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Feuerwehrverband der Region kritisiert Ausstattung

Delegiertenversammlung in Hemmingen Feuerwehrverband der Region kritisiert Ausstattung

Bei der Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes Region Hannover, die im Rahmen des 115. Geburtstags der Freiwilligen Feuerwehr Harkenbleck am Sonnabend in dem Hemminger Ortsteil ausgerichtet wurde, hat der Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing die Ausstattung der bundesweiten Einsatzkräfte kritisiert.

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„Aktuell sind allein in der Brandschutzkomponente des Bundes 390 von 775 Löschfahrzege älter als 25 Jahre“, sagte Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing bei der Delegiertenversammlung in Harkenbleck.

Quelle: Daniel Junker

Harkenbleck. „Aktuell sind allein in der Brandschutzkomponente des Bundes 390 von 775 Löschfahrzege älter als 25 Jahre“, sagte Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing. Eigentlich seien hier sogar 955 Fahrzeuge vorgesehen. „Sie hatten ausgemustert werden müssen, ohne das Ersatz zu Verfügung stand.“ 

Gemäß der Bund-Länder-Absprache solle der Bund den Zivilschutz mit jährlich 57 Millionen Euro fördern. „Er hat in den vergangenen Jahren aber nur jeweils rund 48 Millionen Euro veranschlagt.“ Der Bund sei in der Pflicht, die noch fehlende Ausstattung anzupassen. „Leistungsfähige Feuerwehren sind das Rückgrat des Katastrophenschutzes“, sagte Mensing. Mittel- bis langfristig bestünde die Gefahr, dass eine tragende Säule des Katastrophenschutzes bröckelt.

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Zudem müsse die Ausbildung der Feuerwehren umfangreicher gefördert werden, um den ansteigenden Anforderungen gerecht zu werden. Dafür werde eine moderne und leistungsfähige Bildungseinrichtung auf Landesebene benötigt. Die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastropehnschutz (NABK) könne dies derzeit nur bedingt gewährleisten. „Wir vertreten die Auffassung, dass es durchaus geboten ist, Mittel aus dem allgemeinen Landeshaushalt zu verwenden, falls die Mittel aus der Feuerschutzsteuer nicht ausreichen.“

Zudem fordern die Feuerwehren Änderungen im Niedersächsischen Brandschutzgesetz. Unter anderem müsse eine feste Altersgrenze für die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren wieder eingeführt werden. Weiterhin dürfe die

Feuerwehr nicht den Polizeibehörden unterstellt werden. Zudem fordert Mensing eine weitergehende Absicherung für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige.

Personell seien die Feuerwehren allerdings gut aufgestellt. Insgesamt sind in der Stadt und Region Hannover 12.255 Mitglieder aktiv. Dazu gehören 11.148 freiwillige Helfer bei den 223 Ortsfeuerwehren, 691 Einsatzkräfte bei der Berufsfeuerwehr Hannover sowie 416 Helfer bei zwölf Werksfeuerwehren. „Dies bedeutet eine Steigerung von rund 220 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr“, sagte Mensing. „Der Bestand ist also derzeit stabil.“

Jugendfeuerwehren verlieren Mitglieder

Die Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren in der Region seien derzeit leicht rückläufig, berichtete der Regionsfeuerwehrwart Michael Homann. Seien  Anfang 2014 noch 2015 Jungen und 886 Mädchen in den Jugendfeuerwehren aktiv gewesen, waren es am Jahresende nur noch 1925 Jungen und 869 Mädchen. „Wir haben zwar in vielen Kommunen Zuwachs, in zwei großen Kommunen haben wir aber viele Jugendliche verloren. Das konnten wir nicht wieder auffangen.“ Als Grund nannte Homann unter anderem veränderte Angebote und Interessen.

Bei den Kinderfeuerwehren sei die Zahl allerdings leicht gestiegen. Waren Anfang 2015 noch 1057 Jungen und 634 Mädchen Mitglieder der Jugendfeuerwehren, waren es Ende des Jahres 1144 Jungen und 714 Mädchen. „Wir freuen uns insbesondere darüber, dass der Anteil bei den Mädchen so hoch ist“, sagte Homann.

Sieben Musikzügen stellen den Dienst ein

Rückläufig ist auch die Anzahl der Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehren. „Die Gesamtzahl der musizierenden Züge hat sich leider um drei Züge verringert“, berichtete Regionsstabsführer Rüdiger Finze. „Sie haben ihren Betrieb vorläufig oder ganz eingestellt.“ Die Entwicklung sieht Finze problematisch, denn im Jahr 2014 hätten vier weitere Züge ihre Tätigkeit beendet. Als Gründe nannte der Regionsstabsführer fehlenden Nachwuchs, wenige Ausbildungsmöglichkeiten und fehlende Ausbilder.

„Wir arbeiten am Existenzminimum“, machte Finze deutlich. In einigen Zügen seien nur noch rund ein Dutzend Musiker aktiv. Insgesamt musizierten im Bereich des Regionsfeuerwehrverbandes derzeit 1510 Mitglieder, Kinder und Jugendliche sind in diesen Zahlen bereits dabei. 560 von ihnen sind Frauen, 950 sind Männer.

Feuerwehr sieht Handlungsbedarf bei der Pressearbeit

Insbesondere aufgrund des Internets stünden die Feuerwehren vor neuen Herausforderungen, berichtete Armin Jeschonnek, Sprecher der Regionsfeuerwehr. „Die Onlinemedien sind manchmal zu schnell für uns.“ Manchmal seien Fotos von Unfallfahrzeugen bereits im Internet veröffentlicht, obwohl die Angehörigen der Opfer noch gar nicht von dem Unfall erfahren haben.

Problematisch sei auch die Betreuung der Medienvertreter bei Großeinsätzen. „Die Einsatzleiter haben dann keine Zeit für den Medienrummel.“ In einem neuen Konzept regte Jeschonnek die Bildung von Dreierteams bei den Feuerwehren an, um Medienvertreter zu betreuen. Diese könnten sich gegebenenfalls auch aus benachbarten Gemeinden zusammensetzen.

Ehrungen

Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber wurden am Sonnabend Günter Hahn und Eric Pahlke ausgezeichnet. Der Wedemärker Hahn übernehm zahlkreiche Führungspositionen auf Orts-, Gemeinde und Regionsebene. Pahlke hatte neben vielen anderen Verdiensten besonderes Engagement am Flüchtlingsdrehkreuz im Laatzener Messebahnhof an den Tag gelegt, lobte Mensing.

Für ihren unermüdlichen Einsatz im Feuerwehrdienst wurden die ehemaligen Stadtbrandmeister Hartmut Hoffmann (Laatzen), Friedhelm Leisenberg (Burgwedel) und Albrecht Neyer (Wunstorf) zu Ehrenmitgliedern der Feuerwehr ernannt. Die drei Helfer hätten außerordentliches Engagement im Feuerwehrdienst an den Tag gelegt, machte Mensing deutlich.

Von Daniel Junker

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