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"Kein Happy End, aber ein Happy Beginning"

Arnum "Kein Happy End, aber ein Happy Beginning"

Es werden spannende Monate bis zum Ende des Jahres: Die Sängerin Anika Bollmann möchte bis dahin ihr erstes Album mit selbst geschriebenen Liedern veröffentlichen.

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Anika Bollmann

Quelle: privat

Arnum. Anika Bollmann wurde in Hannover geboren und lebte bis zu ihrem 19. Lebensjahr in Arnum. Nach einer Musicalausbildung in Hamburg wurde sie als Sängerin und Tänzerin auf Kreuzfahrschiffen engagiert. Sie ging im Winter 2012 zunächst für drei Monate und ab Sommer 2014 für ein Jahr nach New York. Mittlerweile wohnt und arbeitet sie in Wien. Redakteur Andreas Zimmer sprach mit der 28-Jährigen über einen Rückschlag, aus dem viel Neues erwachsen ist.

Wieso sind Sie nicht mehr in New York, Ihrer Lieblingsstadt?

Ich dachte, ich könnte mich dort künstlerisch ausleben, aber im ersten Viertel meines einjährigen Aufenthaltes haben sich die Bestimmungen für das Künstlervisum geändert.

Was hatte das für Sie für Folgen?

Ich war auf einmal eingeschränkt in dem, was mir erlaubt war zu tun und durfte gewisse Jobangebote nicht annehmen. Das bedeutete raus aus dem Broadway.

Ihr großer Traum...

Es war ein herber Rückschlag. Ein Riesenschock. Das tat weh. Auch aus TV- und Filmangeboten war ich raus.

Aber Sie sind trotzdem erst einmal geblieben.

Ja, es haben sich andere tolle Auftritte ergeben, eher in der Jazz- und Poprichtung. Ich sang unter anderem regelmäßig mit der als mehrfach beste Band New Yorks ausgezeichneten Gruppe Manhattan City Music, im legendären Friars Club und im weltbekannten Birdland. Meinen Traum, meine eigene einstündige Solo Show auf Manhattan zu präsentieren, konnte ich auch verwirklichen. Und ich durfte in der United States Military Academy West Point die amerikanische Nationalhymne singen – eine Ehre und ein tolles Gefühl!

Eigentlich wollten sie doch immer die Christine im „Phantom der Oper“ singen. Woher haben Sie die Kraft für den Wechsel genommen?

Ich versuche das mal so zu erklären: Ich glaube daran, dass alles aus einem Grund passiert und lernte Stück für Stück meinen ursprünglichen Plan los zulassen und in das Leben zu vertrauen. Der Jazz war in meinem Herzen eigentlich immer da. Durch meinen Musicalplan habe ich mich aber selbst eingeschränkt. Ich hatte Scheuklappen auf.

Der American Dream entpuppt sich als ein hartes Stück Arbeit. Wo haben Sie eigentlich in New York gewohnt?

Erst bei einer Freundin an der Upper West Side, dann in einer WG in Long Island City, wenige Schritte entfernt von der Manhattan Skyline.

Hat es Ihnen nach einem Jahr in New York nicht mehr gefallen?

Doch! Ich liebe diese Stadt weiterhin. Aber ich wollte irgendwo hin, wo ich als Künstlerin nicht durch ein Visum limitiert bin. Doch wo geht man hin, wenn man in einer Stadt wie New York gelebt hat? Da telefonierte ich mit einer Sängerkollegin in Wien...

Wie gefällt es Ihnen in Wien?

Es war ein Kulturschock. Ich bin erst mal in ein Loch gefallen. Aber das Tief hat meinen Horizont erweitert. Ich habe erfahren, dass, wenn man loslässt, die richtigen Dinge im Leben zu einem kommen. Seit dem fallen mir Möglichkeiten zu, mit denen ich gar nicht gerechnet hätte, wie die Produktion eines eigenen Albums. Wenn man so will, habe ich meine Liebe zur Imperfektion entdeckt und aufgehört kontrollieren zu wollen, was ich nicht kontrollieren kann. Kein Happy End in New York, aber ein Happy Beginning. Ich bin überrascht, was das Leben mit mir macht, und ich bin jetzt glücklich.

Wo treten Sie auf?

Ich singe zum Beispiel regelmäßig Jazz und Coverversionen im ganz eigenen Stil im Hilton Plaza. Nirwana auf Swing, das sollten Sie mal hören. Zu Silvester bin ich im Hotel Melia gebucht, Österreichs höchstem Wolkenkratzer.

Was haben Sie in Wien liebgewonnen?

Die Natur. Man ist schnell in den Bergen. Durch die hohe Lebensqualität, die Wien einem bietet, ist mein Kopf endlich frei genug, meiner Kreativität für eigene Lieder freien Lauf zu lassen.

Welche Pläne haben Sie?

Ich würde gern bis Ende dieses Jahres mein erstes Album mit selbst geschriebenen Liedern veröffentlichen. Teils mit deutschen, teils mit englischen Texten, ich weiß es noch nicht. Auf jeden Fall wird es tanzbare Musik zu einem guten Groove sein mit ein wenig James-Bond-Elementen wegen der Bläser.

Wie oft kommen Sie zu Ihrer Familie und Ihrem Hund nach Arnum und was ist dann ein Muss?

In der Zeit in New York gar nicht, jetzt vier Mal im Jahr. Ich habe das Gefühl, die heimatlichen Wurzeln sind seit New York tiefer geworden. In Arnum muss ich auch meine Mädels sehen, und wir unternehmen dann was zusammen. Ich liebe es auch mit meinem Hund auf den grünen Wegen in Arnum Spaziergänge zu machen.

Wann treten Sie denn mal im Hemminger Stadtgebiet auf?

Da bringen Sie mich auf eine Idee. Ich denke darüber nach, spätestens zum Album, versprochen!

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