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In den Engelsfiguren nagt kein Holzwurm mehr

Harkenbleck In den Engelsfiguren nagt kein Holzwurm mehr

Zwei Engelsfiguren aus Holz sind nach mehreren Monaten wieder zurück in der Kapelle in Harkenbleck. Die Restauratorin Jutta Knörle hat sie von Holzwurmlarven befreit und anschließend beobachtet, ob es einen weiteren Befall gibt. Ungeklärt bleibt die Frage, wann die Engel angefertigt wurden.

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Jutta Knörle hat die beiden vorderen Engelsfiguren restauriert.

Quelle: Tobias Lehmann

Harkenbleck. "Wir wissen es schlicht nicht", sagte Wolf Hatje, Vorsitzender des 1983 gegründeten Fördervereins der Kapelle Harkenbleck. Er hatte die vorliegenden Unterlagen noch einmal durchgeschaut, doch keinen Hinweis auf die Herkunft der beiden Figuren gefunden. Konkret handelt es sich um die kleineren beiden der insgesamt vier freistehenden Engelsfiguren auf dem Altar. In ihren Händen halten sie typische Symbole der Kreuzigung wie einen Hammer oder eben ein Kreuz.

Die beiden größeren Figuren sollen gemeinsam mit dem Einbau des barocken Altars Ende des 17. Jahrhunderts in die Kapelle gekommen sein. Hatje sagte, er gehe davon aus, dass die beiden Kleineren später dazu gekommen sind. Knörle sieht jedoch Hinweise darauf, dass sie möglicherweise sogar vom gleichen Künstler gestaltet wurden. So sei die weißgoldene Farbgestaltung ähnlich, aber zum Beispiel auch die eher grob wirkenden Hände. Zudem schätzt Knörle, dass die beiden kleineren Figuren ebenfalls Ende des 17. Jahrhunderts angefertigt wurden.

Das Rätsel der Herkunft wird sich vermutlich nicht mehr klären lassen. Doch zur langfristigen Erhaltung der Figuren will der Förderverein beitragen. Beim Reinigen der Engel sind Mitgliedern des Vereins im vergangenen Jahr Spuren von Sägemehl aufgefallen. "Das sind typische Merkmale eine Befalls von Larven holzresistenter Insekten wie dem sogenannten Holzwurm" sagte Knörle. Es ist nicht das erste Mal. Hatje sagte, dass die Temperaturen in dem Gebäude die Holzwürmer anziehen. Die Kapelle werde während der Gottesdienste und Andachten im Winter zwar beheizt, kühle aber anschließend auch wieder aus. 

Knörle hat zunächst im Februar dieses Jahres eine Holzfestigungslasur mit einem Wirkstoff gegen Holzwürmer auf die Figuren aufgetragen. Anschließend folgte die Phase des sogenannten Monitorings, in der Knörle die Figuren über Monate genau beobachtet und nach einem weiteren Auftreten der Larven gesucht hat. Jetzt kann die diplomierte Restauratorin aus Giesen (Landkreis Hildesheim) garantieren: "Es gibt keinen aktiven Befall." Die Figuren sind jetzt wieder auf den Altar gestellt worden. Die Restauration wurde vom Ortskuratorium Hannover der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz gefördert. 

Die Kapelle und der Förderverein:

Die Kapelle wurde 1412 erbaut. Die Jahreszahl ist über der Tür eingemeißelt. Erste Erwähnungen finden sich zumindest in den noch existierenden Unterlagen, aber erst im Jahr 1795. Fest steht ebenfalls, dass der Barockaltar aus dem Jahr 1687 stammt, der Taufstein 1751 gefertigt wurde und die Glocke 1837 gegossen wurde. Ein Maler mit den Initialen "J W Hakemeyer" aus Eldagsen hat die Altarwand 1840 renoviert. Die Turmuhr ist 1886 eingebaut worden. Im Jahr 1938 wurde die Kapelle umfassend restauriert.

Der Förderverein mit heute rund 130 Mitgliedern wurde 1983 gegründet. Die damalige Gemeinde Hemmingen kaufte die Kapelle und übertrug sie dem Verein. Der Verein investierte in den folgenden Jahren Geld und ehrenamtlichen Einsatz in das Gebäude und ließ unter anderem die Heizung einbauen. Heute wird die Kapelle jeweils zweimal im Monat für evangelische Gottesdienste und einmal für katholische Andachten genutzt, ebenso für Hochzeiten und Taufen.

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