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Hemmingen-Westerfeld wird Thema in Doktorarbeit

Hemmingen-Westerfeld Hemmingen-Westerfeld wird Thema in Doktorarbeit

Wie leben Menschen in Hemmingen-Westerfeld, wie nehmen sie ihr Lebensumfeld wahr? Das möchte die Diplom-Geografin Angelina Göb für ihre Doktorarbeit zum Thema „Lebensweisen und Alltagsroutinen von Bürgern in ihrem Wohnumfeld“ erfahren – und deshalb gern einige Bewohner interviewen.

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Angelina Göb möchte für ihre Doktorarbeit mit Hemmingern ins Gespräch kommen.

Quelle: Frank Walter

Hemmingen-Westerfeld. Am Anfang standen nur das Thema und ein Fahrschein. "Um die Region Hannover kennenzulernen bin ich nach meinem Zuzug vor einem Jahr immer mal zu Erkundungstouren irgendwohin gefahren - oft spontan, ohne genau zu wissen, wohin es mich treibt. Augen zu, Finger auf den Stadtplan und los geht‘s“, so lautete das Motto der 30-Jährigen. Dann fiel die Wahl auf Hemmingen-Westerfeld. Dabei sei der erste Eindruck ausschlaggebend gewesen. „Die Begegnung mit den Bewohnern, die unterschiedlichen Bauformen und Erholungsmöglichkeiten, ja, die ganze Atmosphäre – das hat irgendwie gleich gepasst."

Einige Nachmittage und Wochenenden hat Göb seitdem in Hemmingen-Westerfeld verbracht, ihre ersten Eindrücke bei Spaziergängen vertieft und bei der Stadtverwaltung vorgesprochen, um einige statistische Daten beispielsweise zur Bevölkerungsstruktur zu erhalten. Eine gewisse „Rückkoppelung“ mit offiziellen Stellen sei aber ohnehin wichtig: Wenn man mit der Handykamera um die Grundstücke streife und Fotos mache, denke mancher gleich an Einbrecher, hat Göb festgestellt.

Dabei ist Göbs Interesse keineswegs krimineller, sondern streng wissenschaftlicher Natur: Während ihrer Berufstätigkeit als Stadtplanerin in einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz hatte sich bei ihr der Wunsch entwickelt, die individuellen Sichtweisen von Bewohnern und ihre Lebensweisen stärker in Planungsprozesse zu integrieren. Stadtplanung erfolgt normalerweise auf der Grundlage gesetzlicher Vorgaben, von Gutachten und Konzepten mit Kartierungen, Statistiken und Prognosen sowie Bürgerbeteiligungen. Göbs Vorhaben als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover zielt darauf ab, in längeren Einzelinterviews persönliche Sichtweisen und Erfahrungen einzufangen, um eine näher an den Bedürfnissen der Bewohner orientierte Stadtentwicklung zu ermöglichen. „Wie sind Sie nach Hemmingen-Westerfeld gekommen? Wie sieht Ihr Alltag aus? Was ist gut oder schlecht im Stadtteil? Welcher Laden fehlt?“, nennt Göb mögliche Themen – wobei sie im Gespräch zunächst nur Erzählimpulse setzt und dann gespannt guckt, „was da so kommt“. Im Ergebnis geht es ihr nicht um Repräsentativität, sondern darum, Tendenzen aufzuzeigen – und so wissenschaftliche Wege zu entwickeln, wie man bei der Stadtplanung Beteiligungsprozesse besser gestalten kann.

Interviews hat sie noch nicht geführt. Nach dem Aufruf über die Presse und die örtliche Bekanntmachung ihres Vorhabens freut sie sich auf zahlreiche Interessierte, die sich bei ihr melden und ihr einen individuellen Einblick in ihr Leben hier im Stadtteil vermitteln möchten. Dabei werden die Interviews auf Tonband aufgenommen und die Mitschnitte anschließend entsprechend des Datenschutzgesetzes anonymisiert und ausgewertet. Für ihre Arbeit der nächsten Monate sucht die Diplom-Geografin Bewohner, gerade auch Jüngere und Neuhinzugezogene, die sie mit ihrem Alltagswissen unterstützen.

Info: Wer sich von Angelina Göb interviewen lassen will, erreicht sie unter Telefon (05 11) 3 48 42 47 und per E-Mail an goeb@arl-net.de.

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