Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
KGS-Elternrat fordert Vollzeitkraft für Inklusion

Hemmingen-Westerfeld KGS-Elternrat fordert Vollzeitkraft für Inklusion

Was sich in der Theorie so schön anhört, sieht in der Praxis alles andere als schön aus.“ Mit diesen Worten kritisiert der Schulelternrat der KGS Hemmingen, dass es an dieser Schule weiterhin an einer vollen Stelle für den Unterricht von Kindern mit Förderbedarf mangelt.

Voriger Artikel
CDU: Antrag der SPD zu Fußweg ist überflüssig
Nächster Artikel
Fahrradstraßen werden gut angenommen

Die KGS in Hemmingen-Westerfeld.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen-Westerfeld. Stattdessen kommen zeitweise mehrere Förderschullehrer in die KGS. „Diese Zerstückelung ist ineffektiv“, schreibt der Schulelternratsvorsitzende Thorsten Langner in einem Offenen Brief an Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt. „Die Reibungsverluste, bedingt durch unterschiedliche Einsatzorte der Förderschullehrkräfte sowie die fehlende Nähe zum Kollegium, sind hausgemacht. Die ständigen Fahrzeiten gehen zu Lasten der integrativen Kinder.“ Auf Anfrage dieser Zeitung teilte das Kultusministerium mit, dass eine Stellungnahme am Dienstag noch nicht möglich gewesen sei, aber folgen werde, weil gegebenenfalls auch die Landesschulbehörde befragt werde.

Der Schulelternratsvorsitzende der KGS Hemmingen betont: „Wir begrüßen es sehr, dass immer mehr Kinder mit Handicap auf eine Regelschule gehen.“ Schließlich würden vom gemeinsamen Unterricht Kinder mit und ohne Beeinträchtigung profitieren. „Sie lernen, in der Gesellschaft mit allen Menschen zusammenzuarbeiten und sie mit Respekt zu akzeptieren.“ Doch die Lehrerstunden im Schuljahr 2015/16 seien „nur zum Teil abgedeckt worden“. Weitere Schüler mit Förderbedarf kommen ab Donnerstag hinzu, wenn nach den Sommerferien die Schule wieder beginnt, ebenso in den nächsten Jahren. Der Elternrat wirft der Ministerin vor: „Sie entscheiden nicht, sondern vertagen sich von Beratungen zu Beratungen und lassen die Regelschulen und damit die Eltern und Kinder mit den Problemen allein.“

Auch die Schulleitung befürwortet eine feste Stelle für eine Vollzeitkraft. Einen entsprechenden Antrag habe das Kultusministerium abgelehnt, weil an allgemeinbildenden Schulen dafür keine Stellen zur Verfügung ständen, sagte Schulleiter Dieter Driller-van Loo. Auf Anfrage dieser Zeitung erläuterte er, dass im vergangenen Schuljahr 22 Kinder mit Förderbedarf aus dem Hemminger Stadtgebiet unterrichtet worden seien. Mit dem Schulstart morgen steige die Zahl auf 27. Diese seien auf mehrere Klassen verteilt.

Bis zu vier Lehrer von der Calenberger Schule in Pattensen, die auch in weiteren Schulen eingesetzt werden, kümmern sich weiterhin um die Schüler in Hemmingen. Driller-van Loo lobte ihren „hohen persönlichen Einsatz“ ebenso wie den des Stammpersonals in Hemmingen, aber auch das Engagement der Schüler. Von den zur Verfügung stehenden Lehrerstunden seien im Schuljahr 2015/16 rund 70 Prozent ausgeschöpft worden, für den restlichen Anteil habe es an Personal gefehlt.

„Die Rahmenbedingungen sind alles andere als zufriedenstellend“, räumte Driller-van Loo ein, „aber wegen der großen Eigeninitiative ist ein qualitativ guter Unterricht möglich“. Das gemeinsame Unterrichten von Kindern mit Förderbedarf „setzt intensive Absprachen voraus“. Der Informationsaustausch zwischen der Schule und den externen Kräften sei gewährleistet, da diese beispielsweise zu allen Konferenzen eingeladen werden. Auch der Arbeitskreis der Schulleitungen in Hemmingen und Pattensen treffe sich regelmäßig. Offiziell eingeführt wurde der integrative Unterricht an der Hemminger KGS im Jahr 2013. An der Schule werden insgesamt mehr als 1600 Schüler von etwa 150 Lehrern unterrichtet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Hemmingen
doc6slnq62pps81faop4l5g
Kaninchen suchen ein neues Zuhause

Fotostrecke Hemmingen: Kaninchen suchen ein neues Zuhause