten zwei Stararchitekten des 19. Jahrhunderts zusammen.“ Denn am Bau war auch Georg Ludwig Friedrich Laves beteiligt. „Laves stand für den Klassizismus, Hase sollte ein starker Vertreter der Neogotik werden. Für die Grablege modellierte Hase die Formziegel. Er selbst beschrieb den Bau später als Ursprung der Hannoverschen Architekturschule, als ,Anfang der Hannoverschen Backstein Architektur’“. Das Museum an der Pferdestraße 6 ist dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet, mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder ab fünf Jahren einen Euro und Kinder ab zwölf Jahren
4 Euro. Die Sonderausstellung endet am 6. August.

Buch: Ein Kapitel über das Mausoleum ist im Buch „Hannoversche Geheimnisse“ zu finden, das mit der HAZ im Verlag Bast-Medien erschienen ist. Zum Preis von 14,90 Euro ist es in den Geschäftsstellen von HAZ und NP, darunter in Laatzen, sowie im Internet auf shop.haz.de erhältlich.

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