Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Ein U-Boot der Marke Eigenbau

Ohlendorf Ein U-Boot der Marke Eigenbau

Nach vierjähriger Pause lädt Oldtimersammler Bernd Filax wieder zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucher können dieses Mal auch ein U-Boot im Bau bestaunen.

Voriger Artikel
Unter freiem Himmel „den Affen abwehren“
Nächster Artikel
„Wasser marsch“ bei den Löschzwergen
Quelle: Andreas Zimmer

Ohlendorf. Da steht es, mittendrin in einem früheren Schweinestall in Ohlendorf zwischen historischen Opel-Modellen und einem goldfarbenen VW Cabrio: ein U-Boot. Bernd Filax will damit im Frühjahr 2016 im Mittellandkanal bei Seelze-Lohnde abtauchen. Wobei das Wort nicht ganz zutrifft: Ganz unter Wasser darf das Boot nicht, schließlich sei es als Sportboot gedacht, sagt der U-Boot-Fan aus Arnum. Aber dem Original - der sogenannte Seehund von 1944/45 - komme es trotzdem schon sehr nahe. Es sei ebenfalls etwa elf Meter lang, mit 3,5 Tonnen aber nicht so schwer wie das Original, das etwa 15 Tonnen wiegt.

Zwei wassertaugliche Boote hat Filax schon gebaut. „Mich drängt es, immer etwas Neues zu machen“, erklärt der Tischlermeister aus Arnum seine Motivation. Als ihn 2005 das Seemannsfieber packte, entstand die „Abelius“, der Nachbau des Tochterbootes des Seenotkreuzers „Hans Lüken“ aus Holz mit Stahlrumpf. „Es fährt umgerechnet höchstens 14 Stundenkilometer. Das nenne ich Entschleunigen.“

2007 folgte die „Hillrich Kuper“, ein Nachbau des Rettungsbootes, das jetzt als Museumsschiff auf Langeoog liegt, der Lieblingsinsel von Filax. Wie bei der „Hillrich Kuper“ ist Stahl auch das Material für den derzeitigen U-Boot-Bau. Die Platten dafür wurden aus Hannover geliefert. Im Oktober 2013 hatte Filax mit dem Kiel angefangen. Im Gegensatz zu den beiden Booten zuvor entsteht das U-Boot nicht draußen, sondern in dem früheren Stall.

Den Fortgang der Arbeiten können Besucher am Tag der offenen Tür am Sonntag, 27. September, bestaunen. Nicht nur das: 23 Oldtimer hat Filax seit 1999 in der früheren Scheune und dem späteren Anbau auf insgesamt etwa 350 Quadratmetern Fläche liebevoll restauriert und untergebracht. Auf dem Dachgepäckträger eines Wagens ist ein alter Koffer angebunden, auf der Hutablage eines anderen ist die für eine bestimmte Zeit so typische, umhäkelte Klopapierrolle platziert.

Seit 2011 hat Filax nicht mehr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, aber zwischenzeitlich immer mal wieder Gruppen durch seine Halle geführt. „Das älteste Fahrzeug ist ein Opel Kadett aus dem Jahr 1938, der bereits in der ZDF-Reihe „Terra X“ zu sehen war“, erläutert er. Bis nach Schwäbisch Hall ist er gefahren, um seine Oldtimer zu kaufen. Der jüngste Neuzugang ist ein Goggomobil, Baujahr 1969. Filax’ erstes Auto war der Kurierwagen Kübel der Bundeswehr, den er einst rot anmalte. Inzwischen ist er metallic-grün, aber immer noch Filax’ Lieblingswagen. „Alle Autos sind fahrbereit“, betont er. Mindestens einmal im Jahr müssen sie auch gefahren werden, um Verschleiß vorzubeugen. Alle haben einen Namen - und zwar nicht irgendeinen. „Oskar heißt deswegen so, weil er in Osnabrück gebaut wurde.“ Und der VW-Bulli heiße wegen seiner braunen Farbe Bruno.

Ob Fachsimpeln oder in nostalgische Schwärmerei verfallen - das lässt sich am besten im Anbau in der guten Stube, einem nachgebauten Wohnzimmer mit Möbeln aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren sowie einem historischen Radio. Aufgeschlagen auf dem Tisch liegt die Radio- und TV-Zeitschrift „Hörzu“ aus dem Jahr 1957. Hier lässt es sich aushalten: Praktischerweise ist eine komplett ausgestattete Bar ebenfalls im Stil der Sechziger gleich nebenan. Woher kommt seine Vorliebe für diese Jahrzehnte? „Es war eine gemütliche Zeit“, sagt Filax, der 1966 geboren wurde. An den Wänden hängen SchwarzWeiß-Bilder aus seiner Kindheit, darunter eines mit dem ersten Auto seiner Eltern aus dem Jahr 1970 - natürlich ein VW Käfer.

Nun ist erst einmal der Tag der offenen Tür das nächste Ziel. Doch bei Filax weiß man das nie. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er schon wieder weitere Pläne schmiedet.

Der Tag der offenen Tür am Sonntag, 27. September, läuft von 11 bis 18 Uhr. Der Eingang am Bruchweg 22 ist nicht zu verfehlen: Aus der Wand ragt die Frontpartie eines VW Karmann Ghia. Der Eintritt ist frei, Filax bittet aber um Spenden für die Seenotretter. Deren Arbeit liegt ihm am Herzen. Zum Tag der offenen Tür im Jahr 2011 kamen rund 500 Besucher. zi

Von Andreas Zimmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Hemmingen
doc6sl3ablqc2dml2tjizj
Feuer in Wochenendhaus in Wilkenburg

Fotostrecke Hemmingen: Feuer in Wochenendhaus in Wilkenburg