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Kirchenbesuch sorgt für viel Wirbel

Hiddestorf Kirchenbesuch sorgt für viel Wirbel

Ein neues Angebot von Kindergarten und Kirchengemeinde in Hiddestorf ist an der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gescheitert. Einmal im Monat an einem Freitag um 11 Uhr sollten Mädchen und Jungen des städtischen Kindergartens in die benachbarte evangelische Nikolaikirche in Hiddestorf gehen.

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Der Altarraum spiegelt sich in einem Spiegel an der Orgel der Hiddestorfer Kirche.

Quelle: Andreas Zimmer

Hiddestorf. Ein Elternpaar hat sich jedoch an die Antidiskriminierungsstelle gewandt. „In einem Schreiben des Pastors und der Kindergartenleitung war es als Gottesdienst ausgeschrieben“, sagte Volker Kolsch, Leiter des Hemminger Familienservicebüros.  Das Paar befürchte wohl auch, dass die verbliebenen Kinder in dieser Zeit nicht adäquat betreut werden. 

Aus dem jüngsten Gemeindebrief geht hervor, dass der „Gottesdienst für kleine Leute“ – Debüt sollte am 1. September sein - unter anderem mit Liedern, biblischen Erzählungen und Erkundungen des historischen Gotteshauses 20 bis 30 Minuten dauern sollte.

50 von 75 Kindern wurden für das Angebot angemeldet. Pastor Richard Gnügge erläuterte an drei Elternabenden das Vorhaben. "Wir wollten für die Kinder ein schönes Angebot machen. Sie sind Zaungäste und sehen, dass in der Kirche Gottesdienste sind, Andachten, Führungen und auch Beerdigungen. Sie fragen natürlich: Was macht Ihr denn da?", erläuterte Gnügge gegenüber dieser Zeitung. Der Seelsorger bedauerte die missverständlichen Formulierungen. Die Idee für das Projekt im ältesten Bauwerk Hemmingens stamme von Kirchengemeinde und Kindergarten, erläuterte Gnügge.

Wegen der hohen Zahl an Anmeldungen sei das Angebot jetzt auf den Nachmittag verlegt worden - einmal monatlich bis zum Ende des Jahres und außerhalb der Kita-Betreuung. Am ersten Treffen am 1. September haben 25 Kinder mit ihren Eltern teilgenommen. Sie seien unter anderem auf den Kirchturm gestiegen, um sich die Glocken anzusehen.

Bürgermeister Claus Schacht sagte, der Brief der Antidiskriminierungsstelle habe die Stadtverwaltung in der vorletzten Woche erreicht. Die Verwaltung habe keinen Anstoß an dem Angebot genommen. „Für uns ist das normal, dass Kinder in unterschiedliche Einrichtungen gehen. Sie besuchen zum Beispiel auch die Feuerwehr und die Bücherei. Das gehört zur Bildung“, sagte Schacht. „Ein Elternpaar aber hat das anders beurteilt.“

Das Angebot ruht vorerst. Schacht riet dazu „sich zusammenzusetzen“. Wenn ein oder mehrere Kinder an einem Angebot nicht teilnehmen möchten oder sollen, werde es in der Zwischenzeit eine „adäquate Betreuung“ geben.

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