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Stadt fordert Nachbesserungen bei Kiesabbau

Hemmingen Stadt fordert Nachbesserungen bei Kiesabbau

Die Stadtverwaltung Hemmingen hat beim geplanten Kiesabbau im Dreieck zwischen Wilkenburg, Harkenbleck und Arnum erhebliche Bedenken. Einer ihrer Kritikpunkte ist die Fahrstrecke der Lastwagen, die den Kies abtransportieren. Die Verwaltung lehnt das Vorhaben „in Gänze“ ab und fordert unter anderem Nachbesserungen bei den Gutachten.

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Auf den Feldern vor Wilkenburg soll Kies abgebaut werden. Zimmer

Quelle: Andreas Zimmer

Wilkenburg/Harkenbleck/Arnum. „Die Zu- und Abfahrt der Lastwagen führt unmittelbar am Wochenendhausgebiet Arnumer See vorbei, sodass hier mit erheblichen Lärmimmissionen zu rechnen ist.“ Das schreibt die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme im laufenden Planfeststellungsverfahren der Region Hannover. Mehr noch: „Der im Abbauplan aufgezeigte Fahrweg entspricht nicht der im Lärmschutzgutachten untersuchten Trasse.“ Entweder sei die Route zu verlegen oder der Schallschutz zu verbessern.

Die Firma Holcim will den Kies im Müggenwinkel ab 2016 abbauen. Dies wird sich voraussichtlich zehn Jahre hinziehen. Die Stadtverwaltung geht auch davon aus, dass die Grundwasserbestände in den Wohngebieten wie am Riehefeld steigen werden. Feuchte Keller könnten die Folge sein.

Die Verwaltung warnt ferner vor Schwermetallen durch „Altablagerungen“ im Abbaugebiet. Von 1955 bis 1970 sei dort unter anderem Bauschutt verfüllt worden. Die Verwaltung bedauert, dass durch das Abbaugebiet etwa 25 Hektar landwirtschaftliche Fläche weichen müssen. Dies verändere das Landschaftsbild gravierend. Die Verwaltung fordert daher ein „Pflege- und Entwicklungskonzept“. Ferner weist sie auf Mängel in der Kalibrierung des Überschwemmungsgebietes hin. Die Abweichungen betragen ihrer Ansicht nach nicht nur wenige Zentimeter, wie im Planentwurf angegeben, sondern vermutlich mehr als zehn Zentimeter. Zweifel hat die Verwaltung auch, ob das Brutgebiet des Rotmilans nicht doch beeinträchtigt wird.

Bürgermeister Claus Schacht ergänzte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass schon seit 1991 über das Vorhaben diskutiert werde und die Stadt die Auskiesung stets abgelehnt habe. „Wir veranlassen sie nicht und wir wollen sie nicht.“ Durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg sei sie 1999 aber dazu aufgefordert worden, den Kiesabbau in ihren Flächennutzungsplan zu übernehmen. Die Stadt selbst könne das Vorhaben nun nicht mehr verhindern. Anliegern aber sei es möglich rechtlich dagegen vorzugehen. Auf Anfragen von Bürgern hin stellte Schacht klar, dass der Kies vom Müggenwinkel nicht für den Bau der Hemminger B3-Ortsumgehung verwendet werde.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wird sich am Donnerstag, 24. September, mit der städtischen Stellungnahme befassen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Hemminger Ratssaal.

Von Andreas Zimmer

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