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Landwirte bangen um ihre Ernte

Hemmingen/Pattensen Landwirte bangen um ihre Ernte

Die extremen Wetterschwankungen im Juni haben dem Getreide offenbar stark zugesetzt. Laut dem Hemminger Bezirkslandwirt Burkhard Köhler haben die Landwirte bei der Wintergerste eine sehr schlechte Ernte eingefahren. Nun hoffen sie, dass Raps und Weizen weniger gelitten haben.

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Die Erntezeit hat begonnen. Am vergangenen Wochenende haben die Landwirte in Hemmingen die Wintergerste eingeholt. Wenn das Wetter mitspielt, ist in dieser Woche der Raps dran.

Quelle: Privat

Hemmingen/Pattensen. "Ich hatte mehr von der Wintergerste erwartet", sagt Burkhard Köhler. Vergangenes Wochenende hat der Ohlendorfer Landwirt seine Ernte eingefahren. Er hatte auf 23 Hektar Wintergerste angebaut, die vor allem als Futter für Rinder und Schweine verwendet wird.

"Vergangenes Jahr hatten wir eine Spitzenernte, dieses Jahr ist sie unter dem Durchschnitt." Grund dafür könnten die Wetterkapriolen im Juni sein. "Wir hatten sehr viele Niederschläge und öfter Starkregen", sagt Köhler.

Bemessen wird der Wert des Getreides an seinem Gewicht. Dieses liegt in diesem Jahr bei rund 60 Kilogramm pro Hektoliter. In den Vorjahren waren es 65 bis 67. "Im vergangenen Jahr haben wir 16 Euro für ein Kilo Wintergerste bekommen", berichtet der Bezirkslandwirt. Dieses Jahr seien es nur 11,50 bis 12 Euro.

Nun hoffen die Landwirte, dass die restliche Ernte besser ausfällt. Der Pattenser Bezirkslandwirt Heinrich Eicke erläutert: "Wir warten auf warmes, trockenes Wetter, damit das Getreide reift und bei der Ernte trocken ist." Ist es feucht, müssen die Landwirte Abzüge im Preis hinnehmen, da die Landhandelsunternehmen es dann in einer Maschine trocknen.

Noch in dieser Woche will Eicke seinen Raps ernten, den er auf 40 Hektar angebaut hat. "Der Raps ist eine Überraschungsfrucht", sagt der Oerier. "Man sieht vor der Ernte nicht, ob sie gut oder schlecht ausfällt." Die Körner liefert er oft direkt an Ölmühlen, die daraus Rapsöl herstellen. Entscheidend für den Preis ist neben dem Gewicht der Körner auch deren Ölgehalt.

Bei stabilen Wetterverhältnissen will Eicke nach dem Raps in dieser Woche auch seine Erbsen ernten, die er zur Saatgutherstellung angebaut hat. Anschließend ist der Winterweizen dran, die Hauptanbaufrucht der Landwirte in Pattensen und Hemmingen."Wir wissen nicht, wie die Ernte ausfallen wird", sagt Burkhard Köhler. An manchen Stellen sei der Weizen, der je nach Qualität als  Futter-, Brot- oder Backweizen verwendet wird, wegen der starken Gewitterschauer abgeknickt. Dies bedeute einen erhöhten Aufwand beim Mähen.

Worunter die Landwirte im Leinetal jedoch am meisten litten, seien die schlechten Getreidepreise auf dem Weltmarkt. Eine Missernte in Australien etwa habe auch Auswirkungen auf die Preise, die die Landwirte im Leinetal erhielten. Daher müssen die Landwirte ein Stück weit zu Börsianern werden. "Die Märkte sind sehr unsicher, man muss sie ständig im Auge behalten", sagt Köhler. Um bessere Preise zu erzielen, lagerten die Betriebe ihren Weizen oft ein - manchmal sogar bis zum April des Folgejahres, um ihn genau dann, wenn die Preise steigen, zu verkaufen.

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Von Stephanie Zerm

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