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Behindertenbeauftragte legt ihr Amt nieder

Hemmingen Behindertenbeauftragte legt ihr Amt nieder

Durch Ursula Petersen hat sich in Hemmingen vieles geändert. Allein schon, dass beim Stichwort Behinderte nicht nur an Menschen im Rollstuhl gedacht wird, sondern unter anderem auch Hörgeschädigte und Sehbehinderte gemeint sind. Nach sechs Jahren legt die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt ihr Amt nieder.

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Ihr Amt bringt es mit sich: Ursula Petersen ist oft im Hemminger Rathaus.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Es bereite ihr Freude, sagt die Arnumerin, aber mit 63 Jahren stellt sie fest: „Ich bin nicht mehr so belastbar.“ Zum 1. Oktober sucht die Stadt deshalb eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger.

Petersen sagt, mittlerweile sei es selbstverständlich, dass sie mit am Tisch sitzt, wenn im Rathaus zum Beispiel über Vorhaben wie das Neubaugebiet in Arnum gesprochen wird. Petersens Devise: „Ich bringe mich nur dann ein, wenn es zu meinem Thema passt. Ich berate Politik und Verwaltung und gebe Informationen weiter, damit die Teilhabe von Behinderten möglich wird.“ Mit dem Kopf durch die Wand – das ist nicht die Art der Sozialpädagogin. „Mein Weg ist länger, doch es müssen alle mitgenommen werden.“ Es sei besser, wenn alle Beteiligten die Anliegen von Behinderten verinnerlicht haben.

Nicht alles schlage gleich mit hohen Summen zu Buche, sagt sie. „Manches kostet nichts wie zum Beispiel neben einer Sitzbank im Freien noch Platz zu lassen für einen Rollstuhl oder in einem Büro den Schreibtisch umzudrehen, damit der Mitarbeiter sofort sieht, dass ein Behinderter vor seiner Tür steht und dieser nicht erst noch klingeln muss, um eingelassen zu werden.“ Es seien in ihrer Amtszeit also eher viele kleine Schritte gewesen als das eine ganz große Vorhaben. Bürgermeister Claus Schacht lobt: „Sie macht das auf ihre angenehme Art vorzüglich.“ Dass es hin und wieder unterschiedliche Meinungen gebe, gehöre zur Natur der Sache.

Die Stunden, die sie monatlich in das Amt investiert, zähle sie nicht, sagt Petersen. Wenn abends eine lange Sitzung ist, seien es mehr und an einem anderen Tag weniger. "Es ist ein sehr sinnvolles Amt." Bei ihren wöchentlichen Sprechstunden im Rathaus drehe es sich vor allem um Themen wie Behindertenparkplätze. Petersen ist die zweite Behindertenbeauftragte der Stadt. Ihre Vorgängerin Gabriele Leonhardt hatte die Aufgaben etwa für ein Jahr übernommen, legte das Amt aber aus beruflichen Gründen nieder. 

An dem Ehrenamt interessiert? Bewerbungen sind bis zum 31. Juli bei der Stadt möglich. Die Kandidaten müssen in Hemmingen wohnen und eine Behinderung haben. „Durch ihre eigene Betroffenheit können sie das Thema besser durchdringen“, formuliert es Petersen. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, auch die Dauer der Amtsperiode ist nicht definiert. Es gibt eine monatliche Aufwandsentschädigung. Eine Behindertenbeauftragte zu haben, ist eine freiwillige Aufgabe der Stadt.

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