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„Nach Arnum fahre ich immer gern“

Arnum „Nach Arnum fahre ich immer gern“

Beruflich muss Stefan Haubrich immer hoch hinaus. Der Servicetechniker kontrolliert im Auftrag der Karlsruher Firma Rosenbauer Drehleitern von Feuerwehren. Eine seiner jüngsten Aufträge führte ihn nach Arnum.

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Stefan Haubrich kontrolliert die Drehleiter in Arnum.

Quelle: Andreas Zimmer

Arnum. Redakteur Andreas Zimmer sprach mit dem 50-Jährigen über einen Job meist unter freiem Himmel und lange Abende in Hotelzimmern.


Herr Haubrich, was machen Sie da?

Ich kontrolliere die Drehleiter. Sie muss regelmäßig durch den Sachkundigen nach GUV, also der Gesetzlichen Unfallversicherung, überprüft werden – mindestens einmal im Jahr oder nach Bedarf, so sagt es der Gesetzgeber.

Wie lange dauert die Kontrolle?

Sechs Stunden.

Das ist lange.

So viel Zeit ist das gar nicht, wenn Sie bedenken, dass ich unter anderem die Schaltkästen prüfe, die Beleuchtung, den Hydraulik-Ölfilter und die rutschhemmenden Belege. Außerdem muss ich die Drehleiter ganz ausfahren, wenn ich mithilfe von Stahlseil und Zugwaage prüfe, ob der Korb das Höchstgewicht von 270 Kilogramm auch tatsächlich aushält.

Es scheint aber alles in Ordnung?

Ja, bis auf eine kleine Umlenkrolle. Die kann der Gerätewart aber später selbst austauschen.

Die komplette Kontrolle draußen: Ist Ihnen nicht kalt?

Nein. Bei Kälte muss man sich eben etwas Passendes anziehen. Nur bei Minustemperaturen kann ich nicht arbeiten, und bei Regen ist es auch schlecht.

Sind Sie häufiger im Hemminger Stadtgebiet unterwegs?

Immer nur einmal im Jahr in
 Arnum, aber ich kontrolliere zum Beispiel auch die Drehleitern in Pattensen, Laatzen und Ronnenberg und bei der Berufsfeuerwehr Hannover.

Sie wohnen in der Nähe von Göttingen. Pendeln Sie jeden Tag?

Von Arnum aus werde ich Richtung Göttingen zurückfahren, das ist ein Heimspiel. Aber mein Einsatzgebiet reicht von Nienburg bis Friedberg in Hessen. Auf 150 Hotelübernachtungen im Jahr komme ich schon. Dann bin ich leider von meiner Familie getrennt.

Sind Sie auch aktiver Feuerwehrmann?

Bin ich, seit 15 Jahren in meinem Heimatort, wenn ich denn zu Hause bin. Wenn man in einem Dorf lebt wie ich, muss man zumindest passives Mitglied der Feuerwehr sein.

Gibt es eine Lieblingsfeuerwehr, zu der Sie gern fahren, oder ein besonderes Gerätehaus, zum Beispiel ein historisches?

Ich fahre immer gern dorthin, wo die Kunden nett sind. Nach Arnum fahre ich gern. Dass die Feuerwehrleute ihre Einsatzklamotten in der Halle haben, ist nicht optimal. Ich habe aber gehört, dass vielleicht ein neues Gerätehaus gebaut wird.

Haben Sie sich in Ihrem Beruf schon mal verletzt?

Da ist erfreulicherweise noch nie was passiert.

Kommt es oft vor, dass Sie bei Ihrer Arbeit von Passanten angesprochen werden?

In Arnum ist das immer schön mit den Kindern, weil der Kindergarten gleich neben dem Gerätehaus ist. Aber sonst machen die Bürger eher einen Bogen um die Feuerwehr.

Warum denn?

Es mag sein, dass sie mit der Feuerwehr immer etwas Schlimmes wie Brände und Unfälle verbinden. Oder sie denken, sie werden womöglich noch als Mitglied geworben.

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