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Stadt will Wirtschaftsförderung neu aufstellen

Hemmingen Stadt will Wirtschaftsförderung neu aufstellen

Die Stadt Hemmingen steckt im Dilemma: Sie ist nach eigenen Angaben derzeit die einzige Kommune in der Region Hannover, die kein größeres Gewerbeareal anbieten kann – weder baureife, noch welche in Planung. Das soll sich ändern.

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Auch im Gewerbepark Hemmingen-Westerfeld/Devese gibt es keine freien Flächen mehr. Das Bild zeigt eine Aufnahme von einem Hubsteiger bei der Erweiterung des Gartencenters. Zimmer

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Anfragen nach Gewerbegrundstücken gibt es, doch Hemmingen ist die im Hinblick auf die Fläche kleinste Kommune in der Region. Hinzu kommt, dass manche Flächen nicht bebaut werden können, weil sie im Überschwemmungsgebiet liegen.

Dabei ist die Stadt auf die Gewerbesteuer angewiesen. Die Einnahmen haben sich seit 2010 halbiert und betragen zurzeit etwa 4,5 Millionen Euro. Das hängt vor allem damit zusammen, dass ein großer Gewerbesteuerzahler umgezogen ist. Die meisten Betriebe sind Fahrzeugwerkstätten, etwa 200, sowie Dienstleistungsbetriebe (etwa 170). Die Zahl der Gewerbeanmeldungen ist mit insgesamt etwa 1500 seit Jahren weitgehend konstant. „Dieser Aussagewert ist begrenzt, da in diesen Zahlen auch Kleinstgewerbe und Einzelpersonen wie eine Messehostesse und Tupperwareverkäufer enthalten sind“, erklärt Thomas Dietmar. Er ist Mitarbeiter im Service Liegenschaften der Stadt und kümmert sich zu einem kleinen Teil auch um die Wirtschaftsförderung.

Die Erste Stadträtin Regina Steinhoff kündigt an: „Wir überlegen verwaltungsintern etwas umzugestalten, um die Stadtentwicklung stärker zu beleuchten.“ Details nannte sie nicht. „Wir sind noch nicht soweit.“

Die Verwaltung hat dieses Jahr bereits ein Konzept für Betriebsbesuche erstellt. Thomas Dietmar und Bürgermeister Claus Schacht suchen vorrangig Firmen auf, die sich an- oder umgemeldet haben. Auf ihrer Internetseite hat die Stadt zudem eine Gewerbeimmobilienbörse eingerichtet. Die Inserate werden kostenlos veröffentlicht. Doch zurzeit gibt es keinerlei Einträge.

Hemmingens Kommunalpolitiker sehen das Thema als genauso bedeutend an wie die Verwaltung. Die Entwicklung der Gewerbesteuer sei „bedenklich“, sagt Ratsherr und Finanzausschussmitglied Reinhard Schütze (SPD). Hemmingen sei attraktiv zum Wohnen, aber nicht zum Wohnen und Arbeiten. Das werde sich auch den Bau der B3-Ortsumgehung und die Stadtbahnverlängerung nicht ändern. „Es muss ein zweites Standbein her.“ Wolf Hatje (DUH) kritisiert, dass die Ziele der Wirtschaftsförderung im Haushaltsplan zu allgemein formuliert sind. „Verbesserung der Kontakte zur Hemminger Wirtschaft und Steigerung der Hemminger Betriebe“, heißt es darin.

Von Andreas Zimmer

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