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Ein Auto mit Rampe für Eray

Arnum Ein Auto mit Rampe für Eray

Der 14-jährige Eray Özer ist behindert, kann sich aber auf seine Familie verlassen. Die Hemminger Initiative „Nachbarn helfen Nachbarn“ ruft nun zu Spenden auf, um der Familie ihr Leben zu erleichtern.

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Für die Familie und einige Arnumer Bürger steht Eray im Mittelpunkt.

Quelle: Tobias Lehmann

Arnum. Eray Özer mag Musik. „Wenn er Mozart oder Beethoven hört, ist er glücklich“, sagt seine Mutter Ümmihan Özer und klingt dabei wie jede andere stolze Mutter. Doch das Leben von Ümmihan und ihrem Mann Cemil unterscheidet sich von dem vieler anderer Eltern. Eray fehlt ein Chromosom, weshalb er von Geburt an körperlich und geistig behindert ist. Er braucht ständige Betreuung, muss unter anderem gewickelt werden. Nachts hat er häufiger epileptische Anfälle. „Er hat sein eigenes Zimmer, in das wir ein Babyfon gestellt haben, das uns alarmiert. Unser Schlaf ist über die Jahre sehr leicht geworden“, sagt Ümmihan Özer.

Der im Rollstuhl sitzende Eray kann sich mit einigen Wörtern verständigen, spricht aber nicht deutlich. „Wer ihn kennt, versteht ihn“, sagt seine zehnjährige Schwester Elmas und hilft ihrem Bruder, ein Stück Kuchen zu essen. Cemil Özer weist darauf hin, dass Eray sich sogar zweisprachig ausdrücken kann, in Deutsch und in Türkisch. „Wenn wir unsere Verwandten in der Türkei besuchen, verstehen die ihn auch“, sagt er. Auch das dritte Kind der Özers, der 15-jährige Koray, kommt gut mit seinem Bruder aus. Doch es sei nicht immer einfach gewesen. „In der Grundschule wurde er wegen Eray manchmal gehänselt“, sagt Ümmihan Özer.

Das Haus in Arnum, das die Familie vor drei Jahren bezogen hat, ist barrierefrei. So kann Eray zum Beispiel selbstständig in das Badezimmer fahren, um sich die Hände zu waschen. Eine dauerhafte Betreuung in einer Einrichtung lehnen die Özers ab. „Wir wollen Eray so lange wie möglich bei uns behalten“, ist sich die Familie einig. Er sei an sie gewöhnt, lasse sich zum Beispiel auch nicht von jedem wickeln.

Unterstützung bekommen die Özers von Verwandten, die ebenfalls in der Region leben, speziell auch von Cemil Özers Schwester Seriha. Doch neben der nervlichen Belastung gibt es auch physische Probleme. Eray ist mittlerweile so groß geworden, dass seine Mutter ihn nicht mehr allein im nicht behindertengerechten Auto der Familie transportieren kann. Doch die Mobilität ist wichtig für Eray, für sein Sozialleben, aber auch für die Fahrten zur regelmäßigen Sprach- und Bewegungstherapie.

Eray wurde bisher dreimal operiert, unter anderem wurde seine Wirbelsäule versteift. Die Kosten dafür hat die Krankenkasse übernommen. Doch ein größeres Auto mit Rampe zahlt die Kasse nicht. Selbst mit Zuschüssen des Sozialamtes kann sich die Familie dies nicht leisten. „Wir sind für jede Hilfe sehr dankbar“, sagen Ümmihan und Cemil Özer.

von Tobias Lehmann

So können Sie helfen

Das Arnumer Projekt „Nachbarn helfen Nachbarn“ will sich jetzt für die Familie Özer einsetzen und aktiv Spenden sammeln. „Wir würden uns freuen, wenn der Familie bald ein behindertengerechtes Fahrzeug zur Verfügung steht“, sagt die Leiterin von „Nachbarn helfen Nachbarn“, Barbara Kiene. Unterstützung hat sie bereits von der Arnumer Interessengemeinschaft (AIG) bekommen, die 1000 Euro für die Familie Özer gespendet hat. „Wir waren uns schnell einig, dass das eine gute Investition ist“, sagt die Vorsitzende Maren Schmidt und bekommt von ihrem Amtskollegen Bernd Filax Zustimmung.
Der Verein Mobil mit Behinderung (MMB) hat auf Initiative von Kiene ein Spendenkonto eingerichtet. Bei Bedarf wird auch eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Die Kontoverbindung lautet: Mobil mit Behinderung e.V., IBAN DE41 6602 0500 0008 7113 00, BIC BFSWDE33KRL (Bank für Sozialwirtschaft), Stichwort: Eray.

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