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Unterricht in einem Provisorium

Hemmingen-Westerfeld Unterricht in einem Provisorium

Unterrichten auf einer Baustelle: Allmählich sind Schüler, Lehrer und Eltern in der Grundschule Hemmingen-Westerfeld mit ihrer Geduld am Ende. Der Südtrakt wird saniert, doch die Hauptarbeiten, die ursprünglich in den Ferien erledigt werden sollten, hängen dem Zeitplan hinterher.

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Die Grundschule Hemmingen-Westerfeld ist wegen der Sanierung eingerüstet.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Das hat Gründe, wie Bürgermeister Claus Schacht sagt. Er verweist auf Baufehler aus vergangenen Jahrzehnten. Erst bei der Sanierung des Gebäudes aus den Sechzigerjahren sei entdeckt worden, dass die Dachlast durch Beton viel zu groß gewesen sei. Im schlimmsten Fall wäre das Dach eingestürzt. Der gesamte alte Dachaufbau musste abgebrochen werden.

Hinzu komme, dass die Fassade nicht korrekt verankert gewesen sei. Schlimmstenfalls wäre sie abgefallen. Zudem mussten unvorhergesehen die Stürze in der ersten Etage wegen Korrosionsschäden saniert sowie schadstoffbelasteter Kleber und Spachtel in den Decken der Klassenräumen entsorgt werden. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 400.000 Euro.

Darüber hinaus habe die Firma die neuen Fenster später eingebaut als verabredet. Alles in allem haben sich die Arbeiten im ersten Bauabschnitt mit neun Klassenräumen verzögert. Dieser soll zum Jahresende abgeschlossen sein. Der zweite Abschnitt soll in den Osterferien, also im April, beginnen und in den Sommerferien 2017 enden. Der erste Schultag ist Anfang August 2017. Bis dahin werden unter anderem drei Klassenräume und das Lehrerzimmer und die Verwaltungsräume saniert.Schacht machte deutlich, dass 2,5 Millionen Euro investiert werden. Bei solch einem Volumen „kann man die Schule nicht so sanieren, dass keiner was merkt“.

Schulleiterin Ulrike Lange-Riekenberg entgegnete, die Schule habe ein halbes Jahr lang Verständnis aufgebracht. „Decken und Beleuchtung sind fertig und auch sehr schön geworden. Doch die Innenarbeiten könnten zügiger vorangehen.“ Weil zum Beispiel Fensterbänke fehlten, mangele es an Abstellflächen zum Beispiel für Gebasteltes.

In den Klassenzimmern herrschten Temperaturen bis zu 35 Grad, weil der Sonnenschutz, der übers Baugerüst gelegt wurde, nicht ausreiche. „Die Sonne scheint von früh bis nachmittags in die Klassen. Die Schüler rutschen von einer Schattenecke in die nächste.“ Zudem sei in den Räumen mit digitaler Tafel darauf wegen der Sonne nichts zu erkennen. Jalousien könnten aber erst eingebaut werden, wenn die Erneuerung aller Fenster abgeschlossen ist. Das könne noch Wochen dauern. „Wir haben Fenster mit Zeitungspapier beklebt, doch das hat uns die Stadt verboten“, sagt Lange-Riekenberg.

Auch Stefan Remmert, Mitglied im Schulelternrat, kritisierte: „Der Unterricht lässt sich nur unter sehr schwierigen Bedingungen durchführen.“ Die Schule fühle sich von der Stadt im Stich gelassen.

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