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170 Besucher beim Forum Hemmingen 2025

Hemmingen 170 Besucher beim Forum Hemmingen 2025

Die 150 aufgestellten Stühle im KGS-Forum reichten nicht. Es mussten noch mehr als 20 geholt werden, so groß war am Mittwochabend das Interesse der Bürger beim zweiten Dialogforum Hemmingen 2025 zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK).

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Es kann losgehen: Klaus Habermann-Nieße vom Büro "plan zwei" erläutert den Besuchern den Ablauf des Abends.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Zusammen mit den Besuchern eine Woche zuvor in der Arnumer Wäldchenschule haben sich insgesamt rund 400 Bürger über das mehr als 120 Seiten umfassende Papier informiert, Kritik geübt und Anregungen geäußert. Die B3-Ortsumgehung und ihre Folgen sowie Einkaufen und Einzelhandel zeichneten sich in der KGS als die großen Themen des Abends ab. Dieses Forum richtete sich insbesondere an Einwohner in Devese, Hemmingen-Westerfeld und Wilkenburg, wobei aus Wilkenburg nur wenige Bürger teilnahmen.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung führten innerhalb von etwa einer Stunde in vier Vorträgen ein. Die Themenblöcke wurden anschließend insgesamt etwa eine Stunde lang in Arbeitsgruppen vertieft und deren Ergebnisse später im Forum vorgestellt. Einige Reihen hatten sich zum Ende der zweieinhalbstündigen Veranstaltung schon geleert. Es war schwierig bei dem komplexen Konzept und so vielen Besuchern einen gemeinsamen Nenner zu finden. Wo sind die Grenzen des Wachstums, lautete eine mehrfach geäußerte Frage.

Die einen lehnten weiteres Wachstum ab, um nicht noch mehr Grünflächen zu bebauen, und forderten gar ein kohlendioxidfreies Hemmingen bis zum Jahr 2025, die anderen befürworteten neue Wohnflächen, dann allerdings verstärkt in mehrstöckigen Gebäuden. „Hemmingen soll in die Höhe gehen“, hieß es. Forderten die einen erst die Pläne zum Hochwasserschutz abzuwarten, drängten die anderen darauf schon jetzt zu beginnen und gegebenenfalls einzelne Pläne zu verwerfen, sollte sich herausstellen, dass Neubauten in Schutzgebieten liegen. Viel Lob gab es für das Vorhaben entlang des Hemminger Maschgrabens einen Stadtpark zu gestalten.

Eine weitere Kernfrage: Braucht Hemmingen wirklich mehr Gewerbeflächen? Der Bürgerverein Devese nutzte eine Arbeitsgruppe, um seine Forderungen vorzustellen: kein weiteres Gewerbe in Devese und eine stärkere Eingrünung der B3-Ortsumgehung. Eine andere Streitfrage lautete: Wie viele Zentren als Treffpunkt und mit Einkaufsmöglichkeiten verträgt Hemmingen? Es gibt zum Beispiel eines am Rathausplatz. Ein weiteres in Hemmingen-Westerfeld könnte auf einem Gelände zwischen dem Real-Markt und der B3 gegenüber vom Endpunkt der verlängerten Stadtbahn entstehen. Einige Bürger hoffen, dass sich dort Ärzte ansiedeln und Dienstleister.

Beim Thema Verkehr gingen die Meinungen auseinander. Ein Bürger regte an die sogenannte Wilkenburger Spinne, wo die Wülfeler Straße auf die Dorfstraße trifft, zu einem Kreisel umzugestalten, um den Verkehr flüssiger zu gestalten. Zur Deveser Straße äußerten Bürger den Wunsch die Strecke, die nach dem Bau der B3-Ortsumgehung vollständig gekappt werden soll, für Anwohner offen zu lassen. Tiefbauamtsleiter Dietmar Juschkewitz erläuterte, die Verwaltung sehe bei diesem Thema „Konfliktpotenzial“. Daher: „Wir überlegen die Straße für den Anliegerverkehr freizuhalten.“ Technische Bauwerke sollen die Zufahrt nicht erschweren, wohl aber solle es „ordnungsrechtliche Beschränkungen“ geben. In der Diskussion um Buslinien forderten Bürger bessere Verbindungen nach Arnum sowie auf den Strecken Wilkenburg/Wülfel und Hemmingen-Westerfeld/Maschsee.

Wie geht es mit dem Konzept Hemmingen 2025 weiter? „Wir erarbeiten eine große Zusammenfassung und machen sie öffentlich“, sagte Bürgermeister Claus Schacht in seinem Schlusswort des Dialogforums. „Nichts geht verloren“, versprach er. „Wir werden uns zu bestimmten Themen wiedersehen.“ Schacht nannte eine Fläche zwischen dem Real-Markt und der B 3, die zum Wohngebiet werden soll, als Beispiel. Ein Abend im Herbst dieses Jahres werde allein dem Hochwasserschutz gewidmet sein. „Wir werden das große Ganze trotzdem nicht aus den Augen verlieren.“

Die von manchen Bürgern geäußerte Befürchtung, es sei nicht mehr viel zu ändern, versuchte Schacht zu entkräften: Es handele sich um einen Vorentwurf, betonte er. „Für uns ist das erst der Einstieg in die Diskussion.“ In einer Arbeitsgruppe hatte er zuvor deutlich gemacht, dass durch Computersimulationen vieles nahezu echt und planungsreif wirke. Um etwa ein neues Wohngebiet an der B 3 in Hemmingen-Westerfeld zu schaffen, müsse zunächst mit den Grundstücksbesitzern verhandelt und ein Planverfahren begonnen werden, erläuterte er vor dem Forum. Daran werde die Öffentlichkeit beteiligt.

Schacht begrüßte den Vorschlag von Bürgern, mit Kommunalpolitikern ein eigenes Dialogforum zu gestalten. Vertreter der Ratsbereits an den Abenden in Arnum und Hemmingen-Westerfeld teilgenommen. Es sei „kontrovers, aber jederzeit fair diskutiert worden“, sagte Schacht.

Was viele Forumsbesucher auf jeden Fall mit nach Hause genommen haben, ist neues Vokabular. Diskutiert wurde im „open space“ (es gibt ein Leitthema, aber alles darüber hinaus ergibt sich); wer gern innerhalb einer Ortschaft bauen möchte, sollte auf die „Innenentwicklung“ achten, und Kinder bewegen sich gern in „Freiräumen“, wobei die Stadtplaner damit Spielplätze und Grünflächen meinen.

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