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Einbrecher scheitern an Pilzkopfverriegelung

Hemmingen-Westerfeld Einbrecher scheitern an Pilzkopfverriegelung

Beim Stichwort Pilzkopf denken die meisten wohl an die Frisuren der Beatles - die Teilnehmer des zweistündigen Informationsabends von Polizei und Stadt am Montagabend nicht mehr. Sie wissen jetzt, dass die Pilzkopfverriegelung bei Fenstern ein guter Einbruchschutz ist.

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Michael Nickel zeigt im KGS-Forum das Werkzeug, mit dem die meisten Einbrüche begangen werden: einen langen Schraubendreher.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen. Etwa 50 - überwiegend ältere - Frauen und Männer im KGS-Forum konnte die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Linkhof begrüßen. Sie kamen aus Hemmingen und Umgebung, schließlich gehört zum Einzugsbereich des Polizeikommissariates Ronnenberg nicht nur Hemmingen, sondern auch Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen. Mit dabei waren auch Kommissariatsleiter Christoph Badenhop und Rüdiger Pietsch, der den Kriminal- und Ermittlungsdienst im Ronnenberger Kommissariat leitet.

Mit den Präventionsabenden passend zum Beginn der dunklen Jahreszeit möchte die Polizei Wohnhäuser sicherer machen und die Zahl der Einbrüche senken. Innerhalb der Polizeidirektion Hannover gab es 2013 insgesamt 3600 Einbrüche und im vergangenen Jahr fast 3050. Nur ein Viertel der Fälle wird aufgeklärt.

Diese Zeitung fasst die Fragen der Zuhörer und die Antworten von Michael Nickel zusammen. Der Polizeihauptkommissar ist Referent bei der Zentralstelle zur technischen Prävention der Polizeidirektion Hannover.

Welches Werkzeug nutzen Einbrecher am häufigsten?

Es ist ein langer Schraubendreher.

Welche Produkte zum Einbruchschutz sind die besten?

Die Polizei empfiehlt keine bestimmten Produkte. Die optimale Sicherheit ist gewährleistet durch mechanische und elektrische Sicherungen, aber auch durch das eigene Verhalten.

Apropos Verhalten: Muss ich wirklich die Haustür abschließen, auch wenn ich nur kurz weg bin?

Unbedingt. Für Einbrecher ist es ein Leichtes die Tür aufzubrechen. Die Polizei findet keine Aufbruchspuren, und auch die Versicherung scheut sich zu zahlen.

Aber Fenster dürfen doch gekippt bleiben?

Nein. Gekippte Fenster sind offene Fenster. Einbrecher haben ein leichtes Spiel.

Ich habe ein Haus am Ortsrand mit aufmerksamen Nachbarn. Reicht das?

Eine gute Alarmanlage sollte in dieser Lage installiert werden.

Verhindert eine Überwachungskamera Einbrüche?

Kaum. Die Täter brechen in Häuser mit und ohne Kamera ein.

Ich habe einen Hund. Hilft das?

Nein, denn nur 1,3 Prozent der Einbrecher scheitern bei ihrem Vorhaben an einem Hund, aber zum Beispiel 25 Prozent an den Pilzkopfverriegelungen der Fenster. Letztere sind besser als der Rollenzapfenbeschlag.

Bieten einbruchsichere Folien zum Aufkleben genug Schutz?

Nein. Zudem ist der Aufwand sehr groß, denn die Fensterscheiben müssen dafür herausgenommen werden. Dann lieber gleich Sicherheitsglas einsetzen.

Sind Rollläden ein guter Einbruchschutz?

Nein. Sie sind nicht geeignet Täter fernzuhalten, wohl aber eine Außenbeleuchtung im Garten und Leuchten, die bei Abwesenheit der Bewohner an Zeitschaltuhren angeschlossen sind.

Was hat es mit der Plakette „Zuhause sicher“ auf sich?

Sie wird von der Polizei verliehen nach ihrer kostenlosen Beratung zum Einbruchschutz und nachdem qualifizierte Handwerksbetriebe das Haus einbruchsicher gemacht haben.

Sind die psychischen Folgen eines Einbruchs wirklich so schlimm?

Das kommt darauf an. Männer verkraften ihn meist besser als Frauen und Kinder. Es gibt Opfer, die kaufen beispielsweise ihre gesamte Unterwäsche neu, weil die Täter den Wäscheschrank durchwühlt haben. Es gibt aber auch Opfer, die umziehen, weil sie sich in den bisherigen Wohnräumen nicht mehr sicher fühlen.

Ich bin Opfer eines Einbruchs geworden. An wen kann ich mich wenden, damit ich die Folgen besser verarbeiten kann?

Die Polizei hilft oder leitet zum Beispiel an den Weißen Ring weiter, einen Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern, oder an die Trauma-Ambulanz der Medizinischen Hochschule.

Monatliche Vorträge

Wer den Termin in Hemmingen verpasst hat, kann am Donnerstag nach Springe fahren. Im Museum auf dem Burghof informiert die Polizei ab 18 Uhr.

Eine weitere Möglichkeit sich zu informieren sind die Vorträge in der Zentralstelle zur technischen Prävention an der Marienstraße 34-36 in Hannover an jedem ersten Werktag im Monat. Der nächste ist für Montag, 2. November, 18 Uhr, geplant. Eine Anmeldung ist notwendig: Telefon (0511) 1091114 oder per E-Mail an tech-praevention@pd-h.polizei.niedersachsen.de.

Weitere Infos gibt es auf pd-h.polizei-nds.de, polizei-beratung.de und zuhause-sicher.de.

zi

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