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Haus soll Platz für bis zu 150 Flüchtlinge bieten

Hemmingen-Westerfeld Haus soll Platz für bis zu 150 Flüchtlinge bieten

Bald wird es in Hemmingen die erste Sammelunterkunft für Flüchtlinge geben. In dem Gebäude solle Platz für 70 bis 150 Personen sein, sagte Bürgermeister Claus Schacht. Den Standort und Details nannte er nicht. Nur so viel: Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss.

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Einige Flüchtlinge sind auch in städtischen Immobilien untergebracht wie in diesem Raum einer Wohnung.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Auf eine Sammelunterkunft könne die Stadt mittlerweile nicht mehr verzichten. Nach den derzeitigen Plänen aber sollen keine Wohnmodule mehr gekauft werden. Vielmehr sei die Stadt in Verhandlungen über ein Gebäude, dass nicht nur Wohnfläche für bis zu 150 Personen biete, sondern auch "eine Atmosphäre zum Wohlfühlen". In einem großen Aufenthaltsraum könnten Bürgermeister Schacht zufolge zum Beispiel Deutschkurse und Veranstaltungen angeboten werden. Er kündigte eine öffentliche Informationsveranstaltung zu dem Thema im Februar 2016 an. "Dabei wird die Verwaltung zu allen Fragen Stellung nehmen."

Zurzeit leben in Hemmingen mehr als 200 Flüchtlinge, darunter 61 Kinder. Acht Babys wurden geboren. Die Flüchtlinge wohnen in rund 50 unterschiedlichen Unterkünften. Das Spektrum reicht von Mietwohnungen und -häuser über den Campingplatz bis hin zu Immobilien der Stadt und auf Gewerbeflächen. So wurde zum Beispiel ein Bürogebäude gemietet, in dem 34 Flüchtlinge leben. 91 Flüchtlinge sind in Hemmingen-Westerfeld untergebracht, 76 in Arnum, 18 in Hiddestorf, 7 in Harkenbleck, 5 in Ohlendorf und 4 in Devese.  

Insgesamt macht die Zahl der Flüchtlinge etwa einen Prozent der Hemminger Bevölkerung aus. "Ist es gerechtfertigt, deshalb so ein Theater zu machen? Die Antwort lautet: Ja", sagte Schacht am Dienstagnachmittag in einer Versammlung des Netzwerks für Flüchtlinge. Denn es drehe sich nicht nur um die Unterbringung, sondern auch um die Betreuung. Diese erfordere einen hohen Arbeitsaufwand. Deswegen brauche die Verwaltung mehr Personal. Im Jahr 2012 hat die Stadt 26 Flüchtlinge aufgenommen, in diesem Jahr sind es bereits 143. Bis Ende Januar 2016 sind laut Verwaltung noch weitere 90 aufzunehmen.

Schacht kritisierte, dass die Koordination auf übergeordneter Ebene noch nicht glatt laufe. "Manchmal landen Flüchtlinge, die zu uns kommen sollen, auch in Hemmingen in Baden-Würtemberg." Zudem gebe die Region Hannover immer noch sehr kurzfristig Bescheid, wenn neue Flüchtlinge ankommen.

Der Bürgermeister bedankte sich bei allen Mitgliedern des Netzwerkes. "Ohne ihre Hilfe wären wir nicht in der Lage, diese Herausforderung zu stemmen."

Von Tobias Lehmann/Andreas Zimmer

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