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"Wir hatten damals gute Vorbilder"

Arnum "Wir hatten damals gute Vorbilder"

Die Erinnerungen sind vielfältig: Rund 20 ehemalige Schüler aus Arnum haben sich am Sonnabend getroffen und sich lebhaft über ihre Schulzeit vor 60 Jahren ausgetauscht. Die ersten beiden Jahre wurden sie in der ehemaligen Alten Schmiede unterrichtet, die dieses Jahr abgerissen werden soll.

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Klassentreffen: Die Senioren blicken auf ihre Schulzeit in Arnum vor 60 Jahren zurück.

Quelle: Tobias Lehmann

Arnum. Leicht war die Zeit sicher nicht, doch die ehemaligen Arnumer erinnern sich gerne an ihre Schulzeit zurück. "Für die Erwachsenen war es eine Zeit des Aufbruchs und des Wiederaufbaus. Für uns Kinder gab es damals viele gute Vorbilder", sagt der heute in Hamburg lebende Norbert Kern über das Jahr 1948. Rund 30 Kinder wurden damals in Arnum eingeschult. Etwa ein Drittel von ihnen lebt heute noch dort.

Organisiert hat das Klassentreffen im Clubheim des SV Wilkenburg jedoch die jetzt in Flensburg wohnende Lore Kloppenburg. "Die ersten zwei Jahre wurden wir gemeinsam mit den Schülern der zweiten Klasse in einem Raum der heute leer stehenden Alten Schmiede unterrichtet", erinnert sie sich. Das Gebäude soll dieses Jahr abgerissen werden. Ab der dritten Klasse gingen die Schüler in die Räume der heutigen Wäldchenschule.

Obwohl rund 60 Kinder in einem Raum unterrichtet wurden, sei es selten laut gewesen. Daran erinnert sich noch Gisela Papies, deren Vater Paul Papies einer der Lehrer war. "Wir hatten damals nach dem Krieg auch viele Flüchtlingskinder aus Ostpreußen. Die Mentalität war eine andere, doch das gemeinsame Interesse am Lernen verband uns", sagt sie. Ihr Vater war bei den meisten Schülern sehr beliebt, da er im Gegensatz zu einigen Kollegen eine modernere Pädagogik vertrat. Er hat unter anderem das Lernen mit der sogenannten Einwortmethode an der Grundschule eingeführt.

Zudem gehörte Papies zu den Lehrern, die nicht mehr geschlagen haben. Das traf nicht auf alle zu. Selbst für kleinere Vergehen bekamen die Schüler damals noch Schläge mit dem Rohrstock auf den Hintern oder mit der Gerte auf die Hand. "Ich kam einmal zehn Minuten zu spät. Da stand unser Rektor bereits mit dem Rohrstock in der Hand auf der Treppe und zeigte nur stumm auf seine Uhr", sagt ein ehemaliger Schüler, der heute in Pattensen wohnt.

Gerne erinnern sich die heute alle um die 75 Jahre alten Männer und Frauen noch daran, dass damals viel gesungen wurde. "Häufig schrieben die Lehrer die Texte kompletter Lieder an die Tafel und wir mussten sie auswendig lernen", sagt Gisela Papies' älterer Bruder Klaus Papies, der bereits zwei Jahre zuvor eingeschult wurde. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und war als Lehrer in Bremen tätig, wo er heute noch lebt.

Die weiteste Anreise hatte Werner Schwertner, der in München wohnt. "Für das Austauschen gemeinsamer Erinnerungen komme ich gerne immer wieder zurück nach Hemmingen", sagt er. Das nächste Klassentreffen soll in fünf Jahren sein. "Wir werden alle nicht jünger. Doch ich hoffe, dass wir diese Tradition noch lange aufrecht erhalten können", sagt Organisatorin Kloppenburg.

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