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Feuerwehr Arnum feiert 120-jähriges Bestehen

Arnum Feuerwehr Arnum feiert 120-jähriges Bestehen

Eine der ältesten Feuerwehren der Region, die in Arnum, feiert vom 26. bis 28. August ihr 120-jähriges Bestehen. "Wir sind seit jeher mit den Arnumern eng verbunden und wollen mit ihnen gemeinsam unser Jubiläum feiern", sagt die Öffentlichkeitsbeauftragte Kirstin Mittendorf.

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Die Feuerwehr Arnum feiert ihr 120-jähriges Bestehen.

Quelle: privat

Arnum. Festkoordinator Lars Moses und sein Team bereiten bereits seit Monaten alles für die dreitägigen Feierlichkeiten vor. "Wir haben sehr viel Energie in die Vorbereitung gesteckt", sagt Kirstin Mittendorf, die hofft, dass zahlreiche Besucher aus dem Ort kommen. Geplant ist ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Auftakt ist am Freitag, 26. August, um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus. Am Freitag- und Samstagabend kann jeweils bei einer Party mit DJ Björn gefeiert werden.

Am Sonnabend beginnt um 11 Uhr ein großer Kinderumzug von der Wäldchenschule zum Festplatz am Gerätehaus. Anschließend zeigt die Einsatzabteilung, wie sie bei einem Verkehrsunfall hilft oder einen Fettbrand löscht. Aber auch der Feuerwehrnachwuchs präsentiert, was er schon alles drauf hat. Die Musikzüge aus Arnum, Hiddesdorf-Ohlendorf und Devese geben jede Stunde im Wechsel ein Platzkonzert. Außerdem hat die Arnumer Feuerwehr zahlreiche Spiele und Aktionen für Kinder aufgebaut. Besucher können das Gerätehaus sowie die Feuerwehrfahrzeuge besichtigen. Das Cateringunternehmen „Vom Feinsten“ bietet herzhafte Schmankerl und andere Leckereien.

Den Sonntag lässt die Feuerwehr dann mit einem Katerfrühstück ausklingen. "Wir freuen uns sehr, wenn viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene unser Jubiläum mit uns als Nachbarn feiern", sagt Kirstin Mittendorf. Nicht umsonst laute das Motto der Feier "Im Alltag Nachbar - im Notfall Helfer".

 Zündelnder Teenager bewirkt Gründung der Arnumer Feuerwehr

1896 gab es in Arnum noch keine stark befahrene Durchgangsstraße, geschweige denn Autos oder Verkehrsunfälle. Doch die Gefahr eines Feuers war allgegenwärtig. So legte 1893 ein Großbrand den Mittendorfschen Hof in Schutt und Asche. Ein Teenager hatte mit Streichhölzern gespielt und damit das Flammeninferno ausgelöst. Da es damals in Arnum noch keine Freiwillige Feuerwehr gab, musste die Ortswehr aus Hiddestorf anrücken. Doch die Hilfe kam zu spät. Die Gebäude konnten nicht mehr gerettet werden.

So etwas wollten die Arnumer nicht noch einmal erleben. Daher gründeten zehn Männer drei Jahre später, am 8. März 1896, in der Gaststätte Gramann's Alter Krug, dem heutigen chinesischen Restaurant, die Freiwillige Feuerwehr Arnum.

Bereits zwei Jahre später, im Juli 1898, hatte die neu gegründete Feuerwehr ihren ersten großen Einsatz auf dem Gutshof in Reden. Dort löschten die Männer zusammen mit den Feuerwehren aus Pattensen und Wilkenburg vier Stunden lang einen Großbrand nach einem Blitzeinschlag.

"Durch die Kriegswirren sind die Protokolle aus den ersten Jahren der Wehr nicht mehr vorhanden", bedauert die Öffentlichkeitsbeauftragte Kirstin Mittendorf. Genaue Aufzeichnungen über die Geschichte der Arnumer Feuerwehr seien erst vom 23. Januar 1922 an wieder vorhanden. In ihnen wird auch über das 25-jährige Feuerwehrfest vom 8. Mai 1922 berichtet. Dieses feierten die Arnumer mit 30 geladenen Feuerwehren und einem Festumzug durch das Dorf, der von drei Herolden angeführt wurde.

Musiker spielen ohne Ausbildung und Notenkenntnisse

Am 1. August 1927 gründeten sie zusätzlich ein „Musikkorps“. Die elf "Musiker" hatten zu Beginn zwar nur geringe Notenkenntnisse und waren musikalisch nicht ausgebildet. Aber durch eifriges Üben fanden ihre Darbietungen bei verschiedenen Auftritten schnell Anerkennung. Sein erstes Konzert richtete der Musikzug 1930 aus. Mit Erfolg. Anschließend gaben die Musiker jedes Jahr ein Konzert mit Tanzvergnügen.
 
Auch technisch ging es voran: Im April 1927 übernahmen die Arnumer Feuerwehrleute einen Schlauchwagen und 1934 nahmen sie die erste Motorspritze in Betrieb. Das Löschwasser bezogen sie zunächst aus offenen Wasserstellen im Ort. Erst 1933 wurden sogenannte Notbrunnen erichtet. Ab 1937 sorgten Hydranten für die Bereitsstellung des Löschwassers.

In den Kriegsjahren hatte die Feuerwehr viele große Einsätze und musste zusätzliche Aufgaben übernehmen. "Durch das Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen vom November 1938 wurden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren zu Hilfspolizeitruppen ernannt, die unter anderem auch den Luftschutz sicherzustellen hatten", berichtet Mittendorf. "Zahlreiche Ausbildungsstunden und Übungen wurden durchgeführt, da viele aktive Feuerwehrmänner als Soldaten eingezogen waren und wehrdienstuntaugliche Männer ihre Aufgaben in der Freiwilligen Feuerwehr übernehmen mussten." Dabei habe es auch in der Wehr viel Leid gegeben. Bei fast jeder Versammlung wurde eines gefallenen Kameraden gedacht.
 

Nachwuchssorgen sind heute ein Fremdwort

Nach dem Kriegsende fand die Feuerwehr jedoch schnell wieder zu alter Stärke. Schon Anfang 1947 waren wieder 25 Männer in der Einsatzabteilung Mitglied. Zur Generalversammlung am 10. Mai spielte auch wieder der Musikzug auf.

Seitdem hat sich die Feuerwehr ständig vergrößert. Heute hat sie insgesamt 440 Mitglieder und einen großen Rückhalt in der Arnumer Bevölkerung. In der Einsatzabteilung sind 50 Männer und fünf Frauen aktiv, im Musikzug 24. Hinzu kommen 20 Mädchen und Jungen in der Jugendwehr, die es seit März 1965 gibt, sowie 19 Sechs- bis Neunjährige bei den Löschteufeln, die die Feuerwehr Arnum 2005 als eine der ersten Kinderfeuerwehren in der Region Hannover gründeten. "Die Kinder und Jugendlichen sichern den Bestand der Mitglieder der Einsatzabteilung", sagt Mittendorf. "Aber wir können auch immer wieder etliche Quereinsteiger für die Einsatz in der Feuerwehr gewinnen", freut sie sich. So gehöre die Feuerwehr Arnum heute zu den wenigen Ortswehren, die nicht unter Nachwuchsmangel litte.

 Älteste Feuerwehr wurde 1811 gegründet

Was die Gründung ihrer Feuerwehr angeht, waren die Arnumer eher Nachzügler. Die älteste Feuerwehr auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands wurde 1811 in der Kreisstadt Saarlouis von der damaligen französischen Regierung gegründet. Die Franzosen prägten das Feuerwehrwesen auch nachhaltig. 1841 gründete sich die nach heutigem Verständnis erste Freiwillige Feuerwehr im sächsischen Meißen. Diese feierte erst Mitte Juli 2016 ihr 175-jähriges Bestehen. Weitere Freiwillige Feuerwehren folgten ab 1846, etwa in Heidelberg und Durlach bei Karlsruhe. Viele davon sind aus politisch revolutionär eingestellten Turnvereinen hervorgegangen. Denn die Spritzen, die die „Feuermänner“ nutzten, mussten von Hand angetrieben werden – die Bedienung war anstrengend und erforderte besondere Fitness.

Die erste Berufsfeuerwehr entstand 1851 in Berlin-Mitte, die ersten Freiwilligen Feuerwehren in der Provinz Hannover wurden 1860 in Stade und Harburg gegründet.

In der Region Hannover gehört die Arnumer mit 120 Jahren zwar zu den älteren aber nicht den ältesten Feuerwehren. Nach Informationen von Albrecht Reime vom Feuerwehrmuseum Hannover sind das die Feuerwehren in Burgdorf (1871), die im seinerzeit noch nicht nach Hannover eingemeindeten Linden (1876), Wennigsen (1886) und Barsinghausen (1887). Die Hiddestorfer Feuerwehr wurde 1888 offiziell gegründet.

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Von Stephanie Zerm

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