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Als die Hemminger Hemmingen besuchten

Hemmingen Als die Hemminger Hemmingen besuchten

Hemmingen gibt es in Deutschland gleich zweimal. Heimatforscher Heinz Wiegmann berichtet von seiner Reise in die Gemeinde Hemmingen in Baden-Württemberg im Jahr 1954. Dort entstanden Freundschaften, die jahrzehntelang hielten und ihren Höhepunkt bei gemeinsamen Schützenausmärschen fanden.

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Der Heimatforscher Heinz Wiegmann fuhr vor mehr als 60 Jahren mit dem Motorrad in das südliche Hemmingen.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. "Die einen sprechen nach der Schrift, die anderen fehlerfreies Schwäbisch. Wenn die Hemminger die Hemminger nicht mehr verstehen, prosten sie sich zu und lachen." Das schrieb das Leonberger Wochenblatt im Jahr 1985 über einen Besuch der Hemminger aus Niedersachsen bei den Hemmingern in Baden-Württemberg. Leonberg liegt ebenso wie Hemmingen in der Nähe von Stuttgart. "Wieso es zwei Städte mit dem Namen Hemmingen in Deutschland gibt, konnten wir bis heute nicht klären", sagt Heinz Wiegmann. 

Der 84-jährige Heimatforscher bekam 1954 zufällig einen Brief, der eigentlich in das Hemmingen in Baden-Württemberg gehen sollte. So erfuhr er von dem zweiten Hemmingen und beschloss mit seinen Freunden Karlheinz Ilper, Adolf Wedemeier und Christel Wilhelms der Gemeinde einen Besuch abzustatten. Die vier Männer machten sich im September mit zwei Motorrädern auf die Reise. Vor Ort kehrten sie in einen Gasthof ein, dessen Wirt ihnen zunächst nicht glaubte, dass sie aus einem Hemmingen in Niedersachsen kommen. "Wir zeigten ihm dann unsere Ausweise", sagt Wiegmann. Der Wirt ließ sie daraufhin kostenlos in seinem Hof zelten und lud sie zudem zu einer Portion Bratkartoffeln ein.

Am nächsten Morgen entstand das Bild, das die vier Männer aus Niedersachsen sowie Inge Maurer aus dem südlichen Hemmingen zeigt. Wiegmann freundete sich mit Maurer an und hielt über viele Jahre eine Brieffreundschaft zu ihr. Zu einem regen Austausch zwischen beiden Städten kam es jedoch erst in den achtziger Jahren. Initiator war Otto Riesch, der Vorsitzende des Spielmanns- und Fanfarenzugs des südlichen Hemmingen. Er schrieb einen Brief an die Gemeindeverwaltung des niedersächsischen Hemmingen, die einen Kontakt zum Vorsitzenden der Schützengesellschaft vermittelte. Dabei handelte es sich um jenen Adolf Wedemeier, der bereits mit Wiegmann 1954 auf dem Motorrad unterwegs war.

In den folgenden Jahren gab es einen regelmäßigen Kontakt zwischen dem Spielmannszug der Schützengesellschaft im niedersächsischen Hemmingen und den Kollegen aus dem Süden. 1985 besuchten 62 Musiker aus Niedersachsen das große Musikfest des Spielmannszugs in Baden-Württemberg. Davon berichteten auch verschiedene Zeitungen, unter anderem das Leonberger Wochenblatt. Dieses zitierte auch den stellvertretenden Gemeindedirektor der Gemeinde Hemmingen/Westerfelde, Rolf Tostmann: "Beide Gemeinden haben in etwa dieselbe Entwicklung durchlaufen und sind sich in vielen Bereichen sehr ähnlich. Verständigungsschwierigkeiten gibt es bei uns höchstens in sprachlicher Hinsicht."

Die Musiker aus Baden-Württemberg kamen 1987 zum 75-jährigen Bestehen der Schützengesellschaft des niedersächsischen Hemmingen zu Besuch. Gemeinsam nahmen sie an dem großen Schützenausmarsch in Hannover mit mehr als 140 Kapellen teil und durften dabei fast ganz vorne marschieren. "Das war eine große Ehre", sagt Wiegmann.

Anschließend schliefen die Kontakte allerdings wieder ein. Heute bestehen sie hauptsächliche auf Verwaltungsebene, wenn es darum geht, dass falsch zugestellte Postzustellungen ausgetauscht werden. "Es wäre doch schön, wenn wir wieder eine etwas engere Verbindung aufbauen könnten. Vielleicht nimmt mal wieder ein Verein die Initiative in die Hand", sagt Wiegmann.

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Hemminger besuchen Hemmingen: Das 1954 entstandene Bild zeigt die vier Männer aus dem niedersächsischen Hemmingen Christel Wilhelms (von links), Adolf Wedemeier (stehend), Heinz Wiegmann und Karlheinz Ilper. Die Frau stammt aus dem Hemmingen in Baden-Württemberg, wo das Foto gemacht wurde, und heißt Inge Maurer.

Quelle: Privat
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