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Sueße schreibt über einen Serienmörder

Arnum Sueße schreibt über einen Serienmörder

"Schöne Frau, tote Frau" heißt der neue Kriminalroman des Arnumers Thorsten Sueße. Das Buch dreht sich um eine Mordserie in der Region Hannover. Die ermordeten Frauen kommen aus dem Umfeld einer renommierten psychiatrischen Privatklinik.

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Thorsten Süße in seinem Büro: Die Filmbilder an der Wand spielen im Roman eine Rolle.

Quelle: Andreas Zimmer

Arnum. Es ist der dritte Band der Reihe. Der erste erschien im Jahr 2012, der zweite 2014. Redakteur Andreas Zimmer traf sich mit dem 57-jährigen Autor in dessen Büro in Hannover und sprach mit ihm über Halloween, die Beatles und das Arnumer Tal der Büffel. 

Sie leiten den Sozialpsychiatrischen Dienst der Region Hannover, zufälligerweise auch die Hauptfigur in Ihren Romanen. Wie viel Dr. Mark Seifert steckt in Ihnen?

Es gibt schon viele Unterschiede. Seifert wohnt im Zooviertel in Hannover, ich in Arnum. Er ist geschieden, ich bin verheiratet. Seifert ist zehn Jahre jünger. Und mein Job ist es nicht Kriminalfälle aufzudecken.

Aber wir sitzen hier an dem runden Tisch, an dem Seifert immer sitzt, und um uns die Filmbilder, die auch im Buch erwähnt werden.

Das ist alles authentisch, ja.

Wie weit dringen die Romane in Ihren Berufsalltag?

Ganz unterschiedlich. Ein Mann ist erst durch das Buch auf meinen Dienst aufmerksam geworden und zur Beratung gekommen. Außerdem wurde meine Sekretärin am Telefon manchmal Mockie genannt so wie die Sekretärin im Roman.

Was sagt eigentlich Ihr Arbeitgeber zu Ihren Büchern?

Für den ist das in Ordnung. Sämtliche Kooperationspartner wie zum Beispiel die Klinik in Ilten kommen gut weg. Aber es ist immer möglich jemandem auf den Schlips zu treten, wobei keiner direkt wieder zu erkennen ist. Ich bin da immer vorsichtig.

Leider spielt der neue Roman nicht mehr in Hemmingen.

Ja, im ersten Band kamen Arnum und Hemmingen-Westerfeld vor und im zweiten Wilkenburg. Aber es ist auch kein Regionalkrimi mehr wie der erste.

Inwiefern?

Es geht nicht um den Lokalkolorit. Die Story spielt die Hauptrolle. Es ist ein Krimi mit Thriller-Elementen.

Ist das Thema Frauenmörder nicht ein wenig abgedroschen?

Könnte man meinen. Mag sein, dass den Lesern bestimmte Elemente bekannt vorkommen, aber dann bekommt das Ganze doch jeweils einen anderen Dreh. Ich glaube, gegenüber dem ersten Band habe ich mich in Band 2 und 3 gesteigert.

Hatten Sie anfangs geplant so viele zu schreiben?

Nein, der erste war in sich abgeschlossen. Er kam gut an, also schrieb ich einen zweiten.

Wie schreiben Sie eigentlich?

Nach der mehrmonatigen Recherche skizziere ich zunächst die Szenen. Fürs Schreiben am Computer brauche ich fünf Monate. Pro Woche sind das etwa 15 Seiten. Fünf an jedem Samstag und Sonntag, die restlichen 5 verteilt nach Dienstschluss irgendwann zwischen Montag und Freitag.

Wer darf das Buch als Erstes lesen? Ihre Ehefrau?

Ja, und ich erzähle ich vorher nichts. Sie ist Deutschlehrerin und Krimifan.

Welches sind die jüngsten Krimis, die Sie gelesen haben?

Es sind die Bücher von Sebastian Fitzek und Jussi Adler Olsen.

Und darin steckt welches Lesezeichen?

Kein besonderes Wertvolles, wenn Sie das meinen. Mal nehme ich Zettel, mal die Lesezeichen von der Leine-Bühne, in der ich spiele.

Wie entdecken Sie neue Bücher?

Ich gehe in Buchhandlungen und sehe mich um, bin im Internet unterwegs oder meine Frau bringt das Passende aus der Bücherei mit.

Und Sie lesen viel über die Beatles, Ihre Lieblingsband.

Ja, ich habe sie erst Anfang der siebziger Jahre entdeckt. Ihre Musik ist im Laufe ihrer Karriere immer genialer geworden, da steckt viel von ihren Biographien drin.

Und von Ihrer Lieblingsband in Ihren Krimis.

Ja, in einem Roman retten die Beatles Seifert gewissermaßen das Leben.

Freuen Sie sich auf Halloween?

Ich bin kein Fan davon. In unserem Haus stehen Kürbisse, aber als Herbstdeko.

In dem Haus, in deren Nähe bald die B3-Ortsumgehung gebaut wird.

Ja, ich bin skeptisch. Jetzt ist es so schön, man ist mit dem Hund schnell in der Feldmark. Aber ich bin in Arnum zur Schule gegangen, ich wurde dort konfirmiert, so schnell zieht man nicht weg. Außerdem ist es diese Mixtur: schnell in der Natur zu sein, aber auch für Kulturelles und zum Einkaufen in der Landeshauptstadt.

Nicht für Halloween, aber vielleicht für Ihren vierten Band. Wo im Hemminger Stadtgebiet gibt es die passende Szenerie für eine unheimliche Kulisse?

Nachts in Arnum auf dem Weg durch das Tal der Büffel ...

Lesung: Thorsten Sueße liest am Sonntag, 30. Oktober, 15.30 Uhr in der Gaststätte Mutter Buermann in Devese. Es ist die bisher einzige Lesung im Hemminger Stadtgebiet. Einlass ist ab 15 Uhr und nur nach Anmeldung unter Telefon (0511) 427517, E-Mail: info@mutter-buermann.de. Im Eintritt von 10 Euro sind ein Stück Torte und ein Kaffee enthalten. Das Buch mit 464 Seiten kostet 13 Euro und ist im Hamelner CW Niemeyer Verlag erschienen, ISBN 978-3-8271-9462-6.

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